Türkische Direktbanken Beim Tagesgeld etwas zurückgefallen

Brigitte Watermann
von Brigitte Watermann
25.03.2015
Auf einen Blick

Direktbanken mit türkischen Wurzeln zählen seit Jahren zu den Top-Tagesgeld-Anbietern in Deutschland. Ein aktueller Marktüberblick.

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Auch wenn aktuell die Auto-Banken der Konkurrenz davon fahren und auch einige niederländische Direktbanken noch etwas weiter vorne im Tagesgeld-Vergleich von biallo.de stehen – Direktbanken mit türkischen Wurzeln zählen zu den Konstanten unter den Hochzinsanbietern. Sie sind meist seit Jahren im heiß umkämpften deutschen Direktbankenmarkt etabliert – und bieten oft seit längerem überdurchschnittliche Einlagenkonditionen.

Insgesamt sind unter den Top-10-Zins-Angeboten für Tagesgeld derzeit vier Banken mit türkischen Wurzeln zu finden. Sie liegen damit über dem aktuellen Biallo-Tagesgeld-Index von 0,37 Prozent, ermittelt aus weit über 100 Angeboten.

Deniz Bank am besten platziert

Den sechsthöchsten Zins im Gesamtklassement bietet aktuell die Deniz Bank. Sie bietet derzeit einen Tagesgeldzins von 1,0 Prozent bei jährlicher Zinsgutschrift.

Bei der Deniz Bank mit Sitz in Wien kann man man unter anderem ein Online-Tagesgeld- und ein Online-Festgeldkonto eröffnen, es sind außerdem Banksparpläne ab fünf Jahren Laufzeit im Angebot. Die Bank bietet außerdem ein zuletzt immer weiter ausgeweitetes Netz an Filialen an. In Österreich ist sie inzwischen mit 26 Filialen vertreten, in Deutschland an 16 Standorten. Mitte 2014 betreute sie gut 155.000 Kunden. Die Mindesteinlage bei Tages- und Festgeld beträgt 1.000 Euro. Beim Tagesgeld dürfen maximal 500.000 Euro, beim Festgeld maximal eine Million Euro angelegt werden.

Interessant sind auch die Festgeldkonditionen: Auf drei Monate gibt es 1,1, auf sechs Monate 1,2 und auf zwölf Monate 1,4 Prozent. Die Angebote auf drei und sechs Monate bieten derzeit den zweithöchsten Zins am deutschen Marktt; der Satz für zwölf Monate zählt zu den Top-Fünf-Konditionen. Übrigens: Die Denizbank gehört über ihre Mutter mittelbar zur russischen Sberbank-Gruppe.

Vakifbank ebenfalls mit interessantem Festgeldangebot

Ebenfalls einen Zins von derzeit 1,0 Prozent auf Tagesgeld, allerdings mit einschränkenden Bedingungen, bietet auch die Vakifbank. Sie hat ihren Sitz ebenfalls in Wien, wo sie auch mehrere Filialen betreibt. In Deutschland ist sie in Köln und Frankfurt präsent. Aufgepasst: Beim Tagesgeld müssen Kunden mindestens 5.000 Euro mitbringen; maximal dürfen 50.000 Euro angelegt werden. Das Zwölf-Monats-Festgeld mit derzeit 1,4 Prozent und das Sechs-Monats-Geld mit 1,2 Prozent zählen ebenfalls zu den Top-Angeboten dieser Laufzeit. Bei Laufzeiten von 24 und 26 Monaten bietet die Konkurrentin Denizbank um 0,5 Prozentpunkte höhere Sätze.

Abgesichert sind bei beiden Anbietern jeweils 100.000 Euro pro Kunde und Bank; es greift die österreichische Einlagensicherung. Beide Häuser sind schon seit etlichen Jahren am deutschen Markt aktiv.

Akbank mit 0,8 Prozent auf Tagesgeld

Den aktuell neuntbesten Zins im gesamten Biallo-Tagesgeld-Vergleich offeriert die Akbank AG mit Sitz in Frankfurt. Sie bietet derzeit 0,8 Prozent auf ihrem Online-Tagesgeldkonto – aber das bei voller deutscher Einlagensicherung. Da die Bank Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken ist, sind Kundeneinlagen nach ihren Angaben bis zu einer Höhe von 68,4 Millionen Euro je Anleger abgesichert. Ihr Vorläuferinstitut ist bereits seit Ende der 1990er Jahre in Deutschland am Markt. Der Geschäftsschwerpunkt der Bank liegt eigenen Angaben nach zwar auf dem Firmenkundengeschäft; Privatkunden bietet sie insbesondere das AK-Online-Tagesgeld mit jährlicher oder vierteljährlicher Zinsgutschrift. Daneben gibt es bei der Akbank Festgeld ab einer Mindesteinlage von 2.000 Euro, maximal dürfen 250.000 Euro investiert werden. Diese Höchstgrenze gilt auch fürs Online-Tagesgeld. Auf einjähriges Festgeld zahlt die Akbank aktuell 1,0 Prozent Zinsen, bei kürzeren Laufzeiten sind es 0,7 Prozent. Aktuell gibt es bessere Angebote am Markt.

Ebenfalls 0,8 Prozent auf tägliche fällige Einlagen zahlt derzeit auch die GarantiBank in Deutschland, eine Niederlassung der niederländischen GarantiBank International, die wiederum eine Tochter der GarantiBank Türkei ist. Ihr Tagesgeldprodukt trägt den Namen "Kleeblatt Sparkonto" und setzt keine Mindestanlage voraus; Zinsen werden jährlich gut geschrieben. Im Festgeldbereich liegt die Mindesteinlage bei 2600 Euro. Für 12-Monats-Festgeld gibt es 1,05 Prozent, für drei Monate 0,8 Prozent, für sechs Monate 0,9 Prozent und auf neun Monate 0,95 Prozent. Da bieten insbesondere die Denizbank und die Vakifbank mehr.

Drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland

Für Banken mit türkischen Wurzeln ist der deutsche Markt natürlich nicht nur wegen seiner schieren Größe und der typischerweise hohen Sparquote attraktiv: Etwa drei Millionen Menschen in Deutschland haben einen türkischstämmigen Hintergrund – so viele wie in keinem anderen Land in Westeuropa. Außerdem gibt es in Deutschland nach Angaben der Ziraatbank bereits rund 80.000 türkischstämmige Unternehmen mit etwa 400.000 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von geschätzt etwa 40 Milliarden Euro. Außerdem sind einige tausend deutsche Unternehmen bzw. türkische Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in der Türkei wirtschaftlich aktiv. Türkische Unternehmen sind also in Deutschland bereits zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden – und Anknüpfungspunkte für deutsch-türkische Bankgeschäfte gibt es sowohl für Geschäfts-, als auch für Privatkunden mit Türkeibezug dementsprechend viele. Daneben richten sich die Direktbanken mit türkischen Wurzeln natürlich an alle Kunden ohne Einschränkungen.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
58,33
1,00%
2.
57,57
0,75%
3.
49,22
1,10%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 9 Monate
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Für meine Leser bin ich stets auf der Suche nach neuen Angebots- und Konditionen-Trends bei Direkt- und Filialbanken. Denn mein Ziel ist es, dass Anleger wohl durchdachte Entscheidungen treffen können, welchen Anbietern sie ihr Vertrauen schenken. Außerdem schreibe ich seit vielen Jahren zu den Themen Vermögensaufbau und Altersvorsorge, aber auch Anlegerschutzrecht und Steuern. Private Geldanleger und ihre Bedürfnisse stehen dabei für mich immer im Fokus.  

In München und Washington, D.C., habe ich Diplom-Journalistik und Diplom-Volkswirtschaftslehre studiert, außerdem meine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolviert. Nach meinem Berufseinstieg als Redakteurin beim Anlegermagazin Börse Online arbeitete ich von 1998 bis 2000 als Investor Relations Managerin bei der HypoVereinsbank. 2000 kehrte ich als Ressortleiterin zu Börse Online zurück und verantwortete dort bis 2009 die Bereiche “Geld und Vorsorge” sowie die Portrait- und Interviewstrecke “Börsianer und Anleger”. In dieser Zeit habe ich mehrere renommierte Journalistenpreise gewonnen.  

Seit 2009 schreibe ich für biallo.de, aber auch für Capital, Euro am Sonntag, Euro und weiterhin für Börse Online sowie für andere bekannte überregionale Wirtschaftsmedien. Gemeinsam mit früheren Börse Online-Kollegen betreibe ich den börsentäglichen Blog finanzjournalisten.blogspot.com. Daneben bin ich als Referentin für Wirtschaftsjournalismus an der Deutschen Journalistenschule München sowie als Moderatorin von Podiumsdiskussionen tätig.

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