Vermögensaufbau Erfolgreich in vier Schritten

Max Geißler
von Max Geißler
23.11.2016
Auf einen Blick

Finanzielle Sicherheit erfordert planvolles Handeln. Neben dem Vermögensaufbau spielen die Absicherung von Arbeitskraft und Einkommen eine wichtige Rolle.

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Immer neue Reformen sorgen dafür, dass die gesetzliche Rente bis 2030 von derzeit bestenfalls 60 Prozent des letzten Nettoeinkommens auf 43 Prozent sinkt. Das ist alarmierend, denn die Rentenlücke bei durchgehender Erwerbstätigkeit liegt bereits heute bei 650 Euro im Monat – so eine Studie der Ruhr-Universität Bochum. Haushalte können mit einer abgestimmten Finanzplanung, die in vier Schritten ausgeführt wird, erfolgreich gegensteuern. „Zur finanziellen Absicherung benötigt man vier separate Töpfe“, sagt Albert Bitter, Finanzexperte beim Vermögenszentrum München (VZ). Diese werden – je nach Lebenssituation – nach und nach gefüllt.

Schritt 1: Notreserve anlegen

Jeder Haushalt sollte eine Liquiditätsreserve besitzen, auf die er im Notfall schnell zurückgreifen kann. Der Notgroschen macht bei kurzfristigen Mehrausgaben teure Dispokredite überflüssig. Es empfiehlt sich zwei bis drei Netto-Monatsgehälter zurückzulegen. Optimal für die Liquiditätsreserve ist hochverzinstes Tagesgeld, da man jederzeit auf das Ersparte zugreifen kann, die Sparreserve Gewinn abwirft und sich nicht durch Inflationsverluste entwertet. Bei der Eröffnung eines neuen Tagesgeldkontos empfiehlt sich ein Blick auf Neukundenangebote, denn hier werden die variablen Zinsen für eine bestimmte Zeit festgeschrieben. Ein attraktives Angebot kommt derzeit von der Audi Bank. Die Autobank garantiert 1,1 Prozent Zinsen für vier Monate.  Fast gleichauf liegt das Tagesgeld von der ING-Diba, das Neukunden vier Monate lang 1,0 Prozent Zinsen gewährt.

Vermögensaufbau-Schritt 2: Risiken absichern

Jeder Haushalt benötigt finanzielle Airbags für den Notfall. Unentbehrlich ist die private Haftpflichtversicherung. Sie leistet bei Sach- und Personenschäden, die man anderen zufügt - egal ob aus Versehen oder fahrlässig. Laut Gesetz haften Verursacher in voller Höhe – und zwar mit ihrem gesamten Vermögen. Positiv: Die Haftpflichtversicherung kostet vergleichsweise wenig. Gute Policen für Familien mit Kindern gibt es bereits für weniger als 50 Euro im Jahr, etwa von der Medien Versicherungs AG Karlsruhe oder von Synchro 24. Auch bei Gothaer erhalten Sie eine attraktive Police bei einem namhaften Anbieter.

Ein Muss für Hauptverdiener ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie zahlt eine Rente, falls der Berufstätige nach Unfall oder Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Bitters Tipp: „Je jünger Versicherte bei Vertragsabschluss, desto niedriger die Prämie.“ Ein 35-jähriger Bürokaufmann, der sich auf 1.800 Euro Monatsrente versichert, zahlt bei günstigen Gesellschaften weniger als 80 Euro, so etwa bei der Hannoverschen, bei Canada Life oder der Europa Versicherung. Familien mit Immobiliendarlehen benötigen zusätzlich eine Risikolebensversicherung. Sie sichert im Todesfall Hinterbliebene und den Kredit ab.

Vermögensaufbau-Schritt 3: Kapital ansparen

Im dritten Schritt können Haushalte Kapital für größere Anschaffungen ansparen, beispielsweise für ein neues Auto, eine neue Küche oder Eigenkapital für den Immobilienkauf. Je mehr Kapital vorhanden ist, desto geringer ist der notwendige Kreditbedarf. Für regelmäßiges, sicheres Sparen empfiehlt sich ein Banksparplan (Sparplan Vergleich). Die Deniz-Bank zahlt bei zehnjähriger Laufzeit aktuell 2,10 Prozent Festzins. Bei monatlicher Sparrate von 200 Euro summiert sich das Sparergebnis auf 26.700 Euro.

Vermögensaufbau-Schritt 4: Altersvorsorge aufbauen

Sind die ersten drei Töpfe gut gefüllt, geht es an die private Altersvorsorge. Haushalte mit Kindern profitieren hierbei von hoher staatlicher Unterstützung, etwa mit der Riester-Rente. Neben der jährlichen Grundförderung von 154 Euro, zahlt der Staat für jedes seit 2008 geborene Kind 300 Euro Kinderzulage. Bei zwei Kindern winken Eltern pro Jahr über 900 Euro Sparzuschuss. Je nach Einkommen gesellen sich Steuerboni hinzu. Chancenreich sind Riester-Fondspolicen. Bei einer Wertentwicklung von sechs Prozent kann ein 35-jähriger mit einem Jahres-Bruttoverdienst von 40.000 Euro ab 67 mit einer anfänglichen Monatsrente von über 400 Euro rechnen, zum Beispiel bei der Stuttgarater (482 Euro), Alte Leipziger (475 Euro) und HDI (468 Euro).

Kinderlose, die im Alter hohe Bezüge erwarten, erzielen mit einer privaten Rentenversicherung Vorteile (Private Rentenversicherung). Im Gegensatz zu Riester sind Auszahlungen aus Privatrenten im Alter deutlich steuerbegünstigt. Wer mit 65 in Rente geht, der muss nur 18 Prozent der Rente beim Finanzamt geltend machen. Unser Beispielrentner kann bei 150 Euro Monatsbeitrag mit einer garantierten Anfangsrente bei Condor von 200 Euro rechnen, Hanse Merkur und Alte Leipziger garantieren je 194 Euro.

Biallo-Tipp:
Je früher Sie mit dem Vorsorgesparen beginnen, desto besser. Der Zinseszinseffekt kann dann umso effektiver wirken.

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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
58,33
1,00%
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Betrag 10.000 €, Laufzeit 9 Monate
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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