Versicherungs-Check Policen jetzt sinnvoll anpassen

Annette Jäger
von Annette Jäger
14.01.2015
Auf einen Blick

Versicherungen sollten regelmäßig auf den Prüfstand: Entspricht der Schutz noch den Lebensumständen? Darauf müssen Sie beim Check achten:

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Auch Versicherungen haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum: Spätestens wenn sich die Lebensumstände ändern, etwa durch Heirat, Kinderkriegen, Jobwechsel, Hausbau oder Haustieranschaffung, ist ein Versicherungs-Check angesagt: Ist der Versicherungsschutz noch zeitgemäß? Sind auch wirklich alle vorhanden Risiken abdeckt? Sonst wähnt man sich in Sicherheit, ist aber im Schadensfall mit Leistungseinbußen konfrontiert.

Eine veränderte Familiensituation ist der häufigste Grund, warum der Versicherungsschutz angepasst werden muss. Meist ist die Versicherungssumme zu korrigieren. Was viele nicht wissen: Bei manchen Versicherungen ist der Versicherte sogar vertraglich dazu verpflichtet, veränderte Verhältnisse zu melden, beispielsweise einen Umzug bei der Hausratversicherung oder einen erhöhten Kilometerstand, wenn man einen Wenigfahrerrabatt in der Kfz-Versicherung nutzt. Versäumt er dies, gilt das als sogenannte Obliegenheitsverletzung. „Die Folgen sind von Fall zu Fall unterschiedlich, je nach Schwere des Verstoßes“, sagt Sascha Straub, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Bayern. So kann der Versicherer entweder Leistungen kürzen, nachträgliche Beitragszahlungen erheben oder den Vertrag sogar kündigen.

Bei welchen Policen lohnt sich ein regelmäßiger Versicherungs-Check?

Private Haftpflichtversicherung im Check

Paare: Paare, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, können eine gemeinsame Familienpolice bei der privaten Haftpflichtversicherung nutzen, auch wenn sie nicht verheiratet sind. Umgekehrt müssen sich getrennte Paare umgehend um eine neue Versicherung kümmern, denn die Familienpolice ist hinfällig.

Kinder:
Neugeborene Kinder sind dem Haftpflicht-Versicherer zu melden. Eigentlich sind Kinder für Schäden, die sie unter sieben Jahren anrichten, nicht haftbar zu machen. Trotzdem kann es sinnvoll sein, dies als Extraschutz in die Versicherung mit aufzunehmen. Dazu muss man mit dem Versicherer klären, ob ein Extrabeitrag nötig ist, oder Kinder bis zu diesem Alter automatisch mitversichert sind. Hat ein Kind seine erste Ausbildung beendet, hat die Familienpolice ausgedient, es benötigt dann eine eigene Versicherung.

Tipp: Bei der Suche nach einer leistungsstarken Police hilft Ihnen der Biallo-Vergleich Haftpflichtversicherung.

Haustiere: Hat man sich einen Hund oder ein Pferd angeschafft, sollte man seinen Versicherungsschutz um eine Tierhalterhaftpflicht erweitern. Denn in der üblichen privaten Haftpflichtversicherung sind diese Tiere nicht integriert. Für Schäden, die die Vierbeiner anrichten, haftet man aber genauso in voller Höhe, wie für selbst verursachte Schäden.

Sport: Ausgefallene Sportarten sind extra zu versichern. Dazu gehört z. B. Motorbootfahren und Paragliding.

Tagesmutter: Eine neue Tätigkeit als Tagesmutter ist zu versichern. Bei neueren Versicherungen ist dieser Schutz automatisch enthalten, in älteren Policen dagegen nicht.

Ehrenamt:
Eine ehrenamtliche Tätigkeit muss ebenso extra versichert sein. Auch dieser Schutz ist bei neueren Versicherungen enthalten. Manchmal sind aber Tätigkeiten in verantwortlichen Positionen ausgeschlossen.

Baustelle: Plant man größere Umbauarbeiten, sollte man eine separate Bauherrenhaftpflicht abschließen. Denn die übliche private Haftpflichtversicherung deckt Schäden, die am Bau entstehen können, nicht mit ab.

Berufsunfähigkeitsversicherung im Check

Familiensituation: Hat man seit Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung eine Familie gegründet, sollte man dringend die vereinbarte Rentenhöhe anpassen, denn in der Regel benötigt man nun eine höhere monatliche Absicherung. Sollte die Police nicht die Option bieten, den Vertrag ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen, kann man alternativ eine zweite Versicherung bei einem anderen Versicherer in Erwägung ziehen. Möglicherweise kommt man damit günstiger weg. 

Tipp:
Mit dem Biallo-Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie nachrechnen, wie viel eine weitere Police kosten würde.

Rentner:
Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen laufen im Rentenalter automatisch aus. Läuft die Police aber bis zum 65. Lebensjahr und man geht schon mit 63 Jahren in Rente, kann man sie umgehend kündigen.

Jobwechsel: Einen Jobwechsel muss man nicht melden. Allerdings kann er relevant sein, wenn man sich selbstständig gemacht hat. Dann ist oft eine Erhöhung der vertraglich vereinbarten Rentenzahlung nötig.

Immobilienkauf: Auch beim Kauf einer Immobilie ist eventuell die Rentenhöhe anzupassen. Denn von dem Betrag wird im Ernstfall auch noch ein Kredit getilgt.


Risikolebensversicherung im Check

Familiensituation: Einmal abgeschlossen, kann man die Risikolebensversicherung nicht mehr verändern. Reicht die Versicherungssumme nicht mehr aus, weil man eine Familie gegründet oder eine Immobilie abzuzahlen hat, empfiehlt es sich, eine zweite Risikolebensversicherung abzuschließen.

Hausratversicherung im Check

Paare:
Zieht ein Paar zusammen und jeder besitzt eine Hausratversicherung müssen die Verträge angepasst werden. Hat einer der Partner nur einen Jahresvertrag, kann man diesen zum Ablauf des Versicherungsjahres kündigen. Bei Policen, die über mehrere Jahre laufen, kann man nicht frühzeitig kündigen. Dafür lässt sich die die Versicherungssumme in beiden Policen anpassen, so dass man in der Summe auf den Wert des gesamten Hausrats kommt. Im Schadensfall zahlen dann beide Policen anteilig.

Scheidung:
Nach einer Scheidung sollten die Ex-Partner daran denken, dass jeder seinen Hausrat wieder selbstständig absichern muss.

Kinder:
Ziehen Kinder in eine eigene Wohnung oder eine WG, benötigen Sie eine eigene Hausratversicherung. Die Eltern können ihre Versicherungssumme nach unten korrigieren. Solange Studenten und Azubis ihren Lebensmittelpunkt aber noch im Elternhaus haben und sie nicht älter als 27 Jahre sind, gilt der Schutz auch für ihr Hab und Gut. Das gilt ebenfalls, wenn sie teilweise ein Zimmer mieten oder in einem Studentenwohnheim untergebracht sind. Ausschlaggebend ist, wo sie die meiste Zeit verbringen und wo der Großteil des persönlichen Hausrats untergebracht ist.

Neuanschaffungen: Hat man neue Möbel oder Wertgegenstände erworben, muss die Versicherungssumme erhöht werden. Dasselbe gilt, wenn sich der Hausstand verkleinert hat. Eine korrekte Angabe ist bei dieser Police besonders wichtig. Ist die Versicherungssumme zu gering angesetzt, erhält man im Schadensfall auch nur anteilig den Neuwert ersetzt.

Umzug: Einen Umzug muss man melden. Denn die Prämie richtet sich nach dem Wohnort. In Gefahrengebieten mit häufigen Einbrüchen kostet die Versicherung mehr.

Baustelle und Urlaub: Alle Arten von Gefahrenerhöhungen muss man dem Versicherer mitteilen. Dazu gehört das Aufstellen eines Baugerüsts am Haus – so können Einbrecher leichter einsteigen – oder auch eine Reise, die länger als 60 Tage dauert.

Unfallversicherung im Check

Familiensituation: Hochzeit oder Kinder sind ein Grund, die Versicherungssumme bei der Unfallversicherung anzupassen – man benötigt nun im Invaliditätsfall mehr Geld als ein Single. Als Faustregel gilt: Ein Familienernährer sollte im Alter von 30 Jahren das fünffache, im Alter von 40 Jahren das vierfache und im Alter von 50 Jahren das dreifache Bruttojahreseinkommen als Versicherungssumme vereinbaren. Im Einzelfall sind aber deutlich höhere Summen nötig, je nachdem welchen finanziellen Verpflichtungen man nachkommen muss und wie der Lebensstandard ist.

Neue Sportart: Sportarten mit Gefahrenpotential wie beispielsweise Drachenfliegen sind ein Grund, den Unfallversicherer zu informieren. Es ist nämlich zu klären, ob die Sportart vom Versicherungsschutz erfasst ist.

Jobwechsel: Auch einen Jobwechsel muss man melden. Denn damit kann sich ebenfalls ein erhöhtes Gefahrenpotential ergeben.

Kfz-Versicherung
im Check

Kaskoversicherung: Ist das Auto bereits in die Jahre gekommen, sollte man überdenken, ob der Vollkaskoschutz in der Kfz-Versicherung noch nötig ist. Manchmal übersteigt die Versicherungsprämie den Zeitwert des Fahrzeugs.

Rabattangebot: Nimmt man ein Rabattangebot wahr, beispielsweise für Wenigfahrer, muss man die Kriterien auch Jahr für Jahr aufs Neue erfüllen. Hat man angegeben, nicht mehr als 12.000 Kilometer im Jahr zu fahren und überschreitet diese Summe dann doch, riskiert man eine saftige Vertragsstrafe.

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Berechnungsgrundlage/Modellfall: 
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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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