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01.07.2016 12:00

Höherer Kinderzuschlag Familien bekommen mehr Geld vom Staat

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Am 1. Juli steigt der Kinderzuschlag für Familien mit geringem Einkommen. Davon profitieren vor allem Alleinerziehende.
Höherer Kinderzuschlag Familien bekommen mehr Geld vom Staat
Besonders Alleinerziehende haben oft Anspruch auf den Kinderzuschlag.
Viele Eltern verdienen zwar genug, um den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten, aber zu wenig, um auch ihre Kinder ausreichend zu versorgen.

Diese Familien will der Staat jetzt verstärkt unterstützen: Der Kinderzuschlag steigt zum 1. Juli 2016 von 140 auf 160 Euro pro Monat. Die Zahlung kann der Elternteil, bei dem das Kind lebt, bei der Familienkasse beantragen.


Das sind die Voraussetzungen für den Kinderzuschlag

Wer Hartz-IV-Ansprüche hat, bekommt den Kinderzuschlag nicht. Die monatlichen Einnahmen der Familie müssen über einer Grenze von 900 Euro bei Paaren und 600 Euro bei Alleinerziehenden liegen. Nur diejenigen Eltern, die auch ihren eigenen Bedarf weitgehend decken können, sollen Unterstützung erhalten.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Kind, für das der Zuschlag beantragt wird, unter 25 Jahre alt ist und noch Anspruch auf Kindergeld hat. Was die Eltern maximal verdienen dürfen, um den Kinderzuschlag zu bekommen, wird individuell berechnet. In die Berechnung fließt der Bedarf der Eltern mit ein, dessen Höhe sich nach dem Hartz-IV-Satz richtet, an ihrem Anteil an den Wohnkosten und der Gesamtkinderzuschlag.

Beispiel: Ein Ehepaar lebt mit zwei Kindern zusammen und zahlt 600 Euro Kaltmiete monatlich. Der Grund- und Wohnbedarf der Eltern inklusive der zweifache Kinderzuschlag ergeben eine Einkommenshöchstgrenze von rund 1475 Euro - vor dem 1. Juli waren es 1435 Euro. Für eine Alleinerziehende mit circa 500 Euro Miete sind es rund 2000 Euro.

Die Grenze ist nicht starr: Der volle Kinderzuschlag sinkt stufenweise um je fünf Euro, wenn die Einkünfte um je zehn Euro über die Höchstgrenze steigen. Hat das Kind ein eigenes Einkommen, wird das allerdings voll angerechnet.

Staatliche Unterstützung für Alleinerziehende

Besonders Alleinerziehende haben oft Anspruch auf den Kinderzuschlag. Für viele von ihnen ist eine weitere staatliche Leistung wichtig - der Unterhaltszuschuss. Dieser steht Alleinerziehenden für jedes Kind unter zwölf Jahren zu, für die der andere Elternteil nicht und nicht oder nicht regelmäßig Unterhalt zahlt. Alleinerziehenden Eltern müssen den Vorschuss nicht zurückzahlen. Ist der Unterhaltspflichtige ganz oder teilweise leistungsfähig, hat der Staat die Möglichkeit, sich von ihm das Geld zurückholen.

Höherer Selbstbehalt des Unterhaltszahlers

Allerdings sind viele Väter, die keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen, auch nicht dazu verpflichtet: Liegt ihr Einkommen zu niedrig, um alle Ansprüche auf Unterhalt zu bedienen, besteht keine oder eine geringere Zahlungspflicht.

Der sogenannte Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige stieg Anfang 2015 deutlich. Eine berufstätige Person mit schulpflichtigem Kind zum Beispiel darf laut Düsseldorfer Tabelle pro Monat mindestens 1080 Euro - vorher 1000 Euro - für sich behalten. Bei einem nicht Berufstätigen sind es 880 Euro - vorher waren es 800 Euro. In diesem Betrag sind bis zu 360 Euro für die Wohnung einschließlich Nebenkosten und Heizung enthalten.

Allerdings kann man die Selbstbehaltsgrenze nicht so klar ziehen, wie es auf den ersten Blick erscheint. Zahlreiche Einnahmen und Ausgaben können das Einkommen erhöhen oder auch unter die Selbstbehaltsgrenze drücken. Zum Arbeitseinkommen wird beispielweise der Wohnvorteil durch ein abbezahltes Eigenheim dazu gerechnet. Abzüge vom Einkommen sind aufgrund von Schulden, berufsbedingten Aufwendungen oder privater Altersvorsorge möglich.
Mein Tipp: Streit um Unterhalt lässt sich zwar oft außergerichtlich, aber selten ohne Rechtsanwalt lösen. Die Gesamtkosten für Scheidungs- und Unterhaltsverfahren liegen schnell bei ein paar tausend Euro. Wichtig: Nicht jede Rechtsschutzversicherung umfasst Eherecht, Scheidung und Unterhalt. Nutzen Sie unseren Versicherungsrechner, um sich auch in diesen Rechtsbereichen abzusichern.
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Foto: tomkawila / Shutterstock.com ID:12480
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