Autokosten Autos kosten viel mehr als nur Benzin

von Peter Weißenberg
30.10.2015
Auf einen Blick

Autofahren ist den Deutschen trotz Dieselaffäre lieb – und teuer: Denn selbst, wenn das Kraftfahrzeug steht, tickt die Kostenuhr. Doch Sie haben Einfluss auf die Ausgaben:

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Dieter Beringer ist mächtig stolz auf sein Schnäppchen: „Den neuen Opel Corsa für meine Frau habe ich für nicht einmal 15.000 Euro bekommen – mit ganz toller Ausstattung und dem supermodernen Einliter-Turbobenziner. Der verbraucht wirklich weniger als fünf Liter – das kostet mich nicht mehr als 65 Euro im Monat.“ Der Stammtisch nickt anerkennend … nur einer nicht. Beringers Schwager Fritz arbeitet in einem Autohaus. Er weiß es besser.

Denn ein Auto wie das von Beringers Frau erleichtert die Brieftasche bei 1.000 Kilometer Laufleistung im Monat um rund 400 Euro – wenn man alle Kosten fair berechnet. Und viele Ausgaben fallen sogar an, wenn das Fahrzeug gar nicht bewegt wird. Das sind die größten Brocken:

Kauf und Finanzierung

Für viele Menschen ist das Auto die teuerste Anschaffung Ihres Lebens – wenn man alle Fahrzeuge zusammenzählt, die so im Autofahrerleben zusammenkommen. Entsprechend umsichtig sollten Sie bei der Finanzierung sein. Barkauf bringt hohe Rabatte. Wenn Sie aber das Geld nicht haben, lohnt oft ein Autokredit bei einer Bank. Hier können Sie die besten Konditionen vergleichen – und dann mit dem Kredit im Rücken hohe Rabatte beim Händler herausschlagen. Leasing oder der Herstellerkredit können damit meist nicht Schritt halten.

Wertverlust

Was Dieter Beringer bei den monatlichen Kosten wie die meisten Autobesitzer vergessen hat: der größte Posten ist der Wertverlust eines Fahrzeuges. Das eingesetzte Kapital wird bereits beim Verlassen des Händlerhofes mit dem Neuwagen sofort weniger wert. Und ein Corsa wie der von Beringers Frau verliert etwa Monat für Monat rund 178 Euro. Bei größeren Wagen können es gar mehr als 1.000 Euro sein. Dieses Geld müssen Sie zurücklegen, um sich das gleiche Fahrzeug wiederzubeschaffen, wenn der Wagen nach ein paar Jahren verkauft wird.

Versicherung

Beringer hat den neuen Corsa vollkaskoversichert. Das macht bei 100 Prozent und 500 Euro Selbstbeteiligung in seiner Region 794 Euro im Jahr aus. Nach ein paar Jahren möchte der Besitzer den Kleinwagen allerdings nur noch Teilkasko- und später nur noch haftpflichtversichern. Das ist sinnvoll, denn der Restwert des Wagens sinkt stetig.
 

Mein Tipp: Vergleichen Sie stets die Konditionen. Denn wenn Sie regelmäßig zum 30. November den Vertrag wechseln, sind hohe Rabatte bei einem neuen Anbieter drin.

Steuern

Auch hier sollten Sie schon vor dem Kauf bedenken: Gerade Diesel-Autos kosten mehr Steuer. Wenn Sie nur wenig Fahrleistung haben, lohnt sich darum die Anschaffung oft nicht.

Betriebskosten

Hier ist es umgekehrt: Diesel-Sprit ist billiger, noch billiger ist Erdgas. Vielfahrer können damit erheblich sparen. Ein Elektrofahrzeug lohnt sich dagegen rein von der Kostenseite noch nicht.

Inspektion und Wartung

So lange die Garantie reicht, sollten Sie Ihr Fahrzeug beim Werkshändler warten. Ältere Fahrzeuge bringen Sie besser zu einer guten freien Werkstatt. Das spart erheblich.

Reparaturen

Auch hier müssen Sie laufende Kosten kalkulieren. Der ADAC rechnet bei Beringers Corsa im Schnitt mit 20 Euro im Monat.

Reifen

Die können teuer werden. Gerade bei Winterreifen ist es daher sinnvoll, nur Stahlfelgen zu wählen – und eher eine schmale Größe. Das spart erheblich. Nur für Dieter Beringer gilt das nicht: Seine Frau will auch im Winter die schicken Alufelgen vom Hersteller auf breite Reifen ziehen. Na, wenn’s dem Eheglück dient …

Tipp: Sie möchten mehr wissen? In unserem sechseitigem Dossier informieren wir Sie detalliert zum Thema: "Autokosten: Autos kosten viel mehr als nur Benzin"

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Peter Weißenberg

Jahrgang 1965, ist für Produktchecks, Auto- und Geldanlage-Themen sowie Print-Kooperationen zuständig. In mehr als 20 Jahren im Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus hat er für die verschiedensten Leserkreise Themen aus diesen Bereichen aufbereitet. Nach einem Doppelstudium (Volkswirtschaften, Politikwissenschaften, Geschichte, Journalistik) und der Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule hat Weißenberg als Reporter und in Leitungsfunktionen für verschiedene Wirtschaftsmagazine,Tageszeitungen, Online-Medien und Radiosender gearbeitet. Weißenberg hat auch fünf Bücher zu Wirtschaftsthemen verfasst.

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