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11.08.2016 08:00

Pflegefall Schnelle Hilfe im Pflegefall

von Annette Jäger Autor
Wird ein Angehöriger plötzlich zum Pflegefall, müssen Sie schnell die Versorgung organisieren. Hier finden Sie praktische und finanzielle Unterstützung.
Pflegefall Schnelle Hilfe im Pflegefall
Im Trend: Heimische Pflege dank ambulanter Pflegedienste.
Sind Sie als Angehöriger Arbeitnehmer, dürfen Sie sich spontan zehn Tage frei nehmen, um im akuten Fall die Pflege eines Angehörigen zu organisieren. Für diese Zeit erhalten Sie eine Lohnersatzleistung - das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld aus der Pflegeversicherung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen.
 
Darüber hinaus haben Sie als Arbeitnehmer, wenn Sie einen Angehörigen zuhause pflegen Anspruch auf eine Freistellung von der Arbeit von bis zu sechs Monaten. In dieser Zeit erhalten Sie zwar kein Gehalt, sind aber sozialversichert. Allerdings gilt diese Regelung nur in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten. Sie können auch für diese Zeit ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragen, um den Einkommensverlust aufzufangen.

Pflegefall: Hier gibt es Beratung 

Ist die Rückkehr nach einem Krankenhausaufenthalt in die eigenen vier Wände vorübergehend oder dauerhaft nicht möglich, ist der Sozialdienst im Krankenhaus der richtige Ansprechpartner. Er kann möglicherweise einen Reha-Aufenthalt organisieren oder auch andere Hilfestellungen. Der Krankenhausarzt kann beispielsweise eine häusliche Krankenpflege verordnen, die die Krankenkasse bezahlt (siehe unten).

Zeichnet sich ab, dass der Patient dauerhaft zum Pflegefall wird, hat er als gesetzlich Versicherter Anspruch auf eine umfassende Beratung durch einen Pflegeberater. Manchmal gibt es in der eigenen Kommune einen Pflegeberater. Wenn nicht, ist die eigene Pflegekasse, also die gesetzliche Krankenversicherung, ein guter Anlaufpunkt.

Der Pflegeberater erstellt ein individuelles Pflegekonzept. Dabei berät er nicht nur zu Leistungen aus der Pflegekasse, sondern auch zu anderen professionellen und ehrenamtlichen Hilfsmöglichkeiten vor Ort. Er organisiert die Hilfeleistungen und kann sie gegebenenfalls auch überwachen. Er unterstützt bei der Organisation der Finanzierung und wenn nötig, nimmt er Kontakt mit den Sozialhilfeträgern auf.

 Krankenkasse zahlt häusliche Krankenpflege

Außer Beratung gibt es natürlich ganz praktische Hilfe für verschiedenste Szenarien. So kommt die gesetzliche Krankenkasse für sogenannte häusliche Krankenpflege auf, wenn der Patient dadurch einen Krankenhausaufenthalt verkürzen oder vermeiden kann oder aber wenn ein Aufenthalt gar nicht möglich ist. Für bis zu vier Wochen wird der Patient zuhause versorgt, sofern es keinen Angehörigen gibt, der die Versorgung gewährleistet.

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für einen ambulanten Pflegedienst oder ähnliche professionelle Hilfsdienste, die neben der medizinischen Versorgung auch Haushaltsdienste übernehmen. Voraussetzung ist, dass der Patient behandlungsbedürftig ist, also medizinische Versorgung benötigt, wie beispielsweise Verbandswechsel o. ä. Die häusliche Krankenpflege muss der Arzt verordnen.

Im Pflegefall kommen ambulante Pflegedienste nach Hause

Benötigt der Patient dauerhaft Hilfe, beantragt er eine Pflegestufe. Dann ist die Pflegekasse zuständig für einen Teil der entstehenden Kosten. Als Pflegefall kommen ambulante Pflegedienste in Frage, die nach Hause kommen und übernehmen sowohl die medizinische Versorgung als auch Haushaltsdienste übernehmen. Die Kosten dafür trägt zum Teil die Pflegekasse. Was darüber hinausgeht, muss der Patient selbst aufbringen. Ein Pflegedienst rechnet mit der Kasse direkt ab. Die Zuschüsse für sogenannte Pflegesachleistungen variieren je nach Pflegestufe:

Pflegestufe               
Pflegesachleistung
0 (eingeschränkte Alltagskompetenz, z.B. Demenz) 231 Euro
I (mit Demenz) 468/689 Euro
II (mit Demenz) 1.144/1.298 Euro
III (mit Demenz) 1.612/1.612 Euro


Pflegefall: Pflege durch Angehörige

Übernehmen Angehörigen die Pflege, können diese ebenfalls Zuschüsse aus der Pflegekasse erhalten. Sie erhalten dann das so genannte Pflegegeld.

Pflegestufe Pflegegeld
0 (eingeschränkte Alltagskompetenz, z.B. Demenz) 123 Euro
I (mit Demenz) 244/316 Euro
II (mit Demenz) 458/545 Euro
III (mit Demenz) 728/728 Euro

Es ist durchaus möglich, Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst mit eigener Hilfeleistung zu kombinieren. Die Kasse zahlt dann jeweils anteilig die Zuschüsse.

Mein Tipp: Erfahrungsgemäß decken die Zuschüsse aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nur etwa zur Hälfte die anfallenden Kosten. Wer für den Eigenanteil nicht sein ganzes Vermögen aufbrauchen möchte, sollte in jungen Jahren mit einer Pflegetagegeldversicherungen vorgesorgt haben. Diese zahlt im Pflegefall einen vorher vereinbarten Tagessatz aus, der flexibel eingesetzt werden kann. Das schafft Spielraum in der Versorgung und ermöglicht das ein oder andere Extra, das oft mehr Lebensqualität bedeutet. Tarifangebote finden Sie über unseren Tarifrechner auf www.biallo.de 

Bei Pflege durch Angehörige: Beiträge wandern in die Rentenversicherung

Die Pflegekasse zahlt übrigens für die Angehörigen oder Freunde, die die Pflege ausführen Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung. Voraussetzung dafür ist, dass die Pflege mehr als 14 Stunden in der Woche beansprucht, von der Pflegeperson nicht erwerbsmäßig ausgeführt wird und sie nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich anderweitig erwerbstätig ist. Gleichzeitig muss der Pflegebedürftige Leistungen aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung beziehen. Die Höhe der Pflegestufe und der zeitliche Aufwand der Pflege bestimmen die Höhe der Rentenbeiträge. Während der Pflege ist die Hilfsperson übrigens über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Im Pflegefall: Haushaltshilfen aus Osteuropa sind erschwinglich

Oft sind Angehörige im Pflegefall mit der Pflegearbeit überfordert. Einen ambulanten Pflegedienst mehrere Stunden am Tag einzusetzen, ist trotz Zuschüssen aus der gesetzlichen Pflegekasse oft sehr teuer. Kein Wunder, dass immer mehr Familien Haushaltshilfen aus den osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten beschäftigen. Sie stellen oft die einzige bezahlbare Alternative zu einem Pflegeheim dar. Im Internet und in Zeitungsannoncen bieten Agenturen eine Vermittlung solcher Hilfskräfte an. Seit 2011 können Sie diese Haushaltshilfen ganz legal in Deutschland beschäftigen. Privatleute dürfen die Helferinnen direkt anstellen. Sie dürfen maximal 48 Stunden pro Woche arbeiten, eine 24-Stunden-rundum-Versorgung ist also nicht möglich.

Die Helferinnen dürfen im Haushalt und bei der sogenannten Grundpflege helfen. Dazu gehört Hilfe beim Waschen, Anziehen, Kämmen, bis hin zur Hilfe beim Laufen oder dem Toilettengang, allesamt Tätigkeiten, für die es keiner Ausbildung bedarf. Professionelle Handgriffe – Spritzen geben, Verbände wechseln - müssen von Pflegefachkräften ausgeübt werden. Die für solche Tätigkeiten nötige ausländische Qualifikation ist in Deutschland allerdings nicht automatisch anerkannt.

Pflegefall: So viel kostet eine osteuropäische Haushaltshilfe

Der Auftraggeber muss sämtliche Sozialabgaben für die Haushaltshilfe bezahlen, also Krankenkasse, Pflegeversicherung, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Zusätzlich muss der Arbeitgeber für Unterkunft und Verpflegung aufkommen. Unter dem Strich kostet eine solche Haushaltshilfe dann zwischen 1.800 Euro und 2.500 Euro im Monat. Als Zuschuss kommt lediglich das das Pflegegeld in Frage.

Hilfebedürftig: Greifen Sie auf Hilfsdienste vor Ort zurück 

Können Sie sich als älterer Mensch noch gut alleine versorgen, benötigen aber für bestimmte Tätigkeiten Unterstützung, können Sie sich an örtliche Hilfsdienste wenden. Nachbarschaftshilfen bieten oft ehrenamtliche Unterstützung an beim Einkauf, Kochen, bei Arzt- und Behördengängen. Auch Wohlfahrtsverbände sind eine Anlaufstelle, wenn Sie eine Haushaltshilfe benötigen oder Essen auf Rädern. So lange Sie kein Pflegefall sind, müssen Sie solche Hilfsleistungen selbst bezahlen. Sie können die Ausgaben allerdings von der Steuer absetzen, 20 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro im Jahr.
Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung
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