Rürup Vorteile nutzen, Nachteile beachten

Rürup Vorteile nutzen, Nachteile beachten

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
13.06.2015
Auf einen Blick

Die Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt, ist Altersvorsorge und profitables Steuersparmodell in einem. Aber nicht für jeden gleich gut geeignet.

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Vor der Entscheidung für die Vorsorgevariante „Rürup-Rente“ sollten Sie sich über die dortigen deutlichen Vorteile aber auch einiger Nachteile bewusst sein.

Bis zu 22.172 Euro pro Jahr können Rürup-Sparer (Alleinstehende) bzw. 44.344 Euro (Ehepaare) als Sonderausgaben beim Finanzamt geltend machen. 2015 sind davon 80 Prozent der Beiträge absetzbar. Bis 2025 steigt dieser Prozentsatz jährlich um weitere zwei Prozent an. Ab dem Jahr 2025 sind dann dauerhaft 100 Prozent absetzbar. In der Rentenphase fällt auf Rentenzahlungen jedoch ebenfalls Steuer an. Von den Steuervorteilen in der Ansparphase profitieren vor allem diejenigen, die kräftig an den Fiskus abdrücken müssen. „Der Fördereffekt bei der Basisrente ergibt sich – technisch formuliert – aus der Differenz der Grenzsteuersätze in der Erwerbs- und Rentenphase“, sagt denn auch Bert Rürup.

Rürup-Rente als Steuerturbo für Gutverdiener

Ein einfaches Beispiel für die Steuervorteile eines Rürup-Vertrags in der Ansparphase: Ein 40-Jähriger mit 60.000 Euro Bruttoeinkommen zahlt jeden Monat 200 Euro in eine Rürup-Rentenversicherung ein. 80 Prozent davon werden von seinem zu versteuernden Einkommen abgezogen - pro Jahr somit 1.920 Euro. Bei seinem Grenzsteuersatz von 42 Prozent bringt ihm das eine Steuerersparnis von rund 800 Euro. Die in den Vertrag fließenden Beiträge von 2.400 Euro belasten den Rürup-Sparer netto lediglich mit 1.600 Euro.

Das Rürup-Modell erfordert grundsätzlich keine lange Ansparphase. Eine Rente lässt sich durch hohe Beitragszahlungen innerhalb weniger Jahre aufbauen – im Extremfall sogar durch eine Einmalzahlung direkt vor dem geplanten Rentenbeginn.

Die Beiträge können Sie monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich einzahlen - je nach individuellem Bedürfnis oder finanzieller Situation. Sämtliche Zuwächse während der Ansparphase bleiben steuerfrei, die Abgeltungsteuer greift hier nicht.

Unser Tipp: Wer den maximalen steuerlich relevanten Betrag in einen Rürup-Vertrag investiert, kann 2015 bis zu 17.737 Euro (Ehepaare 35.475 Euro) steuerlich absetzen!

Nachteile bei der Rürup-Rente

Das sollten Sie vor einer Vertragsunterzeichnung wissen: Ein einmal unterschriebener Rürup-Vertrag ist weder übertragbar, verpfändbar, beleihbar noch kündbar - und das bis zum Laufzeitende. Ihr Geld hängt im Vertrag fest. Wenn Sie zwischenzeitlich liquide Mittel benötigen, können Sie lediglich den Vertrag beitragsfrei stellen, um so die Beiträge zu sparen. Diese Spar-Pause rächt sich allerdings später in Form einer niedrigeren Rente im Alter. Zudem darf Ihnen das angesparte Geld bei Vertragsende nur als lebenslange Rente ausgezahlt werden. Wer sich gerne zu Beginn seines Ruhestands Kapital auszahlen lassen möchte, sollte sich einen Rürup-Vertrag gut überlegen.

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Berechnungsgrundlage/Modellfall: 
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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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