Tagesgeld der Advanzia Bank 2,5 Prozent Zinsen – wo ist der Haken?

Max Geißler
von Max Geißler
06.05.2013
Auf einen Blick

Klingt märchenhaft: Fast doppelt so hohe Zinsen wie andere Topanbieter und das bei freier Verfügbarkeit. Doch das Angebot hat Schwächen.

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Ab sofort lockt die luxemburgische Advanzia Bank mit dem absoluten Spitzenzins von 2,5 Prozent aufs Tagesgeld. Das Angebot rangiert deutlich über dem Marktdurchschnitt, der laut Biallo Tagesgeldindex derzeit bei 0,73 Prozent liegt. Die Zinsofferte erstaunt, denn Topanbieter zahlen aktuell für Tagesgeld kaum mehr als anderthalb Prozent, etwa Rabo direct und Renault direkt je 1,65 Prozent oder Audi-und VW Bank je 1,6 Prozent. Ist der Umstieg auf ein Tagesgeldkonto bei der Advanzia Bank ein lohnenswertes Geschäft?

Tagesgeld mit Schwachstellen

Nur bedingt. Erstens ist festzustellen, dass es den Topzins nur für neu eröffnete Tagesgeldkonten gibt. Bestandskunden, die bereits Tagesgeld bei der Advanzia Bank angelegt haben, müssen sich mit dem aktuellen Basiszins von 1,51 Prozent zufrieden geben. Zweites Manko ist die kurze Hochzinsphase. Der Spitzenzins von 2,5 Prozent wird nämlich nur vom 29. April bis 26. Juli 2013 gewährt – „im Anschluss an den Aktionszeitraum gilt der jeweils gültige Standardzins“, wie die Bank auf ihrer Website schreibt. Der kurze Aktionszins verschleiert die tatsächlich zu erzielende Jahresrendite. Angenommen der Basiszins bleibt über zwölf Monate stabil, errechnet sich aus drei Monaten Aktionszins und neun Monaten Standardzins eine Jahresrendite von rund 1,75 Prozent.

Dritter Fallstrick ist die für Tagesgeld ungewöhnlich hohe Mindestanlagesumme. Das Luxemburger Geldhaus wirbt zwar damit, dass „Kunden bereits am dem ersten Euro ihre monatliche Zinsgutschrift erhalten“. Doch das stimmt nur bedingt. Erst wenn das Tagesgeldkonto den Mindestbetrag von 5.000 Euro aufweist, verzinst sich der Gesamtbetrag. Wird weniger Geld angelegt oder fällt das Guthaben nach einer Abhebung unter 5.000 Euro, stellt die Bank die Verzinsung ein. Anleger müssen also stets den Kontostand im Blick haben.

Positiv:
Das Tagesgeldkonto ist gebührenfrei. Der Aktionszins unterliegt keinem Mindestanlagezeitraum, Anleger können ohne Einschränkung täglich über ihr Geld verfügen. Die Einlagen sind durch den luxemburgischen Einlagensicherungsfonds AGDL abgesichert. Dieser schützt Kundengelder bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Person zu einhundert Prozent. Mehr sollten Sparer – wie der Fall Zypern zeigt – auch nicht auf einem einzelnen Sparkonto anlegen.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
58,33
1,00%
2.
57,57
0,75%
3.
49,22
1,10%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 9 Monate
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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