Niederländische Direktbanken Bunte Tulpen und hohe Zinsen

Niederländische Direktbanken Bunte Tulpen und gute Zinsen

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann Kevin Schwarzinger
10.10.2016
Auf einen Blick

Niederländische Direktbanken zählen seit längerem zu den Topanbietern bei Tagesgeld am deutschen Markt. Manche bieten auch interessante Produktvarianten.

Artikelbewertung
Schrift

„Unser Erfolg geht auf Ihr Konto“ – mit diesen Zeilen bedankte sich die niederländische Direktbank Rabodirect anlässlich ihres ersten Geburtstags auf dem deutschen Markt bei ihren deutschen Kunden. Auch in ihrem jetztigen "Lebensjahr" handelt die Bank zwar noch immer nach diesem Motto und zahlt noch überdurchschnittliche Zinsen, doch ist sie im Ranking ziemlich weit nach unten gerutscht.
 

Die beste niederländische Bank in unserem Tagesgeld-Gesamtranking ist Moneyou, die Tochter der ABN Amro Bank. In den Niederlanden wurde Moneyou bereits 2001 gegründet. In Deutschland vertreten sind die Niederländer seit Juli 2011 – und seither meist auf vorderen Plätzen bei Tagesgeld und Festgeld vertreten. Inzwischen hat das Institut hierzulande bereits rund 250.000 Kunden gewonnen, die ein oder mehrere Tagesgeld-Konten führen.

Das Tagesgeld-Konto dient auch als Verrechnungskonto für eine Festgeldanlage. „Knapp 30 Prozent unserer Kunden besitzen auch Festgeldkonten“, sagt Lisbeth Rigter, Geschäftsleiterin von Moneyou Deutschland. Auch im allgemeinen Niedrigzinsumfeld habe sich die Bank „dauerhaft attraktive Zinsen zum Ziel gesetzt“. Aktuell bietet sie auf Tagesgeld  0,5 Prozent - bei vierteljährlicher Zinszahlung.

Das Angebot gilt für Neu- und Bestandskunden. Es wird keine Mindesteinlage vorausgesetzt, maximal dürfen eine Million Euro pro Kunde angelegt werden. Auch beim Sechs-Monats-Festgeld kann Moneyou derzeit mit einem Satz von 0,6 Prozent punkten. Beim Ein-Jahres-Festgeld sind es 0,65 Prozent. Bei beiden Festgeldprodukten liegt die Mindestanlagesumme bei 500 Euro.


Rabodirect: Inzwischen gut eine viertel Million Kunden

Sie erhalten für den Kontozugang einen Digipass, abgepackt in einem Päckchen, das orangene Tulpen zieren. Zum Marktstart zahlte sie noch 2,4 Prozent auf Tagesgeld. Aktuell liegt der Zinssatz bei noch überdurchschnittlichen 0,5 Prozent bei monatlicher Zinsgutschrift. Bei Einlagen zwischen 500.000 Euro und einer Million beträgt der Zins 0,25 Prozent. Neben dem Tagesgeld gibt es auch zwei Sondervarianten mit Kündigungsfristen von 30 und 90 Tagen, die eine Art Zwitter zwischen Tagesgeld und Festgeld darstellen.

Denn die Gelder haben keine feste Laufzeit, sondern können jederzeit mit einer Frist von 30 oder 90 Tagen gekündigt werden. „Bei RaboSpar 30 und RaboSpar 90 garantieren wir, dass diese Anlagen immer 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte über dem Zinssatz des Tagesgelds liegen. Das bietet so keine andere Bank“, sagt Sabine Reinert, Marketingleiterin bei RaboDirect Deutschland. Die Summe der Kundeneinlagen bei RaboDirect beläuft sich derzeit auf 7,5 Milliarden Euro.

Rabodirect: Inzwischen gut eine viertel Million Kunden

Auf Rang sieben des Gesamtfelds findet sich Rabodirect, die seit 20. Juni 2012 in Deutschland am Start ist – und seither gut eine Viertel Million Kunden gewonnen hat. Sie erhalten für den Kontozugang einen Digipass, abgepackt in einem Päckchen, das orangene Tulpen zieren. Zum Marktstart zahlte sie noch 2,4 Prozent auf Tagesgeld. Aktuell liegt der Zinssatz bei noch überdurchschnittlichen 0,5 Prozent bei monatlicher Zinsgutschrift.

Neben dem Tagesgeld gibt es auch zwei Sondervarianten mit Kündigungsfristen von 30 und 90 Tagen, die eine Art Zwitter zwischen Tagesgeld und Festgeld darstellen. Denn die Gelder haben keine feste Laufzeit, sondern können jederzeit mit einer Frist von 30 oder 90 Tagen gekündigt werden. "Bei RaboSpar 30 und RaboSpar 90 garantieren wir, dass diese Anlagen immer 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte über dem Zinssatz des Tagesgelds liegen. Das bietet so keine andere Bank", sagt Sabine Reinert, Marketingleiterin bei RaboDirect Deutschland.

Daneben wird auch Festgeld ab einer Mindestanlagesumme von 500 Euro mit Laufzeiten von einem bis zu zehn Jahren angeboten. Aber erst wer sich mindestens neun Jahre festlegen möchte, erhält bei Festgeld aktuell mehr als den hauseigenen Zins auf Tagesgeld, nämlich 0,70 Prozent. Auf zehn Jahre gibt es 1,05 Prozent. Zum Vergleich: Wer das Produkt RaboSpar 90 wählt, kassiert ebenfalls einen Jahreszins von 0,85 Prozent, bleibt aber deutlich flexibler.


Ebenfalls seit einiger Zeit unter den Top-Anbietern findet sich die Leaseplan Bank. Ihr Tagesgeld verzinst sie aktuell mit 0,75 Prozent. Beim Festgeld bietet sie beispielsweise für die zwölfmonatige Laufzeit 0,9 Prozent.

Geldanlage und Sicherheit

Alle genannten Niederländer sichern die Einlagen ihrer Kunden nur nach den EU-Mindeststandards (100.000 Euro pro Kunde je Bank) ab; bei Gemeinschaftskonten etwa von Eheleuten hat jeder der beiden gemeinsamen Kontoinhaber für sich Anspruch auf den Maximalbetrag. Sicherheitsbewusste Anleger sollten bei diesen Instituten daher auch nicht mehr Geld anlegen.

Ob eine Bank aktuell als solide gilt, kann man auch mit Blick auf ihre Ratings erkennen oder auf Credit Default Spreads (CDS), die laufend nachvollzogen werden können, sofern die Bank als Emittentin von Schuldverschreibungen am Kapitalmarkt aktiv ist. Infos zu den CDS gibt es etwa auf der Website des Deutschen Derivate Verbands. Von den Topanbietern gibt es hier jedoch nur Infos zur Rabobank. Sie weist im internationalen Vergleich derzeit besonders niedrige CDS auf. Die Mutter der Rabodirect war ohne staatliche Hilfen durch die Finanzkrise gekommen.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
100,00
1,00%
2.
90,00
0,90%
3.
85,00
0,85%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate
Ihre Meinung ist uns wichtig
Brigitte Watermann
Brigitte Watermann
Redakteur
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Brigitte Watermann
Brigitte Watermann

Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Drucken
Zur Startseite
Brigitte Watermann
Brigitte Watermann

Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein: