Mobilfunk Netzbetreiber versus Discounter – ein Tarifvergleich

Mobilfunk Netzbetreiber versus Discounter – ein Tarifvergleich

Caroline Benzel
von Caroline Benzel
29.06.2016
Auf einen Blick

Teure Laufzeitverträge lohnen sich, wenn ein Top-Smartphone mit ins Paket soll. Wer sparen will, findet interessante Discount-Alternativen.

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Für Mobilfunkkunden, die ein neues Smartphone brauchen, stellt sich immer die Frage: Kaufen oder per Vertrag subventionieren lassen? Die Antwort liefert stets ein Rechenexempel. Wer sich für einen neuen Vertrag interessiert, sollte die Gesamtkosten auf zwei Jahre hochrechnen. Diese Kosten können Sie dann mit den Anschaffungskosten für das Gerät und einen Alternativ-Tarif vergleichen.


Als Faustregel gilt:
Je höher der Anschaffungspreis des Smartphones, umso eher lohnt sich ein Laufzeitvertrag über zwei Jahre. Wenn Sie aber eher ein günstiges Smartphone kaufen wollen oder schon ein Gerät haben, dann könnten Discount-Anbieter die bessere Alternative für Sie sein.
 

Billiger telefonieren: Günstige Tarife im Telekom-Netz

Bei der Telekom heißt der günstigste Smartphone-Tarif Magenta Mobil S. Bei Online-Buchung gibt es den Tarif derzeit zwei Jahre lang für 31,45 Euro im Monat. Dafür bekommen Kunden eine Sprach- und SMS-Flat in alle deutschen Netze und eine Surf-Flatrate mit einem Gigabyte schnellem Surfen. Zudem fallen im EU-Ausland keine Roaming-Kosten an. Ein subventioniertes Smartphone ist bei dem Preis nicht mit dabei. Mit Smartphone kostet Magenta Mobil S online schon 40,45 Euro pro Monat.

Zum Vergleich: Kunden, die sich stattdessen für die Discounter-Tochter der Telekom, Congstar entscheiden, zahlen für einen vergleichbaren Tarif lediglich 20 Euro im Monat, also rund elf Euro weniger. In zwei Jahre sparen Congstar-Kunden im Vergleich zur Telekom somit 264 Euro.

Aber Vorsicht:
Vergleichbar heißt nicht gleich. In der Congstar-Allnet-Flat ist eine Sprachflat in alle deutschen Netze sowie ein Gigabyte schnelles Surfen enthalten, wenn der Vertrag monatlich kündbar ist. Wer sich für einen Zwei-Jahresvertrag entscheidet, bekommt zwei Gigabyte schnelles Surfen.

Eine SMS-Flatrate ist in dem Tarif anders als bei der Telekom nicht mit drin. Der Versand jeder SMS kostet neun Cent. Ob sich der Tarif jeweils lohnt, hängt also auch stark davon ab, wie viele SMS pro Monat verschickt werden. Auch das Gratis-Roaming fürs EU-Ausland ist bei Congstar nicht mit dabei.

Wenn Sie dagegen bei Congstar 30 Euro im Monat in den Tarif Allnetflat plus investieren, sind eine Sprach- und SMS-Flat sowie zwei Gigabyte schnelles Surfen im Paket mit drin – bei monatlicher Kündbarkeit. Wenn Sie sich stattdessen für einen Zweijahres-Vertrag entscheiden, steigt das Inklusivvolumen für schnelles Surfen auf vier Gigabyte.

Billiger telefonieren: Günstige Tarife im Vodafone-Netz

Die Smartphone-Tarife von Vodafone heißen Vodafone Red. Der günstigste Red-Tarif ist Red 1,5 GB. Den gibt es bei Online-Buchung derzeit für monatlich 37,49 Euro. Dafür bekommen Neukunden zwei Jahre lang eine Sprach- und SMS-Flat in alle deutschen Netze, sowie derzeit drei Gigabyte schnelles Surfen. Auch bei Vodafone ist das EU-Roaming im Preis schon mit drin.

Sparen können Sie, wenn Sie sich für einen Tarif der Vodafone-Discounter-Tochter Otelo entscheiden. Die Allnet Flat Classic von Otelo enthält derzeit statt 500 MB schnelles Surfen, ebenfalls ganze drei Gigabyte. Im Tarif-Paket mit drin sind außerdem eine Sprach- und SMS-Flatrate. Gratis-Roaming wie bei Vodafone gibt es allerdings nicht. Dafür kostet der Tarif zwei Jahre lang auch nur 19,99 Euro im Monat, insgesamt also 420 Euro weniger.

Billiger telefonieren: Günstige Tarife im Netz der Telefónica

E-Plus und O2 gehören beide zur spanischen Telefónica. Das Ergebnis für die Kunden: Sie können jeweils auch das Netz des ursprünglich anderen Anbieters nutzen. Die Handys loggen sich automatisch in das besser verfügbare Netz ein.

Interessant ist beispielsweise der O2-Tarif O2 All-in M. Den gibt es derzeit bei Online-Buchung im ersten Jahr für 19,99 Euro und im zweiten Jahr für 29,99 Euro. Dafür bekommen Sie eine Sprach- und SMS-Flat, sowie zwei Gigabyte schnelles Surfen. Auch das EU-Roaming ist mit drin. Nachteil bei O2: Anders als bei der Telekom und Vodafone handelt es sich nicht um eine Datenflatrate.

O2 funktioniert mit einer so genannten Datenautomatik: Sobald das monatliche Datenvolumen aufgebraucht ist, bucht O2 automatisch Volumen nach. Bis zu dreimal pro Monat werden so jeweils 250 MB an Daten dazu gebucht, für einen Preis von jeweils drei Euro. Wenn Sie mit zwei Gigabyte pro Monat nicht auskommen, kann Sie das also bis zu neun Euro pro Monat zusätzlich kosten.

Ein fast unschlagbar günstiges Angebot macht Smartmobil Neukunden bis Ende Juni. Der Discounter des Mobilfunkriesen Drillisch bietet die sogenannte Volksflat für 7,99 Euro im Monat an. Dafür bekommen Kunden eine Sprach- und SMS-Flat in alle deutschen Netze und zwei Gigabyte schnelles Surfen. Das Angebot läuft über das Netz der Telefónica. Anders als bei O2 ist das EU-Roaming nicht komplett inklusive, aber immerhin ein EU-Paket. Das beinhaltet monatlich 100 Einheiten aus dem EU-Ausland sowie 100 MB Surfvolumen.

Auch der Smartmobil-Tarif nutzt die sogenannte Datenautomatik. Sind die zwei monatlichen Gigabyte verbraucht, bucht Smartmobil bis zu dreimal pro Monat 100 MB dazu. Jede Nachbuchung kostet zwei Euro, maximal geben Sie also zusätzlich sechs Euro im Monat aus. Das ist bei dem niedrigen Grundpreis allerdings gut zu verschmerzen.

Lese-Tipp:

Oft müssen Mobilfunkkunden feststellen, dass sie ihren teuren Handy-Tarif gar nicht richtig ausnutzen. Ist ein Tarifwechsel möglich?

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