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07.07.2013 13:27

Gesetzliche Krankenkasse Kasse muss Kosten für Psychotherapie erstatten

von Annette Jäger Autor
Eine Psychotherapie muss die gesetzliche Krankenkasse im Notfall auch bei einem Therapeuten ohne Kassenzulassung erstatten. Das muss man dabei beachten.
Gesetzliche Krankenkasse Kasse muss Kosten für Psychotherapie erstatten Finanzportal Biallo.de
Die Kostenübernahme wird ausschließlich für kassenärztlich anerkannte Therapieverfahren genehmigt
Freie Therapieplätze sind oft Mangelware. „Das ist vor allem in ländlichen Gebieten ein bekanntes Problem“, sagt Charlotte Henkel von der Patientenberatung der Verbraucherzentrale Hamburg. Wartezeiten von bis zu drei Monaten sind keine Seltenheit. Manchmal kann der Patient aber nicht so lange warten, bis er mit einer Therapie beginnt. Dann darf er auch einen Therapeuten ohne Kassenzulassung aufsuchen. Abgerechnet wird dann privat, die Rechnung reicht er bei der Krankenkasse zur Kostenerstattung ein. Dieser Ausnahmefall ist in Paragraph 13 Absatz 3, 5. Sozialgesetzbuch geregelt.

Damit die Kostenübernahme auch garantiert ist, sollte man sich zunächst an seine Krankenkasse wenden, wenn man keinen Therapeuten mit Kassenzulassung findet. Oft haben die Krankenkassen Therapeutenverzeichnisse und können bei der Suche helfen. Allerdings muss man wissen: „Findet die Kasse einen Therapeuten, ist man verpflichtet, diesen auch zu wählen“, sagt Henkel. Dann kann man nicht von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen, die es erlaubt, zu einem Therapeuten ohne Kassenzulassung zu gehen, also eine sogenannte außervertragliche psychotherapeutische Behandlung wahrzunehmen.
Findet die Kasse jedoch auch keinen Therapeuten, kann man einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Dazu sollte man sich von seinem Hausarzt oder einem Psychiater eine schriftliche Bestätigung geben lassen, dass es sich um einen Notfall handelt. Manche Kassen möchten auch schriftliche Ablehnungsbescheide der vergeblich angesprochenen Therapeuten vorgelegt bekommen, anderen reicht eine Dokumentation von Telefonanrufen mit Uhrzeit und Datum. Die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung empfiehlt, diese Unterlagen zusammen mit einem formlosen Schreiben, in dem man die Gründe darlegt, warum man die außervertragliche Therapie in Anspruch nehmen möchte, an die Kasse zu schicken. Zusätzlich muss der gewählte Therapeut einen Antragsbericht an die Kasse schicken, in dem er die Notwendigkeit der Therapie bescheinigt.

In der Regel bewilligt die Kasse zunächst nur fünf Sitzungen, die sogenannten probatorischen Sitzungen, in denen man herausfinden kann, ob der Therapeut zu einem passt. „Es kann auch passieren, dass man die ersten fünf Sitzungen aus eigner Tasche bezahlen muss, ebenso wie die Erstellung des Antragsberichts“, sagt Henkel. Manche Kassen übernehmen diese Kosten auch. Dies sollte man vorab mit seiner Kasse klären.
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Kostenübernahme abgelehnt? Widerspruch einlegen

Sollte die Kasse die Kostenübernahme ablehnen, kann man Widerspruch einlegen. „Das sollte man schriftlich tun innerhalb von vier Wochen ab dem Zustellungstermin der Absage“, sagt Henkel. Gleichzeitig empfehle es sich, ein einstweiliges Anordnungsverfahren einzuleiten. Denn eine Klage vor dem Sozialgericht dauert sehr lange. Wie ein solches Verfahren abläuft, erfährt man bei der Protokollstelle des zuständigen Sozialgerichts. Die Kommune kann bei der Suche helfe. Die Protokollstelle ist dabei behilflich, ein solches Anordnungsverfahren in die Wege zu leiten.

Patienten, die einen ganze bestimmten Therapeuten wünschen, sollten sich nicht dazu verleiten lassen, einen Notfall zu kreieren, nur damit die Kasse die Therapiekosten bei einem Wunsch-Therapeuten ohne Kassenzulassung übernimmt, warnt Henkel. Die Kassen prüfen die Notwendigkeit und die Notfallsituation genau. Und da man in der Regel mit der Therapie bereits beginnt, während das Antragsverfahren zur Kostenübernahme noch läuft – denn man benötigt ja den Antragsbericht des Therapeuten – kann man auf den Therapiekosten sitzen bleiben.

Grundsätzlich kann man einen Therapeuten mit Kassenzulassung aufsuchen, ohne vorher zu seinem Hausarzt zu gehen und eine Überweisung vorzulegen. Der Therapeut leitet dann die Abrechnung mit der Krankenkasse selbst in die Wege. Hilfe bei der Suche eines Psychotherapeuten gibt es bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Psychotherapie-Informationsdienst sowie auf der Website der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung. Den Ratgeber „Psychotherapie: Auswahl, Finanzierung, Verträge, Schutz vor Missbrauch“ kann man auf der Website der Verbraucherzentrale Hamburg gegen eine Gebühr von 2,50 Euro herunterladen.
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