So vermeiden Sie Negativzinsen

Wenn das Ersparte Zinsen kostet So vermeiden Sie Negativzinsen

Max Geißler
von Max Geißler
23.05.2016
Auf einen Blick

Die Renditen schwinden, vereinzelt finden sich bereits Minuszinsen. Wie kommt das? Was bestimmt die Höhe der Zinsen?

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Zwei Arten von Zinsen

Finanzexperten unterscheiden zwischen Zinsen auf Geldkapital und Zinsen auf Sachkapital. Ein Zins für Sachkapital ist zum Beispiel der Mietzins. Die Miete ist das Entgelt, das Sie an den Eigentümer der Immobilie für die Überlassung der Wohnung bezahlen. Ähnlich verhält es sich, wenn Sie sich einen Mietwagen oder ein Ruderboot für den Sonntagsausflug leihen.

Interessant für Anleger und Kreditnehmer sind die Zinsen, die man für angelegtes Geld bekommt bzw. für geliehenes Geld zahlen muss. Legen Sie Ihr Kapital auf ein Girokonto oder als Tagesgeld, Festgeld bzw. auf einem Sparbuch an, erhalten Sie normalerweise Zinsen. Borgen Sie sich Geld bei der Bank, zahlen Sie Kreditzinsen. Zinsen erfüllen also verschiedene Zwecke: Sie sind Lohn für bereitgestelltes Geld oder Kosten für geliehenes Geld.
 

Was bestimmt den Zinssatz?

Grundsätzlich gilt: Die Zinsen schwanken. Mal bekommen Sie mehr Zinsen für Ihr Erspartes, mal weniger. Mal kosten Ratenkredite mehr, mal weniger. Verantwortlich für die Schwankungen sind Angebot und Nachfrage. Steigt zum Beispiel die Kreditnachfrage, dann verknappt sich das Geld und es wird teurer. Umgekehrt gilt: Werden nicht genügend Kredite nachgefragt, sinken die Zinsen und das Geld wird billiger.

Entscheidenden Einfluss auf den Zins hat die Europäische Zentralbank. Mittels verschiedener Finanzinstrumente steuern die Zentralbanker das Zinsniveau, um ihre volkswirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Vorrangige Ziele sind Preisstabilität und ein gesundes Maß an Wirtschaftswachstum. Zugleich beeinflusst die Inflation die Zinsen. Steigen die Preise über ein gewünschtes bzw. vertretbares Maß hinaus, versuchen die Notenbanker die Geldentwertung mittels Geldverknappung bzw. -verteuerung zu verlangsamen. In Europa kann davon aber zurzeit keine Rede sein. Von der gewünschten Inflationsrate von zwei Prozent sind wir meilenweit entfernt. Da die Wirtschaft derzeit nur mäßig wächst und die Inflationsrate sehr gering ist, versucht die EZB mittels niedrigem Leitzins und immer billigerem Geld das Wachstum anzuregen. Folge: Das Geldangebot ist riesig, der Preis (Zins) für Geld sinkt immer weiter. Wenn Banken Geld bei der EZB anlegen wollen, zahlen sie inzwischen Minuszinsen.
 

Warum kann die Bank Zinsen zahlen?

Im Normalfall zahlen Banken für angelegtes Geld Zinsen. Wie geht das? Ganz einfach: Die Bank verleiht das angelegte Geld als Kredit weiter und kassiert dafür Zinsen. Kreditnehmer sind zum Beispiel Verbraucher, die Ratenkredite aufnehmen, oder Unternehmer, die einen Investitionskredit abschließen. Da der Kreditzins höher ist als der Anlagezins, kann die Bank einen Teil der vereinnahmten Zinsen als Sparzins an die Anleger auszahlen, den Rest behält sie als Lohn für die eigenen Mühen ein.
 

Wie entsteht der Zinseszinseffekt?

Ist Ihr Geld längerfristig bei der Bank angelegt, verzinst sich nicht nur die Kapitaleinlage, sondern auch die Zinsen. Durch die Verzinsung der Zinsen entsteht der sogenannte Zinseszinseffekt, der das Ersparte immer schneller wachsen lässt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Bank signifikante Zinsen zahlt. Bei einer Verzinsung nahe null, tendiert auch der Zinseszinseffekt gegen null. Für Sie als Sparer ist es von Vorteil, wenn die Zinsen so oft wie möglich ausgezahlt werden. Erhalten Sie monatlich oder quartalsweise Zinsen, verstärkt sich der Zinseszinseffekt. Welche Bank ausgeschüttete Zinsen wieder verzinst, erfahren Sie in diesem Artikel: Welche Bank legt den Ertrag wieder an?
 

  • Mein Tipp: Damit Sie möglichst viel Ertrag einstreichen, sollten Sie vor der Geldanlage die Zinsen gut vergleichen. Unser Tagesgeld-Vergleich zeigt zum Beispiel, dass Sie aktuell bis zu 1,30 Prozent Zinsen für kurzfristig verfügbare Einlagen einstreichen können, unser Festgeld Vergleich offenbart, dass längerfristig bis zu zwei Prozent Guthabenzinsen möglich sind.
3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
58,33
1,00%
2.
57,57
0,75%
3.
49,22
1,10%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 9 Monate
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Max Geißler
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Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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