Haftpflichtversicherung Wichtige Police bei Demenz

Annette Jäger
von Annette Jäger
08.12.2014
Auf einen Blick

An Demenz Erkrankte benötigen eine Haftpflichtversicherung, die auch bei Deliktunfähigkeit leistet. Nur neuere Policen bieten dieses Detail.

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Wer an Demenz leidet, handelt oft unerwartet und verursacht dadurch Schäden: Betroffene vergessen das Wasser abzustellen, lassen den Herd an, laufen einfach auf die Fahrbahn und verursachen womöglich einen Unfall. Gut, wenn man eine Versicherung hat, die für den Haftpflichtschaden aufkommt. Doch nicht jede Haftpflichtversicherung leistet. Denn Demenz-Erkrankte gelten ab einem bestimmten Krankheitsstadium als deliktunfähig. „Die Haftpflichtver-sicherung leistet dann nur, wenn sie Schäden deliktunfähiger Personen einschließt“, betont Versicherungsberater Thorsten Rudnik. Bei älteren Policen ist dies nicht der Fall.

Keine Haftung bei Deliktunfähigkeit

Wer deliktunfähig ist, ist laut Gesetz nicht haftbar zu machen – dann muss auch die Haftpflichtversicherung nicht leisten. „Lehnt der Versicherer die Begleichung des Haftpflichtschadens ab, ist das keine Schikane, sondern die Rechtslage“, sagt Rudnik. Bei Kindern kennt man das: Kinder können nicht haftbar gemacht werden, wenn sie unter sieben Jahren alt sind. Über einen Zusatz kann man dies aber in der Haftpflichtversicherung mitversichern. Meist sind die Schäden durch eine Maximalsumme gedeckelt, oft gelten 5.000 Euro, inzwischen sind auch 10.000 oder sogar 20.000 Euro üblich. Ein solcher Zusatz ist dann sinnvoll, wenn man sich moralisch verpflichtet fühlt, solche Haftpflichtschäden zu begleichen. Denn oft geschehen sie im Freundes- oder Bekanntenkreis und dort möchte man es sich nicht verscherzen.

Nur neue Policen leisten bei Demenz

Ähnlich wie bei Kindern ist es auch bei Menschen mit Demenz. Trägt die Haftpflichtversicherung nur den Zusatz, dass sie Schäden deliktunfähiger Kinder mitversichert sind, reicht das nicht aus, damit auch Schäden bei Demenz gedeckt sind. „Man muss darauf achten, dass es heißt: deliktunfähige Personen“, betont Rudnik. Automatisch ist dieser Zusatz in keiner Haftpflichtversicherung enthalten. Nur neuere der letzten drei oder vier Jahre, würden diesen Zusatz beinhalten. Meist jedoch nicht im Basisschutz, sondern nur im Komforttarif. Dieser bietet dann auch noch andere Zusatzleistungen. Dann ist beispielsweise das Risiko von Gefälligkeitsschäden abgedeckt, ehrenamtliche Tätigkeit oder der Schlüsselverlust.

Zusatzschutz kostet nur wenig mehr

Solche Zusätze kosten etwas mehr an Beitrag als der Basisschutz, allerdings nicht wesentlich. Eine gute Haftpflichtversicherung mit Komfortdeckung gibt es für eine Familie für 60 bis 80 Euro im Jahr. „Mehr muss man dafür nicht ausgeben“, sagt Rudnik. Wer wesentlich mehr zahlt, sollte überlegen, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Man kann durchaus auf den Zusatzschutz verzichten, denn rechtlich ist man auf der sicheren Seite. Aber auch dann ist eine Haftpflichtversicherung ein guter Helfer, denn sie fungiert wie eine Art Rechtsschutzpolice: Stellen andere Ansprüche wegen eines Schadens, wehrt die Haftpflichtversicherung sie ab, notfalls auch vor Gericht.

Unser Tipp: Bei der Suche nach einer günstigen Police hilft der Biallo.de-Vergleich zur Haftpflichtversicherung.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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