Sparpläne von Wohnungsgenossenschaften Bis zu vier Prozent Rendite

Sparpläne von Wohnungsgenossenschaften Bis zu vier Prozent Rendite

Max Geißler
von Max Geißler
09.05.2015
Auf einen Blick

Rendite zum Wohlfühlen: Ein Sparplan bei einer Wohnungsgenossenschaft bringt solide Zinsen und dient außerdem einem guten Zweck.

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Ein Sparplan ist ein probates Mittel für den sicheren Kapitalaufbau. Weil Banken immer weniger Zinsen zahlen, lohnt der Blick auf Alternativen. Vielversprechende Angebote kommen von Wohnungsgenossenschaften. Bis zu zwei Prozent Rendite sind aktuell drin. Allerdings machen nur wenige der über 1.800 Wohnungsgenossenschaften in Deutschland Sparangebote. Vielen genügen die Mieteinnahmen ihrer Mitglieder, um neue Wohnungen zu bauen oder Investitionen zu tätigen.

Positiv: Die Spargelder fließen nicht wie bei vielen Banken zur Spekulation an den Kapitalmarkt. Vielmehr errichten und erhalten Wohnungsgenossenschaften dringend benötigten, bezahlbaren Wohnraum. Zudem fließt ein Gutteil der Investitionen in die ökologische oder altersgerechte Modernisierung des Wohnungsbestandes.

Sparplan mit Laufzeiten bis zu 20 Jahren

Wohnungsgenossenschaften bieten Sparpläne mit sehr unterschiedlichen Laufzeiten an. Einige machen kurzlaufende Angebote mit maximal sechs oder sieben Jahren, andere ermöglichen Sparzeiten bis zu 20 Jahren. Die Laufzeit richtet sich nach dem jeweiligen Sparziel: Vorsorgesparer werden eher lange Laufzeiten wählen, für den mittelfristigen Kapitalaufbau empfehlen sich Sparpläne mittlerer Laufzeit.

Sparplan mit Grundzins und Boni-Prozenten

Wohnungsgenossenschaften offerieren Sparpläne mit festen Zinsen und mit variablen Zinsen. Zudem zahlen alle Sparpläne Boni, die in der Regel mit der Laufzeit ansteigen. Ein attraktives Angebot bei langer Laufzeit kommt von der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft. Die Sachsen zahlen einen Grundzins von 1,0 Prozent für alle Laufzeiten und spendieren Zinsboni, die mit der Laufzeit ansteigen.Läuft der Sparplan 15 Jahre, beträgt die Gesamtrendite 1,8 Prozent; läuft er 20 Jahre, klettert die Rendite auf 1,9 Prozent. Möglich sind bereits kleine Sparraten ab zehn Euro. Wenn Sie zwanzig Jahre lang monatlich 100 Euro investieren, ernten Sie am Ende einen Ertag 29.151 Euro. Das heißt, Zinsen plus Boni erzeugen einen Gewinn von über 5.000 Euro.

Zum Vergleich:

Wie der Biallo-Sparplanvergleich zeigt, erreicht der derzeit bestverzinste Bank-Sparplan der VTB Bank bei zehnjähriger Laufzeit aktuell eine Rendite von 2,1 Prozent.

Topverzinster Sparplan bei langer Laufzeit

Der Sparplan der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 überzeugt ebenfall bei langer Laufzeit. Bei zwanzigjähriger Einzahlung von monatlich 100 Euro erzielt das Renditesparen mit einem variablen Basiszins von derzeit 0,5 Prozent eine Rendite von 1,62 Prozent. Dank Boniprämien von bis zu 25 Prozent erzielen Anleger über 4.000 Euro Zinsgewinn.  Aber Achtung: Bleiben Sie 25 Jahre am Ball, sinkt die Rendite auf 1,56 Prozent. Schuld daran sind die gleichbleibenden Bonuszinsen, die ab dem 15. Sparjahr nicht mehr ansteigen.

Zum Vergleich:

Der beste alternative Bank-Sparplan, der Sparplan der Umwelt Bank, erreicht derzeit eine Zwanzigjahresrendite von 1,91 Prozent.

Voraussetzung für die Sparplan-Eröffnung

Um bei einer Wohnungsgenossenschaft Geld anlegen zu können, müssen Sie Mitglied der Genossenschaft werden. Für den Erwerb der Pflichtanteile benötigen Sie zwischen 150 bis 300 Euro. Vereinzelt verlangen Wohnungsgenossenschaften auch eine Aufnahmegebühr, meist zwischen 20 und 50 Euro. Bundesweit zugänglich sind allerdings die wenigsten Sparangebote, häufig stehen Sparpläne und Einmalanlagen nur den Einwohnern in der jeweiligen Region offen.

Positiv: Der Kauf der Pflichtanteile ist kein verlorenes Kapital, im Gegenteil: Die Wohnungsgenossenschaften vergüten ihre Beteiligungen mit Dividendenzahlungen. Zuletzt lagen die Renditen zwischen zwei und drei Prozent, vor Beginn der Niedrigzinsphase waren es bis zu sieben Prozent. Beim Ausscheiden aus der Wohnungsgenossenschaft kann man die Anteile zurückgeben und erhält den Einsatz zurück. Lediglich die Aufnahmegebühr – sofern gezahlt – ist verloren.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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