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30.12.2015 09:58

Alterseinkünfte Wie Ruheständler ein Rentenplus bekommen

von Rolf Winkel Autor
Um mehr als vier Prozent sollen die Renten im kommenden Sommer steigen. Doch viele Rentner kommen trotzdem kaum über die Runden. Die Wohngeldreform 2016, Nebenjobs, Untervermietung oder die Grundsicherung im Alter können da zum Beispiel helfen.
Alterseinkünfte Wie Ruheständler ein Rentenplus bekommen
Trotz kräftiger rentenerhöhunh: Nich alle Ruheständler sitzen auf der Sonnenseite

Wohngeld

Anfang 2016 wird das Wohngeld deutlich erhöht. Für hunderttausende Rentner lohnt sich nun ein Wohngeldantrag. Ein Beispiel aus Berlin: Ein Ehepaar erhält dort zusammen Renten von 1.400 Euro brutto im Monat. Die Kaltmiete beträgt 550 Euro. Das Paar könnte ab Januar 2016 zusätzlich 47 Euro Wohngeld im Monat bekommen. In Städten wie Köln, Düsseldorf, Hamburg oder München wäre für sie sogar noch mehr drin.

Grundsicherung

Mehr als eine halbe Million Altersrentner erhalten bereits heute – zusätzlich zur Rente – die Grundsicherung im Alter. Noch mal so viele hätten eigentlich Anspruch darauf, nutzen ihn aber nicht, schätzen Experten. Durch die Grundsicherung stockt das Sozialamt niedrige Renten auf. Die Ämter rechnen dabei 2016 so: Alleinstehende haben Anspruch auf Wohn- und Heizkosten und zusätzlich 404 Euro für die Lebenshaltung im Monat. Bei einem Ehepaar sind es zusätzlich 728 Euro. Zahlt das Paar beispielsweise 500 Euro Warmmiete, so besteht insgesamt ein Grundsicherungs-Anspruch von 1.228 Euro. Rentenbezüge mindern den Anspruch entsprechend. Bezieht das Ehepaar also insgesamt Renten von 1.100 Euro, so gibt es zusätzlich 128 Euro Grundsicherung. Bei einer Schwerbehinderung und bestimmten Krankheiten kann es auch mehr sein. Wer ehrenamtlich tätig ist, kann übrigens – ohne Kürzung der Grundsicherung – eine Aufwandsentschädigung von bis zu 200 Euro im Monat erhalten.
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Nebenjob

Schon heute üben mehr als 800.000 Rentner einen Minijob aus. Der Verdienst wird zwar beim Wohngeld und der Grundsicherung angerechnet, nicht jedoch bei der Altersrente. Wer im regulären Rentenalter ist, darf unbegrenzt zur Rente hinzuverdienen. Für Frührentner sind – ohne Rentenkürzung – 450 Euro im Monat erlaubt.

Untervermietung

Gerade Senioren bewohnen oft Wohnungen oder Häuser, die nach dem Auszug der Kinder oder Ableben des Partners schlicht überdimensioniert sind. Warum also nicht ein oder mehrere Zimmer untervermieten? Gerade in Universitätsstädten besteht großer Bedarf. Ein Anruf beim Studentenwerk kann sich lohnen. Zukunft hat auch die Variante „Wohnraum gegen Hilfe“. Da helfen Jüngere im Haushalt oder Garten und wohnen dafür mietfrei. Übrigens: Vermieter dürfen eine Untervermietung in der Regel nicht ablehnen.
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Vergünstigungen nutzen

Vorteile für Ältere gewährt beispielsweise die Bahn. So kostet ab 60 Jahren die „BahnCard 25“ statt 62 nur 41 Euro und die „BahnCard 50“ statt 255 nur 127 Euro (jeweils 2. Klasse). Nachfragen lohnt sich auch bei Kinos, Theatern, Schwimmbädern und Museen. Teilweise gibt es Vergünstigungen nur für Schwerbehinderte. Bei gesundheitlichen Handicaps lohnt sich deshalb auch für Senioren ein Antrag auf die Schwerbehinderten-Anerkennung.

Versicherungen checken

Versicherungsverträge gehören im Alter auf den Prüfstand. Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherungen sind für Senioren meist unnötig. Auch eine Sterbegeldversicherung braucht man nicht. Besser sollte man monatlich einen kleinen Betrag für seine Beerdigung zurücklegen. Viele Senioren besitzen einen Hund. Die dazugehörige Tierhalterhaftpflichtversicherung kann für Ältere sogar billiger werden. So ist etwa der Schutz für Hundehalter ab 65 Jahre bei der besonders günstigen Bavaria Direkt mit 40,02 Euro pro Jahr um satte 23 Euro günstiger zu haben als für 30-Jährige. Auch bei Haftpflichtversicherungen bieten viele Gesellschaften günstigere Seniorentarife an. Fragen Sie danach!
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