Die Auswirkungen des neuen Garantiezinses

Garantiezinssenkung 2017 Die Auswirkungen des neuen Garantiezinses

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
17.11.2016
Auf einen Blick

Ab 2017 sinkt der Garantiezins für viele Altersvorsorgeprodukte, aber auch bei Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherungen. Was bedeutet das für Neu- und Altkunden?

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Der Gesetzgeber senkt zum Jahresanfang 2017 den Garantiezins von 1,25 auf 0,90 Prozent. Das hat entscheidende Auswirkungen auf viele Versicherungsprodukte. Der Garantiezins bezieht sich auf alle Versicherungen, die Risiken der Lebensdauer und gesundheitlicher Beeinträchtigungen abdecken. Dazu zählen neben Lebens- und privaten Rentenversicherungen beispielswiese auch Pflege- und Invaliditätsversicherungen, Grundfähigkeits- und Existenzschutzversicherungen sowie die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Garantiezinssenkung 2017 – das müssen Sie wissen:

Altersvorsorgeprodukte: Hier werden die garantierten Renten sinken. Betroffen sind u.a. alle klassischen (kapitalgebundenen) Rentenversicherungen, also Riester (Riester-Vertrag richtig wechseln), Rürup, private Rentenversicherung. Vorsorgetarife mit Fonds sind nur dann von der Garantiezinssenkung betroffen, wenn es sich um Produkte mit einer Beitragsgarantie oder einer anderen Form einer Garantie handelt. Dies gilt beispielsweise auch für eine fondsgebundene Riester-Rente. Reine fondsgebundene Tarife werden hiervon nicht tangiert.

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Ab 2017 sind Beitragssteigerungen bis zu fünf Prozent möglich. Nach ersten Berechnungen des Finanzdienstleisters MLP muss ein 25 Jahre alter Versicherungsnehmer, der beispielsweise ab 2017 eine BU über 1.000 Euro monatliche Rente abschließt, mit einem etwa fünf Prozent höheren Beitrag rechnen, als beim Abschluss noch in diesem Jahr. Bei 35-Jährigen soll sich der Vertrag um rund drei Prozent verteuern.

Risikolebensversicherung: Hier ist - je nach Vertragskriterien - mit einer Verteuerung von bis zu zehn Prozent zu rechnen.

Pflegerentenversicherung: Auch bei der Pflegerente sinkt die garantierte Rente. Übrigens: Ab 2017 ändert sich einiges bei der Pflege.

Garantiezins gegen tatsächliche Verzinsung

Der Garantiezins wird nur auf den sogenannten Sparanteil bei der Versicherung gezahlt. Dieser ergibt sich aus dem Beitrag abzüglich der Kosten für die versicherten Risiken sowie Verwaltung und Vertrieb. Allerdings ist der Garantiezins nicht alles. Neben der garantierten Verzinsung beteiligt der Versicherer seine Kunden noch an erwirtschafteten Überschüssen.

Das Problem für Sie als Vorsorgesparer: Niemand weiß, wie hoch die Überschüsse nach all den Sparjahren ausfallen, denn diese sind nicht garantiert und können stark schwanken. Allein der Garantiezins ist der wirklich konkret berechenbare Teil der Rendite. Auf die von den Versicherern beworbenen Gesamt-Prognosen können Sie somit nicht vertrauen. Genau wie der Garantiezins sinken auch die Überschüsse seit Jahren.

Verträge bis 2016 genießen Bestandschutz!

Die neuen Auswirkungen betreffen nur Neuverträge ab 2017, Altverträge bleiben hiervon unberücksichtigt. Diese Verträge genießen den sogenannten Bestandsschutz. Das bedeutet konkret für Sie: Der bei Vertragsabschluss geltende Garantiezins hat für die gesamte Vertragslaufzeit dann Bestand.

Biallo-Tipp: Wenn Sie gerade über eine entsprechende Versicherung nachdenken, sollten Sie prüfen, ob Sie diese jetzt brauchen und eventuell noch in diesem Jahr abschließen. Dann profitieren Sie dauerhaft vom höheren Garantiezins und den günstigeren Konditionen. Suchen Sie sich aber leistungsstarke Verträge und lassen sich zu nichts vorschnell drängen.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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