GfK-Umfrage: Raser sollen bestraft werden

Versicherungsrabatte GfK-Umfrage: Raser sollen bestraft werden

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
31.10.2016
Auf einen Blick

Individuelle Rabatte, aber keine individuellen Daten - wenn es um neue Versicherungsangebote geht, zeigen sich Verbraucher sehr widersprüchlich.

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Beispiel Kfz-Versicherung: Gut zwei Drittel der Deutschen fänden es gerecht, wenn Raser höhere Prämien zahlen müssten. Allerdings stehen viele der Datenübermittlung kritisch gegenüber.
43 Prozent der Deutschen schließen eine Weitergabe von Fahrdaten an die Versicherungsunternehmen unter allen Umständen aus. Das zeigt eine repräsentative GfK-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Demnach sorgen sich die Versicherten, dass die erhobenen Daten gegen sie selbst verwendet werden und ihnen dadurch Nachteile entstehen könnten. Nichtsdestotrotz: 68 Prozent der Befragten halten es für richtig, wenn aufgrund des individuellen Fahrverhaltens vorsichtige Autofahrer mit Rabatten berücksichtigt würden und Raser mehr zahlen müssten. Jeder Zweite (52 Prozent) fände es außerdem gut, wenn der Lebensstil Einfluss auf die Prämien der Krankenversicherung hätte. Wenn also Menschen, die sich fit und gesund halten, weniger zahlen müssten als zum Beispiel Raucher oder Übergewichtige.

Geringe Bereitschaft zur Datenübermittlung

Am kritischsten sehen Verbraucher die Weitergabe von Fitness- oder Smart-Home-Daten an ihre Versicherung. Nur jeder Siebte (14 Prozent) ist bereit, Nutzerdaten von Smart-Home an die Hausrat – oder Wohngebäudeversicherung weiterzugeben. Lediglich zehn Prozent der Befragten würden Daten aus Fitness- oder Ernährungs-Apps der Krankenversicherung preisgeben, bei der Lebensversicherung beträgt die Quote sogar nur sechs Prozent. Immerhin kann sich fast jeder Dritte vorstellen, von seiner Versicherung mittels Gesundheitsdaten die Herzfunktion analysieren zu lassen.

Vorbehalte gegenüber Online-Abschluss

Die Sorge um die Daten spiegelt sich auch an anderer Stelle wider: Zwar recherchieren acht von zehn Deutschen (83 Prozent) im Internet, wenn sie eine Versicherung abschließen wollen. Dennoch stehen viele einem Online-Abschluss immer noch misstrauisch gegenüber. Fast jeder Zweite zeigt sich zumindest offen dafür, eine Versicherung online abzuschließen. Jeder Dritte gibt an, bereits einmal eine Versicherung online abgeschlossen zu haben. Davon wird die Kfz-Versicherung mit 21 Prozent am häufigsten genannt. Auf den weiteren Plätzen folgen die Haftpflicht- (7 Prozent) und Hausrat-Versicherung (5 Prozent). Komplexere Versicherungen wie zum Beispiel die Wohngebäudeversicherung werden aber nahezu vollständig offline abgeschlossen (94 Prozent).

Online-Abschluss keine Frage des Alters

Die Online-Verweigerer bleiben auf absehbare Zeit in der Merhheit. Gut jeder Zweite (55 Prozent) kann sich nicht vorstellen, eine Versicherung online abzuschließen. Als Hauptmotive geben die Befragten fehlenden Service (54 Prozent) und Vertrauensbarrieren (50 Prozent) an. Die meisten Online-Verweigerer sind bei den über 60-Jährigen zu finden (53 Prozent). Auf der anderen Seite hat die „Generation Ü60“ in den vergangenen Jahren fast genauso viele Online-Neuabschlüsse (27 Prozent) getätigt wie die Altersgruppe bis 29 Jahre (30 Prozent). Am häufigsten nutzen die 40-bis 49-Jährigen (36 Prozent) die Möglichkeit, Versicherungen im Internet abzuschließen.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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