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19.01.2016 15:44

Gesetzliche Krankenkasse So erhalten Sie eine Erstattung der Zuzahlungen

von Annette Jäger Autor
Hatten Sie als Kassenpatient im vergangenen Jahr hohe Ausgaben für Zuzahlungen zu Medikamenten oder Arztrezepten? Dann steht ihnen möglicherweise eine Erstattung zu. Denn mehr als zwei Prozent Ihres Jahresbruttoeinkommens müssen Sie nicht aufbringen.
Gesetzliche Krankenkasse So erhalten Sie eine Erstattung der Zuzahlungen
Nicht nur Rezeptgebühren tragen zu einem großen Teil der Zuzahlungen bei gesetzlich Versicherten bei
Zehn Euro hier, zwanzig Euro da – für Medikamente und Hilfsmittel, für stationäre Aufenthalte, Krankengymnastikrezepte oder Zahnarztbehandlungen müssen Sie als Kassenpatient aus eigener Tasche etwas dazuzahlen. Diese Zuzahlungen summieren sich ganz schön im Jahr, vor allem, wenn Sie eine langwierige Krankheit hatten, einen Krankenhausaufenthalt mit Reha-Behandlung hinter sich haben oder chronisch krank sind.
 

Bei Zuzahlungen gelten Freibeträge

Sie müssen sich aber nicht unbegrenzt an den Kosten beteiligen. Zwei Prozent Ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen hat der Gesetzgeber als zumutbare Zuzahlungen vorgesehen, ein Prozent bei chronisch kranken Patienten. Zu den Einnahmen zählen neben den Einnahmen des Kassenmitglieds auch Einnahmen anderer im gemeinsamen Haushalt lebender Personen, also beispielsweise jene des Ehegatten, ganz gleich ob dieser familienversichert oder selbst versichert ist. Von den Bruttoeinnahmen dürfen Sie noch Freibeträge für Familienmitglieder abziehen: 5.229 Euro für den Ehegatten und 7.248 Euro pro Kind, für Alleinerziehende gelten dieselben Beträge. Liegt die Summe der Zuzahlungen über dem individuellen Limit, gibt es eine Erstattung von der Krankenkasse.
Ein Rechenbeispiel: Sie verdienen gemeinsam mit Ihrem Ehepartner 35.000 Euro im Jahr. Sie dürfen von dieser Summe 5.229 Euro für den Ehegatten abziehen sowie insgesamt 14.496 Euro für die beiden Kinder. So verbleiben nur noch 15.275 Euro. Davon müssen Sie zwei Prozent an Zuzahlungen im Jahr leisten. Das sind 305,50 Euro. Sollten Sie chronisch krank sein, müssen sie nur 152,75 Euro bezahlen.
Gesetzliche Krankenversicherung

So funktioniert die Erstattung der Zuzahlungen

Haben Sie alle Belege aufgehoben? Dann rechnen Sie doch mal aus, was Sie an Zuzahlungen im Jahr 2015 geleistet haben. Für eine Erstattung müssen Sie die Belege inklusive Einkommensbescheid bei Ihrer Krankenkasse vorlegen. Gesetzlich sind die Kassen nicht zu einer rückwirkenden Erstattung verpflichtet, die meisten handhaben das aber in der Praxis ohne Komplikationen. „Das ist problemlos möglich. Sie können bis zu vier Jahre rückwirkend Zuzahlungen über ihrer individuellen Belastungsgrenze zurückerstattet bekommen“, sagt Axel Wunsch von der Barmer GEK. Bei der Techniker Krankenkasse gelten dieselben Regelungen.

Befreiung von Zuzahlungen im Voraus

Wer dauerhaft eine hohe Belastung an Zuzahlungskosten hat, kann sich auch schon im Voraus für das laufende Jahr befreien lassen. Dann zahlen Sie am Jahresanfang den gesamten Betrag – im obigen Beispiel 305,50 Euro bzw. 152,75 Euro – und sind somit mit der gesamten Familie für das kommende Kalenderjahr von Zuzahlungen befreit. „Der Versicherte erspart sich das Sammeln der Zuzahlungsbelege und wird sofort befreit“, heißt es bei der Techniker. Sie erhalten dann einen Befreiungsbescheid, den Sie in der Apotheke vorlegen können. Viele Krankenkassen bieten im Internet Berechnungsschemata auf ihrer Website an, mit denen Sie Ihre persönliche Belastungsgrenze ausrechnen können.

Eines sollten Sie wissen:
Als Zuzahlungen gelten nur solche Kosten, die dadurch entstehen, dass der Arzt ein Medikament oder eine Anwendung verordnet. Wenn Sie auf eigene Faust nichtverschreibungspflichtige Medikamente kaufen oder sich privat beim Osteopathen behandeln lassen, gilt dies nicht als Zuzahlung.

Die wichtigsten Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenkasse


Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse

Das muss der Patient selbst bezahlen*

Arznei- und Verbandsmittel

Zehn Prozent vom Abgabepreis, mindestens fünf, maximal zehn Euro pro Arzneimittelpackung.

Hilfsmittel (z.B. Rollstühle, Gehilfen, Hörgeräte)

Zehn Prozent vom Abgabepreis bzw. vom Festbetrag, mindestens fünf, maximal zehn Euro.

Hilfsmittel (zum Verbrauch bestimmte, z.B. Stoma-Zubehör)

Zehn Prozent je Packung, maximal zehn Euro im Monat je Indikation.

Heilmittel (z.B. Massagen, Krankengymnastik, Logopädie)

Zehn Prozent der Kosten plus zehn Euro pro Verordnung.

Fahrtkosten (zu und von stationären Behandlungen, bei Transport in Rettungsfahrzeugen oder Krankenwagen)

Zehn Prozent der Kosten, mindestens fünf Euro,

maximal zehn Euro. Fahrten mit dem Taxi oder öffentlichen Verkehrsmitteln werden nur in Ausnahmefällen übernommen.

Vollstationäre Krankenhausbehandlung

Zehn Euro je Kalendertag für maximal 28 Tage je Kalenderjahr.

Haushaltshilfe

Zehn Prozent der Kosten pro Kalendertag, mindestens fünf Euro, maximal zehn Euro. Bei Haushaltshilfe im Rahmen der Schwangerschaft und der Entbindung ist keine Zuzahlung zu entrichten.

Häusliche Krankenpflege

Zehn Prozent der Kosten, begrenzt auf die ersten 28 Kalendertage der Leistungsinanspruchnahme je Kalenderjahr, plus zehn Euro je Verordnung.


* Kinder und Jugendliche sind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr von Zuzahlungen befreit, außer bei den Fahrtkosten.

Stand: 12.01.2016

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