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11.03.2013 08:00

Hilfe für ältere Menschen Im Ernstfall schnell handeln

von Annette Jäger Autor
Manchmal kann sich ein älterer Mensch von heute auf morgen nicht mehr alleine versorgen. So kann man schnell praktische Hilfe organisieren und finanzieren.
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Die meisten Pflegebedürftigen möchten so lange wie möglich zuhause leben

Pflegeberater

„Versicherte haben einen Rechtsanspruch, sich über ihre Pflegekasse von einem Pflegeberater kostenlos beraten und betreuen zu lassen“, sagt Heike Nordmann, Expertin für Wohnformen im Alter bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dieser soll bei der Organisation, Finanzierung und Abwicklung von Hilfsleistungen beraten. Neben Leistungen aus der Pflegekasse geht es auch um professionelle und ehrenamtliche Hilfsmöglichkeiten vor Ort.
 

Pflegehilfe

Die meisten Pflegebedürftigen möchten so lange wie möglich zuhause leben. Praktische Unterstützung erhält man von ambulanten Pflegediensten. Zuschüsse gibt es von der Pflegekasse je nach Pflegestufe I, II oder III in Höhe von 450 Euro, 1.100 Euro bzw. 1.550 Euro im Monat. Leidet der Patient zusätzlich an Demenz betragen die Zuschüsse 665 Euro in Pflegestufe I und 1.250 Euro in Stufe II, Stufe III bleibt unverändert. Auch schon ab Stufe 0 gibt es 225 Euro für Menschen mit eingeschränkten Alltagskompetenzen, sprich Demenzkranke. Übernehmen Angehörige die Pflege, erhalten sie ein monatliches Pflegegeld von 235 Euro, 440 Euro bzw. 700 Euro, bzw. bei Demenz 305 und 525 Euro in Pflegestufen I und II; in Pflegestufe 0 stehen dem Patienten nur 120 Euro zu. Zunehmend werden auch Haushaltshilfen aus Osteuropa engagiert. Dann kann man ebenso Pflegegeld erhalten. Ist man noch kein Pflegefall und benötigt lediglich Unterstützung, muss man dafür selbst aufkommen. Haushaltshilfen kann man über Wohlfahrtsverbände oder Nachbarschaftshilfen finden. 20 Prozent der Kosten werden von der Steuerschuld abgezogen, maximal 4.000 Euro pro Jahr, die im Steuerbescheid zu berücksichtigen sind.
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WG für Pflegebedürftige

Immer häufiger findet man auch Wohngemeinschaften für Demenzkranke. Auch hierfür gibt es Mittel aus der Pflegekasse. Menschen mit Demenz können neben den Leistungen zur Pflege zusätzlich ein Betreuungsgeld von 1.200 Euro bis maximal 2.400 Euro im Jahr erhalten, unabhängig von einer Pflegestufe und der Art der Unterbringung. Ab 2013 gibt es bei Neugründungen von Wohngruppen einen Zuschuss von 2.500 Euro pro Bewohner, maximal 10.000 Euro pro Wohngruppe.


Senioren-WG

Einen zinsgünstigen Kredit für die Gründung einer Senioren-WG bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an. Beim Kauf oder Bau eines Gebäudes zur Gründung einer WG, in der man selbst leben wird, kann man von einem zinsgünstigen KfW-Wohnungseigentumskredit profitieren.


Umbau

„Viele Ältere denken daran, wie sie ihre Immobilie energetisch sinnvoll umrüsten können. An die Barrierefreiheit der eigenen Wohnung denken sie aber nicht“, so Heike Nordmann. Einige Kommunen vergeben Fördergelder für solche Maßnahmen. Nachfragen lohne sich bei den örtlichen Wohnungsämtern, rät die Expertin. Ist man erst mal ein Pflegefall, gewährt die Pflegekasse maximal 2.557 Euro Zuschuss pro Umbaumaßnahme.

Finanzielle Vorsorge

Als ein Standpfeiler bei der finanziellen Vorsorge für den Ernstfall werden oft Seniorenunfallversicherungen angepriesen. Sie sind meist verknüpft mit Assistanceleistungen, bei denen der Versicherer im Ernstfall Hilfeleistungen im Haushalt organisiert und bestenfalls auch bezahlt. Das kann sinnvoll sein, wenn man alleine lebt. Allerdings haben solche Policen auch ihre Haken: Sie sind nicht wirklich preiswert und wenn man wegen Krankheit Hilfe benötigt, leistet die Police nicht. Eine Pflegetagegeldversicherung ist da sinnvoller. Aber nur, wenn man sie spätestens bis zum 40. Lebensjahr abschließt. Dann kosten Policen ab 18 Euro für einen Mann, bzw. 25 Euro für eine Frau im Monat. Später wird sie sehr teuer.
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