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27.05.2013 12:25

Berufsunfähigkeitsversicherung Worauf es ankommt

von
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen. Und bei keiner anderen Police ist der Vertragsinhalt so entscheidend.
Berufsunfähigkeitsversicherung Versicherung Achtung Finanzportal Biallo.de
Der Inhalt machts: Aufpassen heißt es beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung: eigener Vertrag oder Kombi-Police?

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung haben Sie verschiedene Optionen: Sie können eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung als eigenen Vertrag abschließen oder den Schutz gegen Invalidität mit einer Lebensversicherung koppeln – dann handelt es sich um eine sogenannte BUZ, eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Welche der Optionen sinnvoller ist, lässt sich generell nicht beantworten. Bei der Kombination der Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Risikolebensversicherung kann das Paket so wenig kosten, dass Sie eine konkurrenzlos günstige Möglichkeit haben, Ihre Familie oder Ihren Partner für den Fall abzusichern, dass Sie sterben. In diesem Fall ist das Paket meist die richtige Wahl. Wenn Sie aber niemanden abzusichern haben, ist die BUZ nicht die richtige Wahl, sondern Sie sollten eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.


Wie hoch sollte die vereinbarte Rente sein?

Wie viel Geld Sie im Invaliditätsfall von Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, entscheidet im Nachhinein darüber, wie gut der Schutz gewählt war. Sie sollten versuchen, eine Rente zu vereinbaren, die möglichst nahe an Ihr aktuelles Nettoeinkommen heranreicht. Zu 100 Prozent werden Sie dieses Nettoeinkommen nur selten zu einem bezahlbaren Preis abgesichert bekommen - aber weniger als 75 Prozent sollten es auch nicht sein, um die Versorgungslücke mit der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zu groß werden zu lassen. Denn im schlimmsten Fall müssen Sie damit rechnen, dass Sie tatsächlich kein Einkommen mehr erzielen können – die Rente der Berufsunfähigkeitsversicherung wäre dann neben einer eventuellen Zahlung aus der gesetzlichen Rentenversicherung Ihr einziges Einkommen.

Die staatlichen Zahlungen halten sich in Grenzen: Bei Berufsunfähigkeit erhalten diejenigen, die nach 1960 geboren sind, nur noch eine Teilrente bei Erwerbsunfähigkeit. Die liegt bei 3.000 Euro Bruttogehalt in der Regel bei 500 bis 1.000 Euro monatlich, je nachdem, wie viel man noch arbeiten kann. Mehr als ein Drittel des Gehalts wird der Staat in dem Beispiel nie zahlen, kann man noch ein paar Stunden schuften, gibt’s nur knapp 500 Euro.

Dynamisierung für eine steigende Berufsunfähigkeitsrente

Denken Sie daran: Wenn Sie heute 75 Prozent Ihres Nettogehalts absichern, sind das vielleicht in zehn Jahren nur noch 40 oder 50 Prozent, weil das Gehalt gerade in den ersten Berufsjahren sehr stark steigt. Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung sollte da Schritt halten. Da Sie nicht alle paar Jahre einen neuen Vertrag abschließen können, müssen Sie steigende Gehälter bereits beim Vertragsschluss mit einplanen. Eine Möglichkeit dazu ist die Dynamisierung von Beiträgen und Leistungen. Damit vereinbaren Sie bei Vertragsabschluss, dass Ihre Rente pro Jahr um einen festgelegten Satz von meist drei oder fünf Prozent steigt. Der Haken dabei: Die Dynamisierung lässt Ihnen schnell die Beiträge davonlaufen, denn auch die steigen mit der Rente an.

Nachversicherungsgarantie und Rücktrittsrecht des Versicherers

Als Alternative sollten Sie deshalb eine Nachversicherungsgarantie für Ihren Vertrag in Betracht ziehen. Sie gibt im Idealfall die Möglichkeit, ohne erneute Gesundheitsprüfung die vereinbarte Rente zu erhöhen. Meist ist diese Option zur Erhöhung an bestimmte Lebensumstände geknüpft wie etwa Hochzeit, Nachwuchs oder Immobilienkauf. Sinnvoller ist es jedoch, den Invaliditätsschutz ganz ohne Anlass in Intervallen von drei bis fünf Jahren erhöhen zu können. Und einen Top-Vertrag haben Sie, wenn die Erhöhungen auch über den 40. Geburtstag hinaus regelmäßig möglich sind und nicht – wie in vielen Verträgen üblich – die Anpassungen auf 150 bis 175 Prozent der ursprünglich vereinbarten Rente begrenzt sind.

Was Sie über das Rücktrittsrecht des Versicherers wissen müssen

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung hat der Versicherer ein Rücktrittsrecht, wenn sich nach Abschluss des Vertrages herausstellt, dass Sie wichtige Angaben unterlassen haben. Auch nach Eintritt einer Berufsunfähigkeit kann ein solcher Rücktritt noch erfolgen, wenn die verschwiegenen Angaben im Zusammenhang mit der Erkrankung stehen, die letztlich zur Invalidität geführt hat. Auf ein solches Rücktrittsrecht verzichten die Versicherer in guten Verträgen nach spätestens fünf Jahren. Allerdings bezieht sich dieser Rücktrittsverzicht nur auf unabsichtliche Falschangaben im Antrag. Das heißt, nur wenn Sie aus Unwissenheit oder fahrlässig falsche Angaben gemacht haben, behalten Sie nach Ablauf der Rücktrittsfrist den Versicherungsschutz.

Bei arglistiger Täuschung verlieren Sie den Versicherungsschutz

Anders sieht es bei absichtlich gemachten Falschangaben aus. Eine solche arglistige Täuschung berechtigt auch noch Jahre nach Ablauf des Rücktrittsrechts zum Rücktritt, wenn die Täuschung dafür eingesetzt wurde, einen Vertrag zu bekommen, den Sie sonst nicht oder nur zu schlechteren Konditionen bekommen hätten. Das ist bei verschwiegenen Vorerkrankungen zum Beispiel fast immer anzunehmen.

Die Überschussbeteiligung: Bonussystem...

Auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung entstehen Überschüsse, wenn die Versicherer weniger Geld ausgeben mussten als in der Beitragskalkulation vorgesehen war. Und an diesen erwirtschafteten Überschüssen sind Sie als Versicherter beteiligt – genauso wie an den Überschüssen, die aus Kapitalerträgen erwirtschaftet werden. Für Sie als Versicherter ist es vor allem interessant, wie Sie an den Überschüssen beteiligt sind. Diese Beteiligung gibt es in folgenden Formen: als Bonussystem, als Beitragsverrechnung und als verzinsliche Ansammlung. Beim Bonussystem werden die Überschüsse verwendet, um im Fall einer Berufsunfähigkeit die Rente erhöhen zu können. Sie zahlen also einen fixen Beitrag, während die Rentenhöhe erst bei Eintritt der Berufsunfähigkeit feststeht.

...und Beitragsverrechnung

Bei der Beitragsverrechnung dagegen werden die laufenden Überschüsse genutzt, um die Beiträge zu reduzieren. Solche Verträge bieten damit eine fixe Rente, bei der die Beiträge je nach Höhe der erwirtschafteten Überschüsse variieren. Die dritte Variante, die verzinsliche Ansammlung, spart die Überschüsse für die Versicherten und zahlt die angesammelten Überschüsse bei Vertragsende aus. Von dieser Variante ist abzuraten, da der Versicherungsschutz durch diese Art Sparvertrag unnötig teuer wird.

Staffelregelung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung: Ja oder nein?

Die meisten Verträge sehen vor, dass ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent und mehr die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente fällig wird. Es gibt aber auch Verträge mit einer Staffelregelung. Bei diesem Modell wird die Rente schon zum Teil fällig, wenn ein bestimmter Grad der Berufsunfähigkeit erreicht ist. Meist beginnt die Skala mit einem Wert zwischen 25 und 33 Prozent, der dann auch eine Rentenzahlung in Höhe von 25 bis 33 Prozent der vereinbarten Rente auslöst. Bei einer Invalidität von 66 bis 75 Prozent (je nach Versicherer) wird dann die volle Berufsunfähigkeitsrente gezahlt - und damit später als bei der Pauschalregelung. Ihr Vorteil: Bei einem geringen Invaliditätsgrad von unter 50 Prozent sehen die Staffelmodelle eine kleine Rente vor, bei Verträgen ohne Staffelregelung gibt es dann gar nichts. Ab 50 Prozent Invalidität dagegen sind die Verträge mit Staffelregelung ungünstiger, weil es erst mit einem Invaliditätsgrad von deutlich über 50 Prozent die volle Leistung gibt.

Leistungszeit und Risikozeit

Die Leistungszeit ist der Zeitpunkt, bis zu dem der Versicherer zahlen muss, wenn Sie berufsunfähig werden, während die Risikozeit den Moment beschreibt, bis zu dem der Eintritt einer Berufsunfähigkeit überhaupt versichert ist. Eine Variante, um sich günstig gegen Berufsunfähigkeit absichern zu können: Sie trennen bei der Vertragsdauer die Risikozeit und die Leistungszeit, wenn Sie sich gegen Berufsunfähigkeit absichern. Ist die Risikozeit bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit auf den 60. Geburtstag beschränkt, die Leistungszeit aber auf 67, heißt das für Sie: Werden Sie vor dem 60. Geburtstag berufsunfähig, erhalten Sie bis zum 67. Geburtstag die vereinbarte Rente. Werden Sie nach dem 60. Geburtstag berufsunfähig, muss die Versicherung gar nicht mehr zahlen. Ein prämiensparender Kompromiss, mit dem die meisten gut leben können, denn im Alter ist das eigene Vermögen sowie das Einkommen eines Partners oft ausreichend, um ein paar Jahre finanziell überbrücken zu können.
Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
21.11.2010 - von Florian R.
Gegenargumente
Gut recherierter Artikel, der sich besonders durch die konkreten Rechnungsbeispiele wohltuend von vielen anderen abhebt. Wohl in dieser Kompaktheit nicht häufig zu finden.
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