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29.08.2014 13:51

Schulrecht So treffen Eltern gegenüber Lehrern den richtigen Ton

von Annette Jäger Autor
Auch in der Schule gibt es Fehlentscheidungen. Für Eltern ist es nicht leicht, im Streit angemessen zu widersprechen. So geht's:
Schulrecht So treffen Eltern gegenüber Lehrern den richtigen Ton
Die Lehrerin kümmert sich, der Schüler ist aufmerksam: Nicht immer aber läuft in der Schule alles harmonisch ab. Und manchmal ist sogar der Anwalt gefragt.
"Aus dir wird nichts", hat doch tatsächlich einmal ein Lehrer gesagt. Und dann die Noten dementsprechend ausgefertigt. Kein Wunder, dass es zum Streit mit den Eltern kam - bis vor Gericht. Denn Familien kämpfen heute mehr um ihre Rechte in der Schule als früher. „Es ist den Eltern wichtig, dass die Kinder gut durch die Schule kommen“, sagt Rechtsanwalt Andreas Zoller, spezialisiert auf Schulrecht.

Das sind die Haupt-Streitpunkte

Meist geht es beim Streit in der Schule laut Zoller um abgelehnte Zurückstellungen bei der Einschulung oder erzieherische Maßnahmen gegen Schüler. Hochbrisant sei das Thema Inklusion. Viele Bundesländer haben hier Versprechungen gemacht, wie behinderte Schüler auf Regelschulen unterrichtet werden können. In der Realität sind die Schulen mitunter überfordert und enttäuschte Eltern beginnen Streit, hat der Anwalt erfahren. Andere Eltern fürchten um den Fortbestand der Sonderschulen, die sie nach wie vor bevorzugen. Umgekehrt sind Schulen oftmals vorschnell dabei, Kindern Teilleistungsstörungen wie Legasthenie oder ein Hyperaktivitätssyndrom zu bescheinigen, was einen massiven Einfluss auf die Schulkarriere haben kann, wenn man sich nicht wehrt, sagt Zoller.Streit ist also angebracht.

Auch im Streitz entscheidet der Ton

Fühlt man sich ungerecht behandelt, ist es gut, zu widersprechen. Allerdings sollte man dabei auch im Streit den richtigen Ton treffen, sonst gilt man schnell als Querulant - und der Schuss geht nach hinten los. Kommunikation mit den Betroffenen steht als Mittel in einem Streit an erster Stelle, sagen Experten. Schließlich geht es um die Kinder, die weiterhin täglich zur Schule gehen müssen. Ist man unsicher oder kippt im Streit die Stimmung zwischen Schule und Elternhaus, lohnt es sich, zunächst ein Beratungsgespräch mit einem Fachanwalt zu führen, rät Zoller. „In über 90 Prozent der Fälle bringt das eine Lösung“ – nur die wenigsten Fälle landen wirklich vor Gericht.

In manchem Streit hilft nur der Anwalt

Neben Gesprächen mit der Schule gibt es im Fall eines Streits auch formale Rechtsmittel. Bei Verwaltungsakten – etwa der Nichtversetzung oder dem Schulausschluss – können Sie Widerspruch einlegen. Hat die Schule ihrem Schreiben an die Eltern eine Rechtsmittelbelehrung beigefügt, müssen Sie den Widerspruch binnen eines Monats in Schriftform (nicht per E-Mail!) erheben, erklärt Zoller. Grundsätzlich hat ein Widerspruch aufschiebende Wirkung; das heißt, es passiert erst einmal nichts Negatives.
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Foto(s): Oliver Stratmann/ddp Marcus Brandt/ddp
Ein anderes Rechtsmittel gegen sonstige Maßnahmen der Schule sind im Fall des Streits die sogenannten Fachbeschwerden, die sich meist gegen die Bewertung einzelner Klausuren richten. Beschwerden werden dann an den nächst höheren Vorgesetzten gerichtet. „Beschwerden gegen das persönliche Fehlverhalten von Lehrern nennt man Dienstaufsichtsbeschwerde, von denen es heißt, sie seien formlos, fristlos und fruchtlos“, sagt Zoller. Da sei durchaus etwas dran.
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