Call-by-Call 2016 Vorsicht Falle – teure Fehler beim Telefonieren

Call-by-Call 2016 Vorsicht Falle – teure Fehler beim Telefonieren

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
17.08.2016
Auf einen Blick

Noch immer locken einige Call-by-Call-Anbieter Kunden mit Tricks in deftige Kostenfallen - trotz Tarifansage. Wir nennen die häufigsten Maschen.

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Telefon-Kunden der Deutschen Telekom sparen durch Nutzung der einfachen Call-by-Call-Methode viel Geld. Dabei gilt immer noch: Aufpassen sonst  landen Sie unbemerkt in einer teuren Kostenfalle. Das zeigen diverse Fälle, die Verbraucher bei biallo.de melden. So berichten verschreckte Telefonnutzer von einzelnen Rechnungsposten von über 50 Euro und mehr für ein Gespräch, das vermeintlich nur wenige Cent hätte kosten sollen.


Die häufigsten Tarif-Tricks bei Call-by-Call

Die Kreativität einiger Call-by-Call-Anbieter kennt keine Grenzen, vor allem keine preislichen. Mit diesen häufig angewandten Tricks müssen Sie als Call-by-Call-Nutzer rechnen:
 

  • Hören Sie bei der Tarifansage genau hin! Wird der Preis in Euro oder in Cent genannt? Da wird schnell mal überhört, dass "nur 0,99 Euro pro Minute" eben nicht weniger als ein Cent sind, sondern fast ein ganzer Euro. Weiterer Verwirr-Trick: Je nach Anrufziel wird der Preis mal in Euro oder in Cent angesagt und das Ansageprinzip immer mal wieder verändert.
  • Plötzlich drastische Erhöhung des Minutenpreises ohne vorherige Ankündigung. Beliebt, da man sich leicht verhört, sind etwa geschickte Erhöhungen wie beispielsweise von 0,98 Cent auf 0,98 Euro. Die Ziffern hören sich gleich an und meist erwartet das Verbraucher-Ohr unbewusst ja Cent ...und schon hängt man drin in der Kostenfalle.
     
  • Ständig wechselnde Zeitzonen mit unterschiedlich teuren Tarifen.
     
  • Plötzliche Änderung des Abrechnungstaktes, zum Beispiel vom üblichen Ein-Minutentakt zum Fünf-Minutentakt. In diesem Fall zahlen Sie auch für ein kurzes 15 Sekunden-Telefonat den Preis für die gesamten fünf Minuten.
     
  • Bei Auslandstarifen wird in die dortigen Festnetze mit einem günstigen Minutenpreis gelockt, für Verbindungen in die dortigen Mobilfunknetze fallen aber oft fast zwei Euro pro Minute an (oder auch mal umgekehrt). Viele Verbraucher kennen den Unterschied nicht bzw. wissen gar nicht genau, in welches Netz sie ins Ausland eigentlich anrufen.
     
  • Einige Anbieter unterscheiden bei Anrufen ins Ausland zwischen dem Land und dortigen Städten, z.B. Türkei, Istanbul, Ankara. Oder Schweiz, Genf. Meist ist es in eine bestimmte Stadt teurer, denn in den üblichen Tabellen taucht oft nur der normale Auslandspreis auf.
     
  • Eine zunehmend verbreitete und extrem teure Masche ist die Strategie mit dem „Vertippen“. Der Trick sind fünf- und sechsstellige Vorwahlen, die sich sehr ähnlich sind, aber deutliche Preisdifferenzen aufweisen. Meist unterscheiden sich die Nummern nur durch eine Null in der Mitte. So ist in diesen Fällen der Anbieter mit der sechsstelligen Vorwahl 0100xx in der Regel besonders günstig. Der Anbieter mit der Vorwahl 010xx, die eine Null weniger hat, verlangt oft deutlich über einen Euro pro Minute. Hier gibt es Provider, die ausschließlich auf diese Verwechslung setzen.

Eine Null weniger und der Preis explodiert

Teure Verwähl-Gefahr ergibt sich vor allem bei 010011 und 01011 oder bei 010018 und 01018. Nicht verwechseln sollten Sie ebenfalls die 010091 mit der kostspieligen 01091.

Wichtiger Hinweis: Laut Bundesnetzagentur, dem behördlichen Kontrollorgan der Branche, sind die Anbieter aber frei in ihrer Tarifgestaltung und verstoßen somit nicht gegen die Vergabebedingungen.

Einige riskante
Call-by-Call- Vorwahlen
Anbieter
Wichtige Hinweise
   

01011
(Gefahr gilt nur für Auslandsgespräche)

Ventelo GmbH

Anbieter berechnet bei Auslandsverbindungen bis zu 1,99 Euro pro Minute!
Leicht zu verwechseln mit der günstigen 010011 von
One4One.

01018

01018 GmbH

Anbieter berechnet bei Inlandsverbindungen 1,99 Euro und ins Ausland 1,79 Euro pro Minute!
Leicht zu verwechseln mit der oft günstigen 010018 von
Ventelo.

01091

Kube & Au GmbH

Anbieter berechnet bei Inlandsverbindungen und ins Ausland bis zu 1,99 Euro pro Minute! Zum Teil Abrechnung im 5-Minutentakt. Leicht zu verwechseln mit der 010091.

010023

010023 GmbH

Anbieter berechnet bei Inlandsverbindungen 79 Cent und ins Ausland 1,79 Euro pro Minute!

Stand: 01. August 2016

Biallo-Tipp: Achten Sie als Call-by-Call-Nutzer immer genau auf das richtige Eintippen der Vorwahl. Bei der Tarifansage vor der Verbindung ebenfalls genau hinhören. Wird der Preis in Cent oder in Euro angesagt? Gerne benutzen Anbieter auch Ansage-Tricks wie "nur 0,09 Euro pro Minute" - das hört sich vielleicht erst einmal günstig an mit den vielen Nullen, aber das sind immerhin noch 9 Cent und das wäre dann teuer für ein einfaches Ortsgespräch. Bei Unsicherheiten besser wieder auflegen und die gewählte Nummer noch einmal im Display überprüfen.

Bundesnetzagentur bittet weiter um Mithilfe

Die Bundesnetzagentur bittet die Telefonkunden auch weiterhin, sie über Verstöße gegen die Preisansagepflicht bei Call-by-Call-Gesprächen zu informieren. Verbraucher erreichen die Bundesnetzagentur unter Telefon: 0291 / 9955-206, jeweils Montag bis Mittwoch von 9 bis 17 Uhr, Donnerstag von 9 bis 18 Uhr sowie Freitag von 9 bis 16 Uhr. Die Telefax-Verbindung lautet: 06321 / 934-111; E-Mail: rufnummernmissbrauch@bnetza.de

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Fritz Himmel
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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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