Riester-Rente Vorteile bei nicht gefördertem Riester-Sparen

Riester-Rente Vorteile bei nicht gefördertem Riester-Sparen

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
18.08.2016
Auf einen Blick

Riestern darf jeder – auch ohne Förderberechtigung. Eine weitgehend unbekannte Variante des Riester-Sparens bietet dabei für manche Anleger lukrative Vorteile.

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Grundsätzlich dürfen Sie immer einen Riester-Vertrag abschließen und so viel Geld einzahlen wie Sie möchten. Auch dann, wenn Sie nicht förderberechtigt sind und keine staatlichen Riester-Zulagen erhalten. Richtig gemacht, profitieren Sie dabei geschickt von den günstigeren Steuervorschriften für Versicherungen.

Ihre Steuer-Vorteile bei nicht gefördertem Riester-Vertrag

Ihre Einzahlungen in einen Riester-Vertrag sind während der gesamten Ansparphase komplett von der Abgeltungssteuer befreit. Wenn Sie beispielsweise in einen Riester-Vertrag mit Fonds einzahlen, erhalten Sie alle Kursgewinne, Dividenden und Zinsen die ganzen Jahre über hinweg steuerfrei. Die 25-prozentige Abgabe greift hier nicht. Während normale Fondsanlagen dadurch ein Viertel ihrer Kursgewinne verlieren, nutzt der Riester-Fondssparplan oder eine Riester-Fondspolice ungeschmälert den Zinseszinseffekt.

Es kommt sogar noch besser: Im Gegensatz zu normalen Fondsanlagen, die auch mal ordentlich Verlust machen könnten, ist bei einem Riester-Vertrag der 100-prozentige Beitragserhalt bei Rentenbeginn garantiert. Echte Verluste sind bei einem Riester-Vertrag – egal ob gefördert oder nicht gefördert – für Sie somit nicht möglich, auch nicht bei Fondsanlagen.

Ihre Riester-Vorteile bei der Auszahlung

Wenn der Riester-Vertrag dann im Alter zur Auszahlung kommt, winken Ihnen weitere Vorteile. Für nicht geförderte Anleger gelten hier nicht einmal die sonst üblichen vom Gesetzgeber festgelegten strengen Riester-Regeln.

Sie brauchen sich deshalb zum Beispiel später zum Rentenbeginn bei der Kapitalauszahlung nicht auf maximal 30 Prozent der Sparsumme zu beschränken, sondern können falls gewünscht, die gesamte aufgelaufene Summe mit einem Schlag kassieren. Hier gilt dann die gleiche Regelung wie bei Lebensversicherungen.

„Sparer müssen nur den halben Gewinn aus den Erlösen mit ihrem persönlichen Steuersatz beim Finanzamt abrechnen“, erklärt Panagiotis Siskos vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI). Einzige Bedingung dafür ist, dass das Geld nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres und erst nach mindestens zwölf Jahren Vertragslaufzeit ausgezahlt wird.

Doch damit nicht genug:
Wollen Sie später stattdessen aus Ihrem Riester-Vertrag eine monatliche Rente erhalten, unterliegen solche ungeförderten Beiträge ebenfalls nicht den strengen Steuerregeln der Riester-Rente. So müssen Sie in diesem Fall bei einer Rente aus nicht geförderten Einzahlungen im Alter lediglich den sogenannten Ertragsanteil versteuern.


Ein Beispiel: Wenn Sie mit 65 Jahren in Rente gehen, dann brauchen Sie - anstatt wie sonst üblich volle 100 Prozent - hier lediglich 18 Prozent der Riester-Rente mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Das bedeutet für Sie dann konkret: Erhalten Sie beispielsweise pro Monat 300 Euro Zusatzrente aus Ihrem Riester-Vertrag, müssen Sie davon überhaupt nur einen Betrag von 54 Euro (= 18 Prozent) versteuern. Unterstellt man im Ruhestand einen Steuersatz von 25 Prozent, so fallen tatsächlich für Sie dafür lediglich 13,50 Euro monatlich an Steuern an. Da es aber für Rentner noch Freibeträge gibt, geht der Fiskus in der Regel sogar komplett leer aus.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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