Das müssen Verbraucher zum Brexit wissen

Sparen, Gold, Tourismus Das müssen Verbraucher zum Brexit wissen

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
28.06.2016
Auf einen Blick

Der Brexit macht weiter die Runde. Wie geht es weiter mit Großbritannien? Hier erfahren Sie die direkten Folgen für Sie als Sparer:

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Nicht ein Tag vergeht derzeit, ohne das Wort „Brexit“ zu hören. Selbst bei der Fußball-Europameisterschaft haben es die Engländer sehr wörtlich genommen mit dem Brexit und sind gegen Island ausgeschieden. Doch anders als beim Fußball scheidet England samt den übrigen Staaten des Vereinigten Königreichs erst nach einer Übergangsphase von zwei Jahren aus. Politisch bleiben Unsicherheiten bestehen. Die dringendsten Fragen und Antworten aus Sicht deutscher Verbraucher:

Was, wenn ich bei einer britischen Bank Geld angelegt habe?

Wenn Sie öfter einen Blick auf den Festgeld- und Tagesgeld-Vergleich von Biallo werfen, dann haben Sie vielleicht auch hin und wieder einen britischen Anbieter gefunden. Wer bei einer britischen Bank ein Sparkonto hat, wird sich also nun fragen, was ist damit? Die Antwort des Bankenverbands: Der Sparer würde durch die britische Einlagensicherung derzeit im Insolvenzfall einer Bank maximal 75.000 britische Pfund bekommen. Dabei spiele auch der tagesaktuelle Umrechnungskurs von Pfund in Euro keine Rolle. Bei etlichen britischen Banken liegt die Grenze ohnehin weit darüber – nämlich dann, wenn sie Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken sind.

Tipp: Die Höhe der Einlagensicherung sehen Sie, indem Sie im Biallo-Vergleich über das Ländersymbol, etwa Großbritanniens, fahren.

Was passiert mit meinem Fremdwährungskonto?

Wenn Sie ein Konto in britischem Pfund unterhalten, würden Sie jetzt bei einem Umtausch in Euro relativ schlecht wegkommen. Noch am Abend des Referendums hätten Sie für ein Pfund mehr als 1,31 Euro erhalten. Nicht einmal eine Woche später müssten Sie sich mit 1,20 Euro begnügen. Das sei aber nur eine Momentaufnahme, heißt es beim Bankenverband. Klar ist damit aber auch: Devisenspekulationen sind mit Risiken behaftet.

Was geschieht mit meinen britischen Aktien bzw. Fonds?

In die Glaskugel kann niemand schauen. Klar ist aber auch: Die Aktienmärkte – nicht nur in Großbritannien – haben das Austrittsvotum negativ quittiert. „Davon sollten sich Verbraucher aber nicht verrückt machen lassen. Denn wir raten ohnehin von kurzfristigen Spekulationsgeschäften ab. Vielmehr sollten private Anleger langfristig denken. Um Risiken zu minimieren, bieten sich hier Fonds an oder sogenannte ETFs, die wesentlich günstiger sind“, rät Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern.

Ist jetzt Gold wieder gefragt?

Ja, es zeigt sich ein deutlicher Nachfrageanstieg bei Gold. Nach Bekanntgabe der EU-Abstimmung verteuerte sich der Preis für eine Feinunze (ca. 31,1 Gramm) des Edelmetalls um knapp sechs Prozent. Viele Anleger sahen wohl Gold als „sicheren Hafen“ an, der er aber gar nicht ist. Neben dem bereits zuvor erwähnten Währungsrisiko (Gold wird in US-Dollar gehandelt) kommen weitere Unwägbarkeiten dazu. Der Goldpreis hat sich in den vergangen Jahren eher schwankend entwickelt.

Tipp: Betrachten Sie Gold lediglich als Vermögensversicherung.

Ich plane einen Urlaub in Großbritannien – eine gute Idee?

Wenn Sie nicht gerade ein Fremdwährungskonto mit britischem Pfund führen, profitieren Sie zumindest als Tourist vom bevorstehenden Brexit. Wie weiter oben im Text bereits beschrieben, ist durch die Abwertung des Pfunds der Euro jetzt mehr wert in England, Schottland, Wales und Nordirland. Wenn Sie in nächster Zeit in eines der vier Länder reisen, wird Ihr Aufenthalt günstiger.

Tipp: Noch günstiger wird die Bargeldversorgung mit der richtigen Kreditkarte.
 

Übrigens: Britische Anbieter landen im Biallo-Tagesgeld-Vergleich derzeit ohnehin nicht auf den vorderen Plätzen.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
58,33
1,00%
2.
57,57
0,75%
3.
49,22
1,10%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 9 Monate
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Thomas Brummer
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Thomas Brummer
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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