Telefonkosten Günstig gewechselt, teuer bezahlt

Telefonkosten Günstig gewechselt, teuer bezahlt

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
06.09.2016
Auf einen Blick
  • Top-Tarif, unbedingt wechseln - das sind oft die Werbeversprechen.
  • Oft lohnt sich das gar nicht.
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Angelockt durch niedrigere Fixkosten bei Komplettpaketen für Telefon und Internet sind viele Telefonkunden mit ihrem Anschluss zu Anbietern wie 1&1, Vodafone, O2 oder auch Unitymedia gewechselt. Je nach Produkt lassen sich so schnell über hundert Euro im Jahr einsparen.

Doch der vordergründige Preisvorteil bei der Monatspauschale kann sich auch als teure Falle entpuppen. Wir sagen Ihnen, ob sich ein Anschlusswechsel weg von der Deutschen Telekom wirklich für Sie lohnt. Denn das hängt auch entscheidend von Ihrem eigenen Telefonierverhalten ab.


Grundgebühr im Vergleich (ohne temporäre Aktionsrabatte)

Die Deutsche Telekom bietet ihr neues Komplettangebot „Magenta Zuhause S“ regulär für 34,95 Euro monatlich an. Das Paket beinhaltet einen Telefon- und DSL-16.000-Anschluss sowie eine Doppelflatrate für Internet und Inlandstelefonate. Konkurrenten wie Vodafone, O2 oder Kabel-TV-Anbieter berechnen Ihnen im Regulär-Tarif für eine ähnliche Ausstattung meist zwischen 24 und 29 Euro.

Achtung Gebühren-Falle

Was aber oft übersehen wird: Die günstige Spar-Methode Call-by-Call funktioniert nur bei einem Telefon-Anschluss der Deutschen Telekom. Die beim Telekom-Wettbewerber meist mitgebuchte Telefonpauschale gilt jedoch nur für normale Inlandsverbindungen im Festnetz. „Zu allen Anrufzielen, die die Grundpauschale nicht beinhaltet, fallen dann die jeweiligen Minutenpreise des neuen Anbieters an“, sagt Josefine Milosevic vom Branchenmagazin Connect. Und die können happig sein.

Meist liegen hier die Tarife zum Mobilfunknetz und ins Ausland um ein Vielfaches höher als beim Call-by-Call. So kostet bei vielen Wettbewerbern ein Zehn-Minuten-Anruf ins deutsche Handy-Netz rund zwei Euro. Für Telekom-Kunden fallen über Call-by-Call dafür 20 Cent an. Für zehn Minuten nach Australien bittet Vodafone Normalkunden mit 12,50 Euro, nach Thailand gar mit 15 Euro zur Kasse. Mit Call-by-Call wären es dagegen nur 15 bis 20 Cent. Ein horrender Unterschied!

Biallo-Tipp: Je nach individuellem Gesprächsaufkommen kann sich für Sie das scheinbare „Grundgebühr-Schnäppchen“ in eine dauerhafte Kostenfalle verwandeln - vor allem bei langfristigen Verträgen von 24 Monaten.

Ihr Ausweg nach einem Telefonanschluss-Wechsel: Callthrough

Falls Sie bereits gewechselt haben, müssen Sie jedoch nicht verzweifeln. Wenn Sie in einer langen Vertragslaufzeit festhängen und nicht zur Deutschen Telekom zurück können oder auch nicht wollen, haben Sie trotzdem eine Spar-Alternative - das Callthrough-Verfahren.

Diese Methode ist zwar nicht ganz so komfortabel nutzbar, funktioniert aber so: Hier wählen Sie eine spezielle Einwahl-Nummer des Callthrough-Anbieters, in der Regel eine 0180er-, eine 0700er- oder eine lokale Festnetz-Nummer. Nach einer Ansage tippen Sie Ihre gewünschte Rufnummer ein und die Verbindung erfolgt. „Damit lassen sich je nach Ziel bis zu 90 Prozent einsparen“, sagt Tarifexpertin Milosevic.

Provider ohne Anmeldung wie 3U, Sparcall, OneTel, Klugtelecom, Ventengo oder Easytelecom berechnen zu vielen Auslandszielen nur 3,9 Cent pro Minute. Eine genaue Preisliste, die Einwahl-Nummern sowie den Funktionsablauf finden Sie auf der jeweiligen Internetseite des Anbieters. Bei einigen ist jedoch die Aufforderung zur Rufnummerneingabe bereits kostenpflichtig und es fällt der Preis für die erste Minute an, auch wenn niemand abhebt.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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