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07.04.2016 08:00

Altersgerechtes Wohnen Wer Hilfe braucht, muss nicht ins Heim

von Annette Jäger Autor
Der Umzug ins Pflegeheim ist kein Muss. Wenn Sie sich rechtzeitig kümmern, finden Sie attraktive Alternativen.
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Bei der Suche nach einer geeigneten Pflegeform sollte auch der Hausarzt zu Rate gezogen werden.

Die meisten wollen zu Hause wohnen

Die meisten von uns wünschen sich, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben. Doch in manchen Wohnungen ist das nicht möglich: Die Wohnung ist nicht zentral gelegen, befindet sich in einem oberen Stockwerk ohne Aufzug oder ist nicht barrierefrei. Doch von solchen Umständen sollten Sie sich bei der Überlegung, wie Sie im Alter wohnen wollen, nicht entmutigen lassen. Sind es kleinere Umbaumaßnahmen und Hilfsmittel, die nötig sind – Rampen statt Schwellen, Haltegriffe im Bad, ein Pflegebett, ein Telefon mit großen Tasten, Zeitschaltuhren für Beleuchtung etc. –, kann ein Umbau der Wohnung in Frage kommen. Das ist sogar in einer Mietwohnung nicht ausgeschlossen. Anlaufstellen für derartige Veränderungen sind Wohnberatungsstellen oder Wohnungsämter, die meist in den Kommunen zu finden sind.

Kasse gewährt Zuschüsse zu Umbau

Sowohl die Kranken- als auch die Pflegekasse gewähren Zuschüsse zu einem Umbau, wenn Sie pflegebedürftig sind. Kommt die Krankenkasse als Kostenträger in Frage, muss der behandelnde Arzt die nötigen Hilfsmittel verordnen. Die Pflegekasse gewährt Zuschüsse zu den sogenannten „wohnumfeldverbessernden Maßnahmen“. Pro Maßnahme gibt es maximal 4.000 Euro Zuschuss pro Umbau. Alle nötigen baulichen Veränderungen in der Wohnung, die der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) festlegt, gelten zusammen als eine Maßnahme. Auch viele Städte und Kommunen gewähren unter bestimmten Voraussetzungen Fördermittel. Wenn Sie Interesse haben, erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune oder in den örtlichen Wohnberatungsstellen. Als Finanzierungshilfe kommen landesweite oder kommunale Förderprogramme in Frage, Leistungen des Sozialhilfeträgers (Sozialamt), Leistungen nach dem Bundesversorgungsgesetz (für Kriegsbeschädigte und deren Angehörige) oder auch Stiftungsmittel.

Mein Tipp: Möglicherweise könnte auch eine Haushaltshilfe aus Osteuropa eine Lösung für Sie sein.

Betreutes Wohnen funktioniert für Rüstige

Lässt sich ein Umzug nicht vermeiden, könnte betreutes Wohnen eine Alternative sein. Es wird auch Wohnen mit Service oder Seniorenwohnen genannt. Hier leben Sie eigenständig in Wohnungen in einem Wohnkomplex, können aber bei Bedarf Hilfe in Anspruch nehmen wie Mahlzeiten- oder hauswirtschaftliche Dienste oder ambulante Pflege. Sie bezahlen eine monatliche Miete, plus einen Grundservice sowie die jeweils hinzugebuchten Wahlleistungen. Betreutes Wohnen setzt ein gewisses Maß an Selbstständigkeit voraus, eine langfristige Pflege ist nicht vorgesehen.

Das betreute Wohnen ist kein gesetzlich geschützter Begriff. Jeder darf unter diesem Titel eine beliebige Wohnform anbieten. In manchen Bundesländern gibt es deshalb Qualitätssiegel für betreutes Wohnen. Hier wurden Kriterien erarbeitet, die eine Wohnanlage idealerweise erfüllen sollte. Welche Anlagen das Siegel erhalten haben, erfahren Sie bei den örtlichen Verbraucherzentralen.

Einen Großteil der anfallenden Kosten beim betreuten Wohnen müssen Sie aus eigener Tasche bezahlen. Möglicherweise können Sie über einen Wohnberechtigungsschein (beim örtlichen Wohnungsamt zu beantragen) oder einen Wohngeldzuschuss, eine Wohnung in einer betreuten Anlage erhalten. Manche Dienste (z.B. ambulante Pflege) übernimmt anteilig auch die Pflegekasse oder das Sozialamt.

Senioren-WGs werden immer beliebter

Ein Trend ist nicht mehr aufzuhalten beim Thema Wohnen im Alter: Senioren-Wohngemeinschaften. Die Vorzüge des gemeinschaftlichen Wohnens liegen auf der Hand: Sie bleiben in ihrem bekannten Viertel, Sie unterstützen sich innerhalb der Wohnung gegenseitig und bleiben so aktiver. Sie sind in Gesellschaft, leben mit Mitbewohnern zusammen, die Sie sich selbst ausgesucht haben. Nicht zuletzt ist das WG-Leben preiswerter: Eine Haushaltshilfe oder ein ambulanter Pflegedienst kann gleich alle Bewohner gemeinsam versorgen und die Kosten (Miete, Pflegedienst etc.) sind meist wesentlich niedriger als bei einem Heimaufenthalt.

Allerdings müssen Sie die Gründung einer solchen Wohngemeinschaft lange im Vorfeld planen. Es ist viel Eigeninitiative gefragt und neben geeigneten Mitstreitern müssen Sie ein passendes Objekt finden, das in der Regel einiger baulicher Veränderungen bedarf. Günstige Kredite für solche Projekte gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Weitere Geldgeber können Kommunen, Ministerien, Stiftungen und Banken sein. Aber auch Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Ministerien kommen in Frage. Erkundigen Sie sich zudem nach Städtebauförderprogrammen, Förderungen für den Bau von Altenwohnungen oder zukunftsweisenden Bauvorhaben. Inzwischen gibt es auch viele örtliche Vereine und Initiativen, die als Plattform fungieren und solche Projekte anschieben oder wo Sie auch geeignete Mitstreiter finden können (z.B. www.fgw-ev.de).

Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige

Auch als Pflegebedürftiger kann noch eine Wohngemeinschaften in Frage kommen. Gerade für Demenzkranke setzen sich immer sogenannte ambulante betreute Wohngruppen immer mehr durch. Berlin gilt als Hochburg. Blickt man auf das gesamte Bundesgebiet, sind sie zahlenmäßig aber immer noch eine Randerscheinung.

Bei ambulant betreuten Gruppen verfügt jeder der sechs bis acht Bewohner über ein eigenes Zimmer, zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume. Die Pflege übernimmt ein ambulanter Pflegedienst. Betreuungskräfte und Haushaltshilfen kommen in die Gemeinschaft und unterstützen die Bewohner. Wie viel Hilfeleistung nötig ist, wann sie erbracht wird und von wem, bestimmen die Bewohner und ihre Angehörigen selbst.

Die Pflegekasse gewährt Zuschüsse: Das Pflegegeld oder/und Pflegesachleistungen. Demenzkranke erhalten leicht erhöhte Sätze im Vergleich zu anderen Pflegebedürftigen und können diese Leistung auch bereits ab Pflegestufe 0 (Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz) in Anspruch nehmen. Zudem gibt es ein Betreuungsgeld von 1.248 Euro bis maximal 2.496 Euro im Jahr, je nach Betreuungsbedarf. Dieser Betrag wird unabhängig von einer Pflegestufe gewährt. Außerdem können WG-Bewohner 1.612 Euro im Jahr erhalten für die „Verhinderung der üblichen Pflegeperson“. Zudem gibt es unter bestimmten Umständen einen Wohngruppenzuschlag von 200 Euro monatlich pro WG-Bewohner.

Wenn Sie über eine private Pflegezusatzversicherung verfügen, können Sie auch diese zur Finanzierung verwenden.

Manchmal ist das Heim unumgänglich

Manchmal heißt Wohnen im Alter aber dann doch den Umzug in ein Heim - und das ist nicht die schlechteste Lösung. Auch die Heime gehen inzwischen neue Wege und bieten häufig innerhalb des Komplexes ein Leben in kleinen, stationären Hausgemeinschaften an. In diesen leben zwischen sechs und zwölf pflegebedürftige Menschen in einer Gruppe zusammen. Meist sind mehrere solcher Gruppen in einem Gebäude untergebracht. Die Gruppen sind autonom und bestimmen eigene Regeln der Alltagsgestaltung. Betreut und gepflegt werden sie von Mitarbeitern des Heimes. Günstiger als ein Heim sind solche Wohngemeinschaften nur selten. Miete, Nebenkosten, Haushaltsgeld, eine Betreuungspauschale oder Pflegekosten und ein Nachtdienst ergeben nicht selten dieselbe Summe wie ein vollstationärer Heimplatz.

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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