Hundehaftpflicht Wer haftet im Schadensfall, Dogsitter oder Hundehalter?

Hundehaftpflicht Wer haftet im Schadensfall, Dogsitter oder Hundehalter?

Ines Baur
von Ines Baur
13.02.2015
Auf einen Blick

Haben Sie schon mal auf den Hund eines Freundes aufgepasst? In den Ferien, für ein Wochenende oder nur für fünf Minuten? Was, wenn das Tier etwas anstellt, während sie aufpassen?

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Ein zerkauter Schuh, ein Biss in die Hand eines Fremden oder ein Verkehrsunfall, sollte sich das Tier losreißen und auf die Straße laufen. Wer kommt dann für den Schaden auf? Sie – als Aufsichtsperson oder der Besitzer? Braucht man als "Dogsitter" etwa eine Extra Versicherung? Oder ist man durch die Privathaftpflicht abgesichert?

Wenn Sie ohne weitere Abreden auf einen fremden Hund aufpassen, haben Sie automatisch einen Verwahrungsvertrag mit dem Tierhalter geschlossen. Das bedeutet, Sie verpflichten sich, eine vom Hinterleger übergebene Sache - nämlich den Hund - aufzubewahren. Damit haben Sie nicht nur die Verantwortung für das Wohlbefinden des Tieres, sondern haften auch für Schäden, die es anrichtet, während es sich in Ihrer Obhut befindet.

Hundehaftpflicht: Was schließt eine Police ein?

Es ist also ratsam, im Vorfeld einige Dinge mit dem Hundebesitzer abzuklären. Als erstes sollten Sie nachfragen, ob für den Hund eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen wurde. Dann nämlich sind Sie auf der sicheren Seite: Diese Police schließt die Betreuung eines Tieres durch Dritte ein. Stellt der Vierbeiner tatsächlich was an, während Sie auf ihn achtgeben, greift die Hundehaftpflicht und deckt finanzielle Schäden an Personen und Sachen ab.

Ebenfalls keine Gedanken müssen Sie sich machen, sollte Ihre privaten Haftpflichtversicherung die Leistung „Hüten fremder Hunde“ eingeschlossen haben. Dann greift sie im Fall, dass der Hund, auf den Sie achtgeben, etwas anstellt.

Sollte es zum Schadenfall kommen, prüft der Versicherer, ob der Tierhalter tatsächlich der Forderung nachkommen muss. Sollten die Ansprüche nicht gerechtfertigt sein, werden sie von der Versicherung abgewehrt, notfalls vor Gericht. Diese Kosten werden dann übrigens von der Hundehaftpflicht übernommen. Stellt sich dagegen heraus, dass der Hundehalter Schadensersatz leisten muss, übernimmt der Versicherer in der Regel die Sach- oder Personenschäden.

Hundehaftpflicht: Wer zahlt im Schadensfall?

Und wer zahlt, wenn das Tier bei Ihnen etwas anstellt? Macht der Hund sein "Geschäft" während der Pflegezeit auf Ihren Teppich, haben Sie kein Recht auf Schadensersatz. Es wird davon ausgegangen, dass Sie als Dogsitter sich aller Risiken freiwillig ausgesetzt hat.

Für professionelle Dienstleister, wie zum Beispiel Hundehotels gelten andere Bedingungen. Sie sollten eine spezielle Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Betreiber von Hundepensionen nehmen in der Regel übrigens nur Hunde auf, für die bereits eine Hundehaftpflichtversicherung besteht.

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