Versicherungen für den Garten Geliebtes, versichertes Grün

von Horst Peter Wickel
08.01.2014
Auf einen Blick

Immer mehr gestresste Verbraucher kümmern sich liebevoll um ihr Refugium hinter dem Haus oder im Kleingartenverein. Richtige Versicherungen gehören dazu.

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Nach Angaben des Industrieverbands Garten gibt der durchschnittliche Deutsche rund 180 Euro pro Jahr für grüne Produkte aus, zwei Drittel davon für Blumen, Sträucher und Bäume, ein Drittel für Gartengeräte und -werkzeuge, Teiche und Dekorationen. Nach Einschätzung der Experten des Bundesverbands Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BDB) in Köln sorgt auch der demografische Wandel für zusätzliche Umsätze in der Gartenbranche: „Viele ältere Menschen können oder wollen nicht mehr so häufig verreisen und richten sich daher den Garten her – beziehungsweise lassen ihn sich herrichten.“

Doch die grüne Idylle sorgt in der Regel nicht nur für Entspannung, sondern birgt einige Gefahren. „Hierzulande ereignen sich pro Jahr rund 200.000 Unfälle bei der Gartenarbeit. Dabei machen Verletzungen mit scharfen oder spitzen Gegenständen fast die Hälfte aus, gefolgt von Stürzen von Leitern bei der Baumpflege oder der Obsternte,“ erklärt Günter Schießl, Unfallexperte der Allianz. Da die gesetzliche Unfallversicherung bei Freizeitunfällen nicht greift, empfiehlt Schießl zur Absicherung gegen die finanziellen Folgen eine private Unfallversicherung.

Als Grundbesitzer müssen Hobbygärtner dazu ihrer Sicherungspflicht nachkommen. Sollte dies nicht der Fall sein und sollte Gartenbesucher zu Schaden kommen, kann selbstverständlich ein Haftpflichtanspruch gegen den Gartenbesitzer gestellt werden. Ist der Garten, beispielsweise ein Teich, ausreichend gesichert, ist zu prüfen, ob die Eltern des Kindes ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Für Eigentümer unbebauter Grundstücke, Vermieter oder Verpächter ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung wichtig. Sie deckt Haftpflichtschäden aus verletzter Verkehrssicherungspflicht ab.

Auch der Garten selbst, also Mauern, Zäune und Hecken, Gartenhäuser, Hundehütten, Fahnenmasten oder Zisternen, die sich auf dem Grundstück befinden, sind in der Regel mit einer Wohngebäudeversicherung versicherbar. „Bei einigen Wohngebäudeversicherungen ist es sogar möglich, die Wiederaufforstung von Bäumen und die Wiederherstellung der Gartenanlage nach einem Versicherungsfall mit zu versichern“, betont Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV). Dazu kann nach seinen Angaben auch der Pool im Garten gehören. „Der Koi-Karpfen, der sich im Gartenteich befindet, ist allerdings nicht versicherbar“, betont Rudnik.

Für Kleingartenhäuser und Lauben gibt es nach BdV-Angaben Spezialversicherungen, die sowohl den Baukörper als auch dessen Inhalt gegen Versicherungsrisiken wie Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel, Einbruchdiebstahl und Vandalismus nach einem Einbruch absichern. In der Regel, so die Bedingungen bei der Generali Kleingärtner-Versicherung, genügen „kleingartentypische, also einfache Sicherungsanforderungen, d.h. Vergitterungen, Sicherheitsschlösser oder Rollläden sind nicht gefordert.“

Auch Gartenmöbel können unter Umständen gestohlen oder vernichtet werden. „Gute Hausratversicherungen bieten als Extra auch die Mitversicherung von Gartenmöbeln gegen einfachen Diebstahl auf dem Versicherungsgrundstück an, meist aber limitiert zum Beispiel bis 500 oder 1.000 Euro“, ergänzt BdV-Sprecher Rudnik.

Unser Tipp

So vermeiden Sie Unfälle im Garten

• Tragen Sie grundsätzlich festes Schuhwerk und Arbeitshandschuhe. Vor allem beim Rasenmähen passieren immer wieder schwere Unfälle. Niemals in Sandalen oder barfuss mähen. Reparieren und säubern Sie den Rasenmäher nur bei ausgeschaltetem Motor und gezogenem Netzstecker. Vergessen Sie nie, dass der Rotor noch einige Sekunden nachläuft.

• Entfernen Sie keine Schutzvorrichtungen, jeder vierte Unfall bei der Gartenarbeit ist ein Sturz.

• Achten Sie darauf, dass eine Leiter sicher steht und die Sprossen trittfest sind.

• Rollen Sie den Gartenschlauch nach dem Wässern wieder auf (Stolperfalle).

• Überprüfen Sie Ihren Tetanus-Impfschutz. Bei der Gartenarbeit verletzt man sich leicht; selbst kleinste Hautwunden können zu einer Infektion mit Bakterien führen.

• Schützen Sie sich vor Zecken. Sie lauern auch im Garten und können FSME und Borreliose übertragen. Benutzen Sie Insektenschutzmittel und tragen Sie helle Kleidung, denn darauf sind die Tiere besser zu sehen. Bedecken Sie Arme und Beine. Kontrollieren Sie Ihren Körper nach der Gartenarbeit auf Zecken. Gegen FSME sollten Sie geimpft sein.

• Arbeiten Sie möglichst gelenk- und rückenschonend. Vermeiden Sie eine gebückte Arbeitshaltung und nutzen Sie Hebe- und Tragehilfen (z.B. Sackkarren) für den Transport von Gartenkübeln, Säcken mit Blumenerde etc. Im Fachhandel gibt es spezielle Knieschoner und Sitze für die Gartenarbeit. Achten Sie darauf, dass die Geräte gut in der Hand liegen und Ihrer Körpergröße angepasst sind.

• Tragen Sie wettergerechte Kleidung und schützen Sie sich vor der Sonne. Ein Hut hilft, einem Sonnenstich vorzubeugen.

• Prüfen Sie genau, ob der Einsatz von Gartenchemikalien (Pflanzenschutz- und Düngemittel, Unkrautvernichter etc.) wirklich erforderlich ist. Erkundigen Sie sich nach gesundheitlich und ökologisch unbedenklichen Alternativen. Verwenden, lagern und entsorgen Sie Gartenchemikalien nur streng nach Anleitung. Halten Sie Kinder von Gartenchemikalien und -gerätschaften fern.

• Heuschnupfen-Allergiker sollten ihren Rasen vor der Gräserblüte Anfang bis Mitte Mai mähen und immer ganz kurz halten. Anstelle von pollenstarken Pflanzen wie Birke und Hasel sollten sie Rosen, Lippenblütler wie Lavendel und Salbei sowie Kletterpflanzen anbauen.

 

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Horst Peter Wickel
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