Steigen jetzt die Sparzinsen?

EZB kauft weniger Anleihen Steigen jetzt die Sparzinsen?

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
07.10.2016
Auf einen Blick

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält seit Monaten das Zinsniveau niedrig. Jetzt drosseln die Währungshüter ihr Anleihenkaufprogramm – zum Wohl der deutschen Sparer?

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Aus Sicht etlicher Sparer kamen in den vergangenen Jahren aus Frankfurt meist schlechte Nachrichten: Die dort ansässige Europäische Zentralbank (EZB) hatte immer wieder den Leitzins gesenkt und schließlich zu einem radikaleren Mittel gegriffen. Monat für Monat kauft die EZB seit März 2015 europäische Staats- und Unternehmensanleihen in Milliardenhöhe auf. Negative Folge für deutsche Sparer: Magerzinsen auf weiter Flur.


Was macht die EZB?

Eine Meldung macht Sparer hellhörig und weckt zugleich die Hoffnung auf eine Normalisierung der Sparzinsen, etwa für Festgeld oder Tagesgeld. Demzufolge hat die EZB jüngst ihr Anleihenkaufprogramm, im Bankerjargon auch Quantitative Easing genannt, jüngst heruntergefahren. In der der Woche bis zum 30. September kaufte die Notenbank öffentliche Schuldtitel in einer Größenordnung von 11,55 Milliarden Euro. In der Vorwoche waren es noch 15,41 Milliarden Euro. Insgesamt beläuft sich damit das Volumen des Programms auf mehr als eine Billion Euro. Oder anders ausgedrückt: Eine Million mal eine Million – eine eins mit zwölf Nullen. Das EZB-Programm ist zunächst bis März 2017 angelegt, bis dahin soll ein Volumen von 1,74 Billionen Euro erreicht sein.

Wie ist die jüngste EZB-Drosselung einzustufen?

Das ist die Gretchenfrage. „Die vermeintliche Drosselung beruht eher auf temporären Schwankungen im Ankaufprogramm", sagt Ulf Krauss, stellvertretender Abteilungsdirektor für Rentenmarkstrategie bei der Landesbank Hessen-Thüringen. Am Gesamtvolumen von monatlich 80 Milliarden Euro seien keine Änderungen geplant. Diesbezügliche Gerüchte habe die Bundesbank umgehend dementiert. Bis März 2017 ist damit wohl mit keiner Entspannung der Zinsen zu rechnen. Aber was ist danach? Auch hier halten sich die Experten zurück: „Wir rechnen mit einer Verlängerung des Anleiheankaufprogramms über den März 2017 hinaus“, so Krauss.

Experte rechnet mit steigenden Anleiherenditen

Auf die Aussichten für konservative Sparer angesprochen sieht Krauss ein geteiltes Bild: „Bei Festgeld und Tagesgeld dürfte sich, so lange die EZB den Einlagenzins bei minus 0,4 Prozent hält, kaum etwas ändern. Wahrscheinlich werden aber die Anleiherenditen ansteigen.“

Tipp: Wer auf mittelfristig steigende Anleiherenditen setzt, findet bei Biallo unter Rentenfonds Europa eine Auswahl an europäischen Fonds, die am Anleihemarkt tätig sind. Für Sparer gilt ansonsten: auf Sicht fahren, etwa mit Tagesgeld.
 

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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