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Rürup-Rente

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Rürup-Rente

 
Gut 1,3 Millionen Bundesbürger nutzen die Rürup-Rente zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge. Begünstigte profitieren von hohen Steuernachlässen während der Ansparphase. Andererseits unterliegen die Auszahlungen der Steuerpflicht. Der Anteil der Besteuerung steigt adäquat zur gesetzlichen Rente Jahr für Jahr an. Zugleich enthalten die Verträge zahlreiche Restriktionen, die die Flexibilität des Vorsorgesparers stark einschränken. Im Ergebnis eignet sich die Rürup-Rente nicht für jeden. Für welche Zielgruppe ist ein solcher Vertrag zu empfehlen, welche Fußangeln gilt es vor Vertragsabschluss zu beachten?  
 
 

Rürup-Rente: So funktioniert sie!

 
Bei der sogenannten Basis- oder Rürup-Rente handelt es sich um eine private Leibrenten-Versicherung. Sie zielt auf Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und keinen Anspruch auf Riester-Förderung oder betriebliche Altersvorsorge haben. Damit auch diese Gruppe die private Alterssicherung nicht vernachlässigt, setzt der Staat mit Steuervorteilen Anreize zum Sparen.
 
Die Rürup-Rente steht aber nicht nur Selbstständigen offen, sie ist auch für Arbeitnehmer, Angestellte und Beamte möglich. Allerdings erzielen diese mit einem Rürup-Vertrag weniger Steuervorteile als Selbstständige, da der absetzbare Vorsorgeaufwand um die geleisteten Rentenzahlungen bzw. bei Beamten durch einen fiktiv geleisteten Rentenbeitrag gekürzt wird. Dieser beträgt seit 2012 19,6 Prozent vom Einkommen bis zu einem Höchstbetrag von 57.600 Euro.
 
Rürup-Renten werden vor allem von Versicherungen in Form privater Rentenversicherungen offeriert. Möglich sind aber auch Fondssparpläne von Banken oder Fondsgesellschaften.
 
Strenge Regeln
Die Basis-Rente unterliegt ähnlich strengen Vorschriften wie die gesetzliche Rentenversi-cherung:
  • Es müssen lebenslange Rentenzahlungen garantiert sein. Kapitalwahlrecht oder Teilauszahlungen sind nicht vorgesehen.
  • Die Auszahlungen dürfen frühestens ab dem 60. Lebensjahr starten. Für Neuverträge ab 2012 gilt das 62. Lebensjahr.
  • Einmal abgeschlossen, sind die Verträge unkündbar. 
  • Die Police ist weder vererbbar, beleihbar, noch im Wege der Schenkung auf andere Personen übertragbar.
 
 
Staatliche Förderung
Die öffentliche Förderung erfolgt über Steuervorteile. Eingezahlte Beträge sind bis zur Höhe von 20.000 Euro (Verheiratete 40.000 Euro) jährlich steuerlich anerkannt. Den vollen Steuerabzug erlaubt das Finanzamt aber erst ab 2025. Grund: Die Aufwendungen werden bis dahin schrittweise freigestellt.
 
Für die Steuererklärung 2011 sind 72 Prozent (von 20.000 Euro) der Rürup-Beiträge als Sonderausgabe absetzbar, maximal also 14.400 bzw. 28.800 Euro. Ab 2012 erkennt das Finanzamt 74 Prozent der Einzahlungen als Sonderausgabe an – zwei Prozent mehr als 2011. Unterm Strich sind nunmehr bis zu 14.800 bzw. 29.600 Euro steuerlich wirksam. Damit beteiligt sich der Fiskus mit bis zu einem Drittel an den Vorsorgekosten.
 
So berechnet sich beispielhaft der Steuerbonus: Ein Selbstständiger mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 80.000 Euro überweist 12.000 Euro in einen Rürup-Vertrag. Das Finanzamt akzeptiert davon 74 Prozent, also 8.880 Euro, als Sonderausgabe. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent beträgt die Steuerersparnis inklusive Solidarzuschlag 3.935 Euro.
 
Positiv: Der steuerlich absetzbare Betrag steigt jährlich um zwei Prozent. Ab 2025 ist dann der volle Sonderausgabenabzug in Höhe von 20.000 Euro möglich.
 
Vorteile während der Sparphase
Rürup-Sparer genießen eine Reihe von Vorteilen. Der wichtigste wurde bereits beschrieben: Einsparungen bei der Einkommensteuer. Weitere Vorzüge sind:
 
  • Abgeltungsteuerfreiheit während der Sparphase.
  • Persönliches Anlagekonto des Einzahlers, das eine Auszahlungsgarantie beinhaltet. Die Beiträge fließen nicht in den allgemeinen Rententopf wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Dadurch unterliegen die Rentenleistungen nicht der Willkür des Gesetzgebers.
  • Flexible Beitragsgestaltung der monatlichen Einzahlungen und Beitragsfreistellung während der Einzahlphase sind möglich.
  • Rürup-Policen sind kombinierbar mit anderem Versicherungsschutz.
  • Die Rürup-Rente ist während der Ansparphase pfändungssicher.
  • Das Vorsorgekapital wird bei Bezug von Arbeitslosengeld II nicht als Vermögen angerechnet.
 
Absicherung für die Familie
Ansprüche aus Rürup-Renten sind weder während der Anspar- noch während der Rentenphase vererbbar. Stirbt der Versicherte, ohne vertragliche Zusatzvereinbarungen getroffen zu haben, verbleibt das angesparte Vorsorgekapital bei der Versicherung.
 
Damit das Geld im Todesfall nicht verloren ist, können Versicherte Angehörige über zusätzliche Leistungen absichern. Ähnlich wie bei Riester-Rentenversicherungen empfehlen sich zwei Varianten:
 
  • Rentengarantiezeit
  • Hinterbliebenenrente
 
Garantiezeit: Der Anbieter überweist nach dem Ableben des Versicherten für eine bestimmte Zeit weiterhin Rente an vertraglich Begünstigte. Beispiel: Stirbt der Versicherte drei Jahre nach Rentenbeginn und ist eine Garantiezeit von zwölf Jahren vereinbart, so erhalten Begünstigte noch neun Jahre lang Rentenzahlungen.
 
Hinterbliebenenrente: Hinterbliebenenrenten werden lebenslang gezahlt. Der Partner erhält in bestimmter Höhe weiterhin Rentenleistungen. Gängig ist die Hälfte oder 60 Prozent der Ansprüche als Hinterbliebenenschutz zu vereinbaren.
  • Positiv: Im Gegensatz zum Riester-Vertrag startet die Hinterbliebenenversorgung bei Rürup-Verträgen so
  • fort nach dem Ableben des Versicherten. Dies gilt auch dann, wenn die Rentenphase noch nicht erreicht ist. Dauer und Höhe der Leistungen sind individuell bei Vertragsbeginn festzulegen. Allerdings sollten Versicherte bedenken, dass der Hinterbliebenenschutz Geld kostet. Die Rentenleistung fällt dadurch geringer aus.
 
 

Rürup-Rente: Neuerungen und Fallstricke

 
Die Rürup-Rente ermöglicht Sparern hohe Steuervorteile, allerdings kommen die Vergünsti-gungen nicht allen Anlegern gleichermaßen zu Gute. Außerdem zwängt der Gesetzgeber Versicherte in ein vertraglich enges Korsett, das viele Nachteile beinhaltet.
 
Limitierter Steuerbonus
„Nicht alle Rürup-Sparer können den Steuervorteil vollständig nutzen“, gibt Peter Kauth von Steuerrat24 zu bedenken. Grund: Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse oder in ein berufsständisches Versorgungswerk, wie sie etwa Ärzte oder Anwälte leisten, zählen ebenfalls zum absetzbaren Vorsorgeaufwand. Diese Beiträge schmälern den Rürup-Bonus. So kann ein Orthopäde, der 14.000 Euro in sein Versorgungswerk einzahlt, höchstens noch 6.000 Euro an Rürup-Zahlungen beim Finanzamt geltend machen. Der maximal mögliche Sonderausgabenabzug für 2012 schmilzt damit von 14.800 Euro auf 4.440 Euro.
 
Das gleiche gilt für Freiberufler oder Gewerbetreibende mit geringem Einkommen. „Wer wenig verdient bzw. nur ein geringes zu versteuerndes Einkommen beim Finanzamt abzurechnen hat, der erzielt kaum noch Steuervorteile“, so Kauth.
 
Beispiel: Ein freiberuflicher Graphiker erzielt ein Bruttoeinkommen von 45.000 Euro. Nach Abschreibungen und Betriebsausgaben bleibt ein zu versteuerndes Einkommen von 20.000 Euro übrig. Darauf fallen derzeit inklusive Solidarbeitrag 2.849 Euro Steuern an. Zahlt der Graphiker monatlich 250 Euro in einen Rürup-Vertrag, kann er 2012 2.220 Euro als Sonder-ausgabe absetzen. Die Steuerschuld sinkt dadurch um 620 Euro. Das bedeutet: Die Rürup-Zahlungen von insgesamt 3.000 Euro bringen einen Steuervorteil von 620 Euro – damit fördert der Staat den Vorsorgeaufwand lediglich zu etwa einem Fünftel.
 
Verschiebung Regelaltersgrenze
Bei Rürup-Verträgen, die ab dem 1. Januar 2012 abgeschlossen werden, dürfen die Renten-zahlungen nicht mehr vor dem 62. Lebensjahr starten – bislang war dies ab dem 60. Lebensjahr möglich. Nur bei Einhaltung der neuen Altersgrenze sind die Beiträge weiterhin als Sonderausgabe absetzbar. Andernfalls entfallen die Steuervorteile.
 
Absenkung Mindestzins
Der garantierte Mindestzins bei Rürup-Rentenversicherungen sinkt bei Neuverträgen ab 2012 von 2,25 auf 1,75 Prozent. Damit fallen die garantierten Mindestrenten künftig geringer aus. Der Mindestzins gilt allerdings nur für klassische Rentenpolicen, fondsbasierte Verträge gewähren keine Zinsgarantie.
 
Einschränkung: Der Mindestzins greift nur in Ausnahmefällen. Die tatsächliche Gesamtrendite klassischer Lebens- und Rentenversicherungen bewegt sich aufgrund der jährlichen Überschussbeteiligung sowie der Beteiligung an den stillen Reserven in der Regel deutlich darüber. Zur Zeit liegt die Rendite im Branchendurchschnitt um die vier Prozent.
 
Keine Kapitalgarantie
Anders als Riester-Verträge bieten Rürup-Renten keine Kapitalgarantie. Das eingezahlte Kapital ist also nicht garantiert. Daher sind bei fondsgebundenen Rentenversicherungen und bei Fondssparplänen durchaus Verluste möglich. Solche Verträge sind nur für Vorsorgesparer empfehlenswert, deren Grundsicherung im Alter bereits fest steht und die auf ein rendite-trächtiges Zusatzeinkommen im Ruhestand spekulieren.
 
Unisex-Tarife
Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs müssen Lebensversicherungen ihre Tarife künftig so berechnen, dass Frauen und Männer den gleichen Beitrag zahlen. Die Entscheidung hat Auswirkungen auf die Tarife für Männer, denn sie zahlten bislang aufgrund der statistisch ausgewiesenen, geringeren Lebenserwartung niedrigere Beiträge als Frauen. Die Versicherungsgesellschaften müssen das Urteil bis Ende 2012 umsetzen. Männer, die einen vermutlich teureren Unisex-Tarif vermeiden möchten, sollten vor der Umsetzung aktiv werden.
 
Keine vorzeitige Verfügung
Rürup-Verträge garantieren zwar lebenslange Rentenzahlung – Kapitalwahlrecht, Teilaus-zahlungen oder vorzeitige Kündigung – wie sie bei ungeförderten Privatrenten und zum Teil auch bei Riester-Renten möglich sind – sind bei Rürup-Verträgen aber ausgeschlossen. „Sparer kommen nie wieder an ihr Geld heran!“, kritisiert deshalb Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten. Die fehlende Flexibilität ist für viele Anleger ein Ausschlusskriterium.
 
Einschränkung: Trotz Unkündbarkeit besteht für Rürup-Sparer dennoch die Möglichkeit, die Beitragszahlungen einzustellen. Dies geschieht entweder mittels Beitragsfreistellung oder der vorrübergehenden Aussetzung der Prämien.
 
Nicht Übertragbar
Vorsorgesparer mit Familie sollten sich einen Vertragsabschluss gut überlegen, denn die Rürup-Rente darf im Gegensatz zu Lebensversicherungen oder Privatrenten weder verkauft, beliehen, verschenkt oder vererbt werden.
 
Tipp – familiäre Absicherung: Um Angehörige abzusichern, empfehlen sich Verträge mit Rentengarantiezeit oder Beitragsrückgewähr - allerdings schmälern beide Vertragsvarianten die Rendite erheblich.
 
Teure Kombi-Verträge
Rürup-Verträge können neben der Hinterbliebenenvorsorge auch mit einem Berufsunfähig-keitsschutz kombiniert werden. Bis zu 49 Prozent der steuerlich geförderten Einzahlungen dürfen in diesen Zusatzschutz einfließen. Versicherungsexperten wie der Hamburger Berater Rüdiger Falken raten allerdings zur Vorsicht, da solche Verträge viel Geld kosten: „Die Absicherung ist meist zu teuer. Im Ernstfall wird die Rente viel höher besteuert als bei Bestehen einer eigenständigen Berufsunfähigkeitspolice.“   
 
 

Rürup-Rente: Besteuerung in der Rentenphase

 
Die Rürup-Rente wird in gleicher Weise besteuert wie die gesetzliche Rente. Beide Renten sind in der Leistungsphase mit einem Jahr für Jahr steigenden Besteuerungsanteil steuerpflichtig.
 
Wachsende Rentenbesteuerung
Das Alterseinkünftegesetz aus dem Jahr 2005 legte die Steuerpflicht für gesetzliche Renten auf 50 Prozent fest und führte zugleich eine Steuertreppe ein, nach der die Steuerpflicht für Neurentner jährlich zunimmt. Seither steigt der steuerpflichtige Rentenanteil für Neurentner Jahr für Jahr um zwei Prozentpunkte an. Ab 2021 erfolgt die Anhebung in Ein-Prozent-
Schritten, bis 2040 hundert Prozent erreicht sind.
 
So steigt der zu versteuernde Rentenanteil
 
Rentenbeginn steuerpflichtiger
Rentenanteil
2009 58 %
2010 60 %
2011 62 %
2012 64 %
2013 66 %
2014 68 %
2015 70 %
2016 72 %
2017 74 %
2018 76 %
2019 78 %
2020 80 %
ab 2021 jährliche Steigerung um 1 %
ab 2040 100 %

 
Die gleiche Staffel gilt auch für Rürup-Rentner. Im Gegenzug werden die Altersvorsorgeauf-wendungen der Beschäftigten schrittweise steuerfrei gestellt.
 
Beispiel: Wer 2011 erstmals Rente erhielt, der muss lebenslang 62 Prozent dieser Bezüge beim Finanzamt abrechnen. Von 1.000 Euro Monatsrente sind demnach 620 Euro steuerrelevant. Allerdings garantiert der Gesetzgeber jedem Steuerzahler einen Grundfreibetrag von 8.004 Euro, bis zu dem generell keine Steuern gezahlt werden müssen. In unserem Beispiel fiele bei 1.000 Euro Monatsrente also noch keine Einkommensteuer an. Rechnung: 12 x 620 = 7.440 Euro.
 
Rentenfreibetrag
Der einmal festgesetzte Steuerfreibetrag bleibt ein Leben lang gleich hoch. Die Ermittlung ist allerdings umständlich: Ab dem 2. Rentenjahr wird dazu ein sogenannter Rentenfreibetrag ermittelt. Dieser errechnet sich wie folgt: Von der Rentenzahlung im zweiten Jahr Rentenjahr zieht man den Besteuerungsanteil des ersten Rentenjahres ab. Der verbleibende Betrag ist der Rentenfreibetrag.
 
Beispiel: Rentner A bekommt im 2. Jahr 1.000 Euro Monatsrente und hat einen Besteue-rungsanteil von 60 Prozent. Er zieht also von 1.000 Euro 600 Euro ab und hat einen Renten-freibetrag von 400 Euro. Dieser Freibetrag gilt ein Leben lang – egal wie sich die Rentenzahlung entwickelt.
 
Nachteil: Sämtliche Rentensteigerungen in der Zukunft unterliegen nun der vollen Besteuerung, da ja der Freibetrag eingefroren ist.
 
Keine Sozialversicherungsbeiträge
Die Rürup-Rente hat im Gegensatz zur gesetzlichen Rente und zu Betriebsrenten bislang den Vorteil, dass im Alter keine Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind. Eine Garantie, dass dies auch zukünftig so sein wird, gibt es allerdings nicht.
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