Rechtsschutzversicherung Knackpunkt Versicherungssumme

Rechtsschutzversicherung Knackpunkt Versicherungssumme

von Klaus Winter
08.11.2013
Auf einen Blick

Wichtig bei einer Rechtsschutzversicherung ist die Versicherungssumme. Oft ist sie nicht so hoch, wie sie auf den ersten Blick scheint.

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Rechtsschutzversicherungen werden meist mit dem Hinweis angeboten, dass die Versicherungssumme je Rechtsschutzfall unbegrenzt ist – oder es wird mit sechsstelligen Summen jongliert. Grundsätzlich gelten diese unbegrenzten oder hohen Deckungssummen natürlich auch, aber eben nicht für alle Rechtsstreitigkeiten.
 

Gestellte Kaution

So kann es notwendig sein, dass im Rahmen eines Rechtsstreits eine Kaution gestellt werden muss – denkbar z. B. bei einem Unfall im Ausland, bei dem die Kaution hilft, eine Haft abzuwenden. „Die meisten Versicherungen bieten einen Maximalbetrag von 50.000 Euro an. Besser ist eine Versicherungssumme in Höhe von 100.000 Euro“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bietet der Versicherer mehr, gibt das im Ernstfall zusätzliche finanzielle Sicherheit.


Rechtsschutzversicherung bei Auslandsstreitigkeiten

Die beworbenen Höchstsummen werden von einigen Rechtsschutzversicherungen auch dadurch begrenzt, dass bei Streitigkeiten außerhalb Deutschlands und der EU die Deckungssumme auf 100.000 Euro begrenzt wird. Auch hier gilt: Mehr ist besser. Einige Versicherer stocken die Summen zumindest auf 200.000 Euro auf. Achten Sie beim Vertragsschluss darauf, dass die Summe möglichst hoch ist.

Betreuungsverfahren

Bei Betreuungsfragen kann es auch Einschränkungen der Versicherungssumme geben – manchmal auf wenige tausend Euro. Gerade Betreuungsverfahren können aber sehr kostenintensiv werden. Wählen Sie eine Rechtsschutzversicherung, die hier keine Kostendeckung vornimmt, sondern im Rahmen der normalen Deckungssummen Schutz anbietet.
 

Rechtsschutzversicherung und Mediation

Viele Konflikte werden heute durch Vermittlung – auch Mediation genannt – gelöst. Natürlich berechnen auch die Mediatoren ihre Tätigkeit bei einer Schlichtung. Hier sollten die Kosten ebenfalls von der Rechtsschutzversicherung nicht gedeckelt werden, wie es oft mit geringen Summen von wenigen tausend Euro der Fall ist. Besser ist es, wenn die Kosten für die Mediation ohne Begrenzung getragen werden. Der Nachteil: „Sinnvoll ist das. Es sind aber meist nur die Kosten für das Einschalten eines Mediators im Familien- und Erbrecht enthalten“, erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Unterhaltsstreitigkeiten

Auch beim Streit um Unterhaltsverpflichtungen und -zahlungen sieht man sich schnell vor Gericht wieder – mithilfe der Rechtsschutzversicherung? „Unterhaltsstreitigkeiten müssen extra versichert werden. Dies ist auch nur mit Einschränkungen möglich“, so Annabel Oelmann. Viele Rechtsschutzversicherer schließen solche Streitigkeiten komplett aus, wieder andere schließen sie zwar ein, begrenzen aber die Erstattungen auf geringe Summen im Bereich bis zu 2.000 Euro.

Tipp:
Unterhaltsstreitigkeiten kann man naturgemäß nicht planen. Aber wenn Ihre Rechtsschutzversicherung entsprechenden Schutz – auch als Zusatzbaustein – anbietet und Sie Unterhaltsverpflichtungen haben oder bekommen können, ist der Schutz durchaus sinnvoll.


Steuerrechtsschutz im Widerspruchsverfahren

Auch wenn grundsätzlich Steuerrechtsschutz Bestandteil der meisten Rechtsschutzversicherungen ist: Es ist nicht immer klar, ob das auch für Widerspruchsverfahren gilt, die vor einer möglichen Klage stehen. „Für das vorgeschaltete Widerspruchsverfahren gibt es meist nur Versicherungsschutz bei Sozialgerichts-Rechtsschutz“, erklärt Bianca Boss.

Tipp:
Manche Versicherer gewährleisten auch Deckung in Widerspruchsverfahren bei Steuerfragen, die der gerichtlichen Klärung vorausgehen – zumindest für eine kleinere Deckungssumme von 2.000 bis 5.000 Euro. Fragen Sie unbedingt Ihren Berater, denn eine solche Deckung kann helfen, Steuerfragen schon vor langen Prozessen zu klären.

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