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28.04.2014 15:12

Home Office Bei der Arbeit zuhause richtig versichert

von Horst Peter Wickel Autor
Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung arbeiten rund 4,7 Millionen Bürger im Home Office. Dabei kommt es auf die richtige Versicherung an.
Home Office Bei der Arbeit zuhause richtig versichert
Immer mehr Erwerbstätige arbeiten im Home Office
Arbeiten zuhause, im sogenannten Home Office, ist zum Massenphänomen geworden. „Die Zeiten strikt standortgebundener Arbeitsformen und starrer Arbeitszeiten gehören der Vergangenheit an“, sagt Benedikt Haas, der den Personalbereich der Bayern LB leitet. Seit dem Jahr 2001 bietet zum Beispiel die Bayern LB ihren Mitarbeitern die Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeitgestaltung durch Telearbeit an. Derzeit haben nach Haas‘ Angaben knapp sieben Prozent der BayernLB-Mitarbeiter zu Hause einen fest installierten Telearbeitsplatz und circa 30 Prozent der Mitarbeiter nutzen gelegentlich die Möglichkeit, per Laptop von zu Hause aus zu arbeiten. Nach einer aktuellen Studie des Center of Human Resources Information Systems der Universitäten Bamberg und Frankfurt/Main begrüßen mehr als 80 Prozent der Arbeitnehmer flexible Arbeitszeiten, die ihnen die Möglichkeit bieten, teilweise im Home Office, sprich von zuhause aus, zu arbeiten.

Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) in Verbindung mit der Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) findet auf das Home office voll Anwendung. Es ist auch dort Arbeitgeberpflicht, für geeignete und sichere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Hierzu muss in der Regel ein Zutrittsrecht des Arbeitgebers und ggf. beauftragter Personen (Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Datenschutzbeauftragter) in die private Wohnung des Mitarbeiters vereinbart werden.

Zwar besteht auch im Home Office Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung, auch der Weg ins Büro unterliegt dem gesetzlichen Versicherungsschutz – aber was ist mit dem Weg zum heimischen Büro oder bei Arbeitspausen?
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Foto(s): Alexander Heimann /ddp

Unfallversicherung im Home Office

Der Büroarbeiter genießt auf dem Weg zur Kaffeemaschine im Büro oder sogar auf dem Weg ins Bistro während der Mittagspause den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Für den Heimarbeiter endet der gesetzliche Unfallschutz an der Tür des Home Office. Wenn der Heimarbeiter sich aus der Küche eine Tasse Kaffee holt, betritt er privaten Raum – und dann endet der Geltungsbereich der gesetzlichen Unfallversicherung. Das gilt beispielsweise auch für Toilettengänge. Der gesetzliche Unfallschutz setzt erst beim Verlassen der Wohnung wieder ein, zum Beispiel dann, wenn der Arbeitnehmer vom Home Office in die Firma fährt.

Urteil - Home Office

So hatte sich die Berufsgenossenschaft geweigert, Versicherungsschutz für eine Arbeitnehmerin zu gewähren, die auf dem Weg zu ihrem Home Office stürzte und sich das Bein brach. Die Arbeitnehmerin wohnte im Obergeschoss, ihr ausschließlich betrieblich genutztes Büro lag im Erdgeschoss desselben Gebäudes. Den Unfall wollte die Frau als Wegeunfall bei der Berufsgenossenschaft geltend machen, doch diese lehnte mit der Begründung ab, es liege kein Arbeitsunfall vor. Der Grund: Die Frau habe sich zum Unfallzeitpunkt im privaten, häuslichen und damit im nicht versicherten Bereich aufgehalten. Als die Betroffene vor Gericht zog, verlor sie. Die Richter des Sozialgerichts Karlsruhe gaben der Berufsgenossenschaft recht (Urteil vom 30. September 2010, Aktenzeichen: S 4 U 675/10). Ihre Begründung: Der Weg zum häuslichen Arbeitszimmer sei nicht gesetzlich unfallversichert. Erst die Außentür des Wohngebäudes bilde die Grenze vom Privatbereich zum Betriebsweg. Die Außentür müsse zwar nicht zwangsläufig die Haustür sein. Es könne auch eine Wohnungstür sein, mit der der private häusliche Bereich verlassen wird. Doch hier habe sich der Unfall eindeutig im Privatbereich abgespielt. Bewusst habe das Bundessozialgericht die Grenze zwischen dem unversicherten häuslichen Lebensbereich und dem versicherten Betriebsweg sehr eng gezogen, um zu verhindern, dass Arbeitnehmer schlechter gestellt sind, deren Arbeitsplatz außerhalb des Wohnraums liege und deren Betriebsweg zwangsläufig erst mit Verlassen der Außenhaustür beginne.

Home Office - Versicherung auf den Prüfstand

Mitarbeiter, die im Home Office arbeiten, sollten ihren Versicherungsschutz prüfen, raten deshalb Versicherer wie die Universa. Pressesprecher Stefan Taschner sagt: „In der gesetzlichen Unfallversicherung sind sie in der Regel nur während ihrer beruflichen Tätigkeit versichert. Sobald der Angestellte, beispielsweise in der Pause, gleichzeitig private Dinge erledigt, endet der gesetzliche Schutz.“ Dann hilft nur eine private Unfallversicherung. Und für den Fall, dass der Beruf auf Dauer nicht mehr ausgeübt werden kann, eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
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„Was mir im Büro passiert, das darf mir auch im Home Office passieren"

Arbeitgeber sollten ohnehin grundsätzlich mit dem Arbeitnehmer vereinbaren, unter welchen Bedingungen dieser daheim arbeitet. Denn auch bei der Arbeit außerhalb ist der Arbeitnehmer grundsätzlich genauso abgesichert wie bei der Büroarbeit. Versicherungstechnisch gilt, so Christian Lübke vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): „Was mir im Büro passiert, das darf mir auch im Home Office passieren." Das bedeutet, dass der Arbeitgeber für Schäden gerade stehen muss, die durch den Arbeitnehmer entstehen. Der Laptop, den der Arbeitnehmer mit nach Hause nimmt, ist ebenso über die Betriebsinhaltsversicherung abgesichert wie der PC im Büro. Gleiches gilt für die Betriebshaftpflicht: Verursacht der Arbeitnehmer aus dem Home Office einen Schaden, dann muss dafür die Betriebshaftpflicht des Unternehmens eintreten, als wäre der Schaden während der Bürozeiten des Mitarbeiters eingetreten.

Home Office und Hausrat

Aber welchen Schutz bietet die Hausratversicherung bei Schäden im Home Office? Sind Arbeitsgerate und Einrichtungsgegenstände gegen Brand oder Diebstahl versichert? Eigentlich werden sie wie sonstiger Hausrat betrachtet - „auch ein Notarzt-Koffer oder das Maniküre-Set einer mobilen Kosmetikerin gehört dazu“, sagt Martina Susenberger von der Gothaer Versicherung. Der Versicherungskunde sollte aber prüfen, ob nach Neuanschaffungen die Versicherungssumme noch ausreicht.“ Problematisch kann es zudem bei Handels- und Vorführware werden, denn sie ist, insbesondere bei älteren Versicherungsbedingungen, meist ausgeschlossen. Bei moderneren Hausratversicherungen sind oftmals Handelsware und Musterkollektionen mitversichert - der Versicherungskunde sollte aber auf die Entschädigungsgrenzen achten. Susenberger rät daher: „Sprechen Sie wegen des Arbeitszimmers mit dem Versicherer. Mitunter ist eine Mitversicherung bei der Hausratpolice machbar, ansonsten bleibt der Abschluss einer sogenannten Geschäftsinhaltsversicherung.“
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