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26.09.2016 13:17

Wohngeldreform 2016 Weniger Miete für Hunderttausende

von Rolf Winkel Autor
Nach der jüngsten Wohngeldreform lohnt sich weit häufiger als viele Mieter denken ein Antrag auf Wohngeld bzw. für Eigentümer ein Antrag auf den so genannten Lastenzuschuss.
Wohngeldreform 2016 Weniger Miete für Hunderttausende.
Viele Haushalte in Deutschland werden ab 2016 erstmals Wohngeld erhalten
Insgesamt profitieren rund 870.000 Haushalte von den erhöhten Zuwendungen. Für einen anspruchsberechtigten Zwei-Personen-Haushalt ist das Wohngeld laut Bundesbauministerin Barbara Hendricks von durchschnittlich 115 auf 186 Euro monatlich gestiegen. So kommen Sie zur billigeren Miete:

Rechtsanspruch

Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur monatlichen Miete oder der Belastung für ein selbst bewohntes Eigenheim. Es wird bei Bedürftigkeit zumeist für einen Zeitraum von zwölf Monaten bewilligt und kann dann immer wieder erneut beantragt und somit zeitlich unbegrenzt gezahlt werden.

Regeln: Ob und wie viel einem Antragsteller zusteht, hängt ab von
  • der Größe des Haushalts,
  • dem Mietniveau am Wohnort,
  • und dem Haushaltseinkommen.

Beispiel Rentner: Hans S. aus Köln lebt allein in einer Zwei-Zimmer-Wohnung, für die er 500 Euro Kaltmiete im Monat zahlt. Als Rente erhält er 1.030 Euro brutto. Seit Anfang 2016 stehen ihm monatlich 66 Euro Wohngeld zu. Bislang ging er leer aus.

Beispiel Arbeitnehmer: Ernst M. verdient als Einzelhandelskaufmann in Berlin monatlich 2.700 Euro brutto. Dazu bekommt er für seine drei Töchter Kindergeld. Dieses wird jedoch beim Wohngeld-Antrag nicht berücksichtigt. Seine Ehefrau ist nicht erwerbstätig. Bei einer Kaltmiete von 750 Euro steht der fünfköpfigen Berliner Familie 270 Euro Wohngeld pro Monat zu. Früher waren es nur 106 Euro – ein Plus von 164 Euro.

Ein Antrag auf Wohngeld kann sich für Familien mit drei Kindern bis zu einem Einkommen von 3.590 Euro brutto im Monat lohnen. Bei zwei Kindern lohnt es sich unter Umständen bis zu einem Bruttoeinkommen von 3.170 Euro monatlich. Diese Werte gelten für Regionen mit sehr hohen Mieten – etwa für München oder Stuttgart. In ländlichen Regionen sind die Grenzen niedriger.
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Foto(s): ddp-direkt

Werbungskosten

Wer (etwa wegen eines weiten Arbeitsweges) hohe Werbungskosten hat, für den kann sich der Wohngeldantrag auch noch bei höheren Einkommen auszahlen. Wichtig: Auch steuerlich anerkannte Kinderbetreuungskosten (etwa Kindergartengebühren) mindern das beim Wohngeld anrechenbare Einkommen.

Plus in Hamburg, Düsseldorf, Köln und anderswo

Besonders profitieren künftig Mieter in mehreren Großstädten. Hier wirkt sich die ebenfalls zum 1. Januar 2016 erfolgte Einordung in (höhere) Mietenstufen aus, durch die höheren Mieten als förderungsfähig gelten. So "rutschen" Hamburg, Düsseldorf, Freiburg, Köln und Mainz nun von Mietenstufe V in die höchste Stufe VI. In diesen Städten haben nun sehr viele Mieter erstmals einen Anspruch auf Wohngeld.

Niedrige Hürden

Die Ämter prüfen nicht, ob etwa ein Auto oder die Größe und Ausstattung der Wohnung eines Antragstellers angemessen sind. Auch nach Ersparnissen und Vermögen wird in den – regional unterschiedlichen – Wohngeldanträgen in der Regel nicht gefragt. Ebenso muss niemand seine Ersparnisse oder Rücklagen fürs Alter offenlegen. „Erhebliches Vermögen“ steht allerdings – so die Wohngeldbroschüre des Bundesbauministeriums – einem Wohngeldanspruch entgegen.

 

Biallo-Tipp: Auf dieser Internetseite können Sie sich Ihren Wohngeldanspruch  genau ausrechnen: www.biallo.de/wohngeld-rechner

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