Startseite | RSS | Mobil | Sitemap |
Dienstag, 30.08.2016 12:45 Uhr
Newsletter:
Suche:
Startseite
Startseite > Versicherungen > Gesetzliche Krankenversicherung
Artikel bewerten:
AAA
11.02.2015 15:35

Gesetzliche Krankenversicherung So senken Selbstständige ihre Beiträge

von Rolf Winkel Autor
Rund 320 Euro Monatsbeitrag allein für die Krankenversicherung. So viel müssen auch Selbstständige mit niedrigem Einkommen in der Regel zahlen, wenn sie freiwillig gesetzlich versichert sind. Wer Bescheid weiß, kann die Beiträge allerdings um bis zu ein Drittel senken.
Gesetzliche Krankenversicherung So senken Selbstständige ihre Beiträge
Krankenversicherung für Selbstständige - ein teurer Spass

Die Regel

Der Monatsbeitrag für Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung wird im Regelfall auf Grundlage der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 4.125 Euro berechnet. Das macht dann - je nach Höhe des Zusatzbeitrages, den die jeweilige Kasse erhebt -  bis zu 630 Euro (mit Anspruch auf Krankengeld) im Monat für die Krankenversicherung. Hinzu kommen noch die Beiträge für die Pflegeversicherung.

Ausnahme

Wer niedrigere Gewinne hat, muss dies nachweisen, die Kassen verlangen dann auch nur niedrigere Beiträge. Die Beiträge werden dann aber mindestens auf Grundlage von 75 Prozent der monatlichen Bezugsgröße berechnet. Diese entspricht etwa dem Durchschnittseinkommen der Versicherten. 75 Prozent hiervon sind 2015 immerhin 2126,25 Euro. Daraus ergibt sich ein monatlicher Beitrag von rund 330 Euro (mit Anspruch auf Krankengeld).
Gesetzliche Krankenversicherung
Rechner
GKV-Zuzahlungs-Rechner
Wie viel müssen Sie zu Ihren Gesundheitsausgaben noch zuzahlen?
Private Krankenversicherung
Lohnt der Wechsel in eine private Krankenversicherung? Hier gibt’s die günstigsten Angebote mit Tarifbeispielen.
Foto(s): Johannes Eisele/ddp

Härtefall-Einstufung möglich

Doch auch das ist für viele Selbstständige kaum tragbar. Wer niedrigere Einkünfte hat, sollte umgehend mit seiner Krankenkasse Kontakt aufnehmen. Nach Paragraph 240 Abs. 4 SGB V kann er nämlich eine Einstufung als Härtefall beantragen. Ein Alleinstehender, der beispielsweise einen Betriebsgewinn in Höhe von 1400 Euro hat, muss auf dieser Grundlage Beiträge entrichten. Mindestens werden die Beiträge aber auf Basis von  1.417,50 Euro berechnet, was einem Monatsbeitrag von rund  220 Euro (mit Anspruch auf Krankengeld) entspricht. Eine Härtefall-Neueinstufung ist erst ab dem Folgemonat nach der Beantragung möglich. „Die Feststellung der sozialen Härte sollte also umgehend beantragt werden“, rät Renate Marzioch von der Knappschaft.

Partnereinkommen

Komplizierter wird es für diejenigen, die in einer Partnerschaft leben, wobei auch die eheähnliche Partnerschaft zählt. Eine soziale Härte liegt dann vor, wenn die Hälfte des gesamten Einkommens der Bedarfsgemeinschaft geringer ist als 75 Prozent der monatlichen Bezugsgröße (2015: 2126,25 Euro). Für jedes in der Bedarfsgemeinschaft lebende Kind, das familienversichert ist, wird ein Betrag in Höhe von einem Fünftel der monatlichen Bezugsgröße (2015 = 567 Euro) vom Einkommen der Bedarfsgemeinschaft abgesetzt.

Beispiel

Eine Selbstständige erzielt nur noch einen monatlichen Gewinn in Höhe von 1.200 Euro. Das Einkommen ihres Ehemanns beträgt monatlich 2.800 Euro brutto, so dass die Bedarfsgemeinschaft (BG) nach den Rechen-Regeln der Krankenkassen über Einkünfte in Höhe von monatlich 4.000 Euro verfügt. Das Paar hat zwei Kinder. Bei der Berechnung des Einkommens der Bedarfsgemeinschaft werden für jedes Kind 567 Euro abgezogen. Das rechnerische Einkommen des Paars reduziert sich damit auf (4000 Euro minus 1134 Euro =) 2866 Euro. Die Hälfte davon, das sind 1433 Euro. Dieser Betrag liegt unterhalb von 75 Prozent der monatlichen Bezugsgröße. Somit ist diese Voraussetzung für das Vorliegen der sozialen Härte erfüllt. Die Beiträge werden dann auf Grundlage eines (fiktiven) Einkommens in Höhe von 1.417,50 Euro berechnet. Eine Berechnung auf Grundlage des tatsächlichen Gewinns in Höhe von 1.200 Euro ist nicht möglich, da dieser Betrag die Mindestbemessungsgrundlage von 1.417,50 Euro unterschreitet.

Vermögen

Wenn die Krankenkasse prüft, ob die Härtefallregelung anzuwenden ist, zählt allerdings – so die Knappschafts-Expertin – auch das Vermögen des Versicherten und seines Partners. Als Härtefall gilt 2015 niemand, dessen Vermögen höher als 11.340 Euro ist. Rücklagen fürs Alter zählen allerdings nicht mit. Als Härtefall gilt zudem nicht, wer steuerpflichtige Einnahmen aus Kapitalvermögen erzielt oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

Einkommensnachweis per Einkommensteuerbescheid

Die Einstufung von Selbstständigen durch die Krankenkassen erfolgt auf Basis des Gewinns, den die Betroffenen zuletzt laut Steuerbescheid erzielt haben. Zu Beginn der selbstständigen Tätigkeit wird die Grundlage der Beitragsbemessung zunächst nur vorläufig festgesetzt – und zwar in der Regel aufgrund von Erklärungen eines Steuerberaters bzw. Schätzungen der zu erwartenden Einnahmen durch den Versicherten. Endgültig abgerechnet wird dann erst später nach Vorlage des Steuerbescheids.
Digitaler Versicherungsordner

Noch mehr Verbrauchertipps?

Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen Biallo-Newsletter!

Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
04.08.2016 - von Andrea G.
Gesundheit als Luxus
Das Gesundheitssystem in Deutschland ist teuer, weil bei den Versicherungen gewinnorientiertes Denken über der Gesundheit der Bevölkerung steht. Es geht also nicht um Gesundheit sondern um Geld. Krankenversicherungen können die Politik dirigieren, weil diese sich von Ihnen abhängig macht - siehe Versicherungspflicht für Selbständige ab 2009, pünklich zur Wirtschaftskriese! - damit viele Freiberufler nicht Ihre Beiträge aussetzten konnten. Es werden Unsummen an Beiträgen gezahlt, aber die Leistungen immer weiter gekürzt. Wenn ein bettelarmes Land wie Kuba kostenfreie Gesundheitsversorgung und billige Medikamente bereitstellen kann, darf man sich fragen, wo die Milliarden an Kassenbeiträgen in Deutschland wirklich hingehen. Was hierzulande völlig fehlt, ist eine Selbstzahler-Option. Wer wenig verdient (z.B. Freelancer, Start-Ups oder Ich-AG bzw. neu UG), soll lieber den Arzt anstatt die Versicherung zahlen können. Wenn ich meine Kassenbeiträge gegen meine Arztrechnungen aufliste, könnte ich inzwischen aus dem Überschuss einen mehrjährigen fistclass Klinikaufenthalt mit 3 OPs finanzieren.
28.07.2016 - von Gerhard Dietz
Nicht nachvollziehbare Berechnung
Bei der Berechnung des Einkommens zählen nur Einnahmen, nicht aber Verluste. 2013 bei Einkommen aus Beteiligung 43000 € Verlust. Zählt nicht. 2014 58000 € Gewinn aus Beteiligung zählt voll. Einkommen lt. Steuererklärung interessiert überhaupt nicht. Wie kann das sein ?
11.10.2015 - von Thomas Fay
Thomas Fay
Interessante Kommentare, die Krankenversicherungen sind die Ersten, die Dich in die Insolvenz schicken. Machen kannst du dagegen nichts. Die sagen einfach Sie haben das und das verdient. Nun zahlen Sie einfach mal kräftig nach. Deine Ausgaben interessieren Sie nicht.
24.09.2015 - von Tommi H.
Asoziales System
In Deutschland zahlt jemand, der wenig verdient, mehr Krankenkassenbeiträge als jemand, der mehr verdient. Man glaubt es nicht, aber es ist wahr. Wer sich im Minijob freiwillig versichert, zahlt mitunter doppelt so viel wie derjenige, der einen Midijob oder einen regulären Teilzeitjob hat. Bei den Selbständigen ist es genauso. Grund ist die unsägliche Mindestbemessungsgrundlage. In einem Land, das sich sozial nennt und das sich Gerechtigkeit auf seine Fahnen geschrieben hat, ist dies ein unfassbarer Zustand. Überdies durch nichts zu begründen. Noch unfassbarer ist, dass noch kein Proteststurm dieses Gesetz gekippt hat. Wie kann die Politik so etwas eigentlich rechtfertigen? Was spricht denn gegen eine prozentuale Berechnung auf Grundlage der realen Einkünfte, ganz gleich ob als Minijobber oder Freiberufler? Was für Angestellte gilt, soll für Geringverdiener nicht gelten? Deutschland, Du bist kein soziales Land.
10.08.2015 - von Petra M.
Bin Fassungslos !!!
Lieber Jürgen W., natürlich ist die Gesundheit eines jeden Menschen höchstes Gut. Die Aussage, Selbstständige sollen mal schön Zahlen, kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Wie der Name schon sagt SELBST UND STÄNDIG... ich zahle jeden Monat für meine Kinder und mich 957 Euro! Nein, ich habe mich nicht vertippt, aber meinst du der Schnupfen, oder irgend eine andere Krankheit ist dadurch teurer oder billiger für uns? Zudem können es sich Selbstständige kaum erlauben krank zu werden, da sie dann keine Lohnfortzahlung haben, die einem die Sorgen nehmen. Die Aussage, wenn man so viel zahlen muss, verdient man ja auch gut...zählt auch nicht. Dafür arbeite ich jeden Tag 12-14 Stunden. Der Dank, man wird gemolken wo es nur geht... Einkommensteuer, Gewerbesteuer, BGW Beiträge, etc. Im Jahr 50.000 Euro, und mit dem Geld was mir übrig bleibt, kurbel ich auch noch die Wirtschaft an, wovon sich der Staat nochmal 19% Umsatzsteuer reinschraubt! Dann hört man noch aus den jüngeren Reihen... warum soll ich arbeiten gehen, ich bekomme mein Geld auch so... und von wem? Von mir und allen anderen Selbständigen!
01.08.2015 - von Marianna
Höchstes Betrag :/
Ich bin selbständige Reinigungskraft , mein monatlicher Mindestlohn liegt bei 1100 Euro, aber die AOK Krankenkasse verlangt 376 Euro monatlich. Meine erste selbständig zeit 1.Oktober 2014 bis 31 Dezember 2015 , 3 monate Einkommensteuer 2300 Euro ud ca: 1100 euro ich muss Krankenversicherung zahlen , das ist nicht normal, mir bleiben mindest 400 Euro monatlich. :(((
28.06.2015 - von Fatma1
ca. 95% KV-Beitrag
Ich bin selbstständige Reinigungskraft. Mein Vermögen ist über 12.000 Euro. Letztes Jahr habe ich ganz knapp über 400 Euro netto monatlich zum Familieneinkommen beigetragen. Die Quittung dafür sind jetzt ca. 95% Krankenversicherungsbeiträge, dann noch Steuern etc. pp. Insgesamt habe ich echt viel gearbeitet letztes Jahr! Und effektiv muss ich jetzt noch dazu bezahlen... Ich verstehe echt die Welt nicht mehr...
22.06.2015 - von Herbert Flege
Gesetzliche Krankenkassen für selbstständige viel zu teuer!
Das ist schon Wucher. ich muss jetzt fast 500 EUR. monatlich zahlen. Wahnsinn!Berechnung nach Einnahme aus Gewerbe. Die Unkosten als Selbstständiger sieht keiner. Wie hoch müssen die Stundenlöhne noch werden um die laufenden Nebenkosten zu decken. Ich zahle praktisch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil. Das kann man seinen Kunden gar nicht mehr zumuten,solche Stundenlöhne zu bezahlen. Erhöht man um 1 EUR., bleiben Dir 40 Cent. Den Rest frist der Statt. Nur noch Abzocke!!!
12.02.2015 - von Jürgen W.
Krankenversicherung gibts nicht zum "Nulltarif"
Diejenigen, die sich über nur 237 Euro als KV-Beitrag aufregen, sollten bedenken, dass KV-Schutz nunmal ein teures Gut ist und jeder, der sich selbständig macht, sollte wissen, dass dies mit Risiken verbunden ist und nicht versuchen, sich mit seinen Krankheitskosten auf Kosten der anderen Mitglieder der Krankenkassen subventionieren zu lassen.
10.12.2014 - von Raider
Für'n A - Selbständigkeit so unnöglich für Kleinverdiener!
Die Krankenversicherungsbeiträge - Härtefall genannt sind für Geringverdiener viel zu hoch, wo Angestellte einen Beitrag von unter 100 Euro hätten, gillt bei dem Härtefall die Mindestbemessungsgrenze und das sind bei mir GK 237 Euro - die 214 Euro - wo soll das sein?! Auf jeden Fall sollten die Beiträge für Selbständige mal schön prozentual bemessen werden, weil mich hat das zum Amt getrieben, ist wohl Absicht! Und da ist der Beitrag für die Selbständigen mit Zuschuss plötzlich viel billiger. Wo ist der Gesetzgeber? Diese himmelschreienden Mißstände gehören beseitigt!
21.10.2014 - von Sabrina
Ohne Anspruch auf Krankengeld
Ich bin selbstständig mit einem geringen Einkommen (noch , da Neugründer), sowie freiwillig GKV und falle unter die Beitragsbemessungsgrenze. Ich habe monatlich 237,- gezahlt - ohne Anspruch auf Krankengeld. Jetzt habe ich den neuen Antrag (bekomme ihn gefühlt alle 3 Monate) nicht schnell genug und innerhalb von 14 Tagen ausgefüllt und zurück geschickt und wurde direkt auf 356,69 mtl. hoch gestuft. Ebenfalls ohne Anspruch auf Krankengeld. Die Krankenkassen verhalten sich wirklich existenzbedrohend. Mein Partner ist bei der privaten KV und ist it allem wesentlich besser dran. Ich habe 20 Jahre mehr als gut eingezahlt und das fast immer 13,5 Monate im Jahr (12 + Urlaub & Weihnachtsgeld), wobei man ja nur an 12 krank werden kann. Jetzt macht man sich selbstständig und bekommt so einen Schlag in den Nacken und wenn man wirklcih Bedarf an Untersuchungen hat, muss man sie auch noch zum größten Teil aus der eigenen Tasche bezahlen. Ich frage mich, wie sich die Summen zusamnen setzen. Unfassbar
19.05.2014 - von Jens Möller
EU Krankenversichert
Wir haben doch die EU gegründet und zahlen mit einer einheitlichen EU Währung und ich möchte mich jetzt auch in einem EU Land innerhalb der EU krankenversichern!! Wie geht das??
09.11.2012 - von Sigrid F.
Einige gesetzliche Krankenkassen schließen Geringverdiener als Mitglieder aus
Wie nun veröffentlicht wurde, soll es auch gesetzliche Krankenkassen geben, die nicht einmal neue Mitglieder aufnehmen, die 'Geringverdiener' sind. Hinzu kommt sogar, dass die nicht ausfgenommen werden, die chronisch krank sind oder gar alt. Das macht einen ganz schön wütend.
28.10.2012 - von Elmar Mellwig
Bitte angaben vervollständigen!
Bitte machen Sie die gleichen Angaben auch ohne Einschluss von Krankengeld! Bitte geben sie einen Überblick über die Einsparungsmögliochkiten durch Wahltarife. MfG E.Mellwig
Kommentar schreiben
Name:
E-Mail:

Ziffern hier eingeben: (neu laden)
Überschrift:
Kommentar:
Abschicken
Foto: avemario / Shutterstock.com ID:7462
Nach oben
Anzeige
Anzeige
PKV
Private Krankenversicherung
Mit dem Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung können Sie viel Geld sparen und Ihre Versorgung verbessern. Lassen Sie sich jetzt unverbindlich und kostenlos ein Angebot erstellen.
Private Krankenversicherung
.
© 2016 Biallo & Team GmbH Partnerseiten: