Teilzeitarbeit Teilzeitjob bringt zusätzliches Renten-Plus

Rolf Winkel
von Rolf Winkel
25.10.2012
Auf einen Blick

Spätestens wenn ihre Kinder drei Jahre alt werden, nehmen viele Mütter wieder eine Teilzeitbeschäftigung auf. Der Job sollte dann aber sozialversicherungspflichtig sein. Denn nur dann zündet ein kleiner „Renten-Turbo“. Ausschlaggebend dafür sind die „Kinderberücksichtigungszeiten“.

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Als Kinderberücksichtigungszeiten gelten die sieben Jahre zwischen dem dritten und zehnten Geburtstag der Kinder.


Kleinkindjahre: In den ersten drei Lebensjahren Ihres Kindes wird Müttern (und manchmal auch Vätern, siehe unten) pro Jahr ein Entgeltpunkt auf ihrem gesetzlichen Rentenkonto gutgeschrieben. Das bringt derzeit pro Erziehungsjahr in den alten Ländern ein Rentenplus von gut 28 Euro, in den neuen Ländern von knapp 25 Euro.

Kinderberücksichtigungszeit: In den Jahren zwischen dem dritten und zehnten Geburtstag eines Kindes profitieren Eltern mit Job. Verdienen sie weniger als der Durchschnitt der Versicherten, so wird ihr Einkommen für die spätere Rentenberechnung hochgewertet: derzeit maximal auf rund 2.700 Euro im Monat, aber nie um mehr als 50 Prozent. Nehmen wir an, Sie verdienen als Teilzeitangestellte 1.500 Euro brutto im Monat bzw. 18.000 Euro im Jahr. Für Ihre spätere Rente wird dieses Einkommen um die Hälfte – also auf 27.000 Euro – aufgewertet. Das bringt Ihnen bei der monatlichen Rente ein Plus von rund sieben Euro pro Jahr der Erziehung.

Achtung bei Minijobs: Aufgewertet werden nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigungszeiten, nicht jedoch Zeiten einer geringfügigen Beschäftigung, soweit diese nicht rentenversicherungspflichtig ist. Minijobberinnen sollten auch aus diesem Grund auf die Rentenversicherungsfreiheit ihres Jobs verzichten und Rentenbeiträge zahlen. Ab 2013 sollen Minijobs ohnehin in der Regel rentenversicherungspflichtig sein.

25-Jahres-Regelung: Versicherungspflichtige Beschäftigungszeiten zwischen dem dritten und zehnten Geburtstag ihres Kindes, werden nur dann aufgewertet, wenn ein Elternteil 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten nachweisen kann. Dabei zählen auch die Jahre bis zum zehnten Geburtstag eines Kindes voll mit.

Auch Väter können profitieren:
Die Kinderberücksichtigungszeit kann immer nur einem Elternteil zugeordnet werden – in der Regel profitiert die Mutter. Durch eine gemeinsame Erklärung der Eltern können die Zeiten aber auch ganz oder teilweise auf dem Rentenkonto des Vaters eingetragen werden. Das kann sich lohnen, wenn der Vater in den entsprechenden Jahren wenig verdient hat.

Zuschlag auch ohne Job: Eine Sonderregelung gilt für Mütter (aber auch für Väter, wenn diese die Erziehung übernehmen), die zwei oder mehr Kinder unter zehn Jahren gleichzeitig erziehen. Ihnen wird auch ohne Berufstätigkeit in dieser Zeit pro Jahr der Erziehung ein Rentenanspruch in Höhe von einem Drittel Entgeltpunkt gutgeschrieben. Das bringt in den alten Ländern ein monatliches Rentenplus von neun, in den neuen von acht Euro.

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ist unser Spezialist für alles, was mit den Sozialversicherungen und Sozialleistungen  zu tun hat. Er ist gelernter Sozialwissenschafter und schreibt seit 35 Jahren Sozialratgeber, unter anderem die vom DGB-Bundesvorstand herausgegebenen „111 Tipps für Arbeitslose - Arbeitslosengeld I“ und die „111 Tipps zu Arbeitslosengeld II und Sozialgeld“.

Seit 2005 arbeitet er für biallo.de und betreut die Monatszeitschrift "Soziale Sicherheit".

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