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14.04.2016 09:37

Rezeptfreie Medikamente So holen Sie sich Ihr Geld zurück!

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Schon mal daran gedacht, sich das Geld für rezeptfreie Medikamente, wie pflanzlichen Hustensaft, Schmerzgel oder Globuli erstatten zu lassen? Das ist bei vielen Krankenkassen möglich.
Rezeptfreie Medikamente So holen Sie sich Ihr Geld zurück!
Mit einem Rezept vom Arzt erstatten viele Krankenkassen auch rezeptfreie Medikamente
Rein rechtlich müssen Sie, wenn Sie gesetzlich krankenversichert und über 12 Jahre alt sind, Medikamente, die Sie ohne Rezept in der Apotheke kaufen können, selbst bezahlen. Grundlage hierzu ist das GKV-Modernisierungsgesetz aus dem Jahr 2004, dem viele Leistungen wie auch die Kostenübernahme rezeptfreier Medikamente, neudeutsch auch OTC-Medikamente (kurz für englisch: over the counter), zum "Opfer“ fielen.


Fasr jede zweite Kasse zahlt für rezeptfreie Medikamente

Mit dem Versorgungsstrukturgesetz aus dem Jahr 2012, wurde diese Regelung aber wieder aufgeweicht. Seither dürfen gesetzliche Krankenkassen auf freiwilliger Basis gewisse Zusatzleistungen anbieten, die der Gesetzeskatalog nicht vorsieht. So eine Leistung ist dann über die Satzung der jeweiligen Krankenkasse geregelt. Dabei kann auch kassenindividuell beschlossen werden bestimmte rezeptfreie Medikamente zu erstatten. Was am Anfang nur wenige Krankenkassen umsetzten, bieten inzwischen immer mehr gesetzliche Krankenkassen als sogenannte Zusatz- oder Mehrleistung an. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) zählte 2014 bereits fast 60 Krankenkassen, die wieder für rezeptfreie Medikamente zahlen - das ist fast jede zweite Kasse.
Gesetzliche Krankenversicherung

Bis 750 Euro für eine fünfköpfige Familie


In der Regel werden rezeptfreie Medikamente aus dem Bereich der Phytotherapie - also Pflanzenmedizin - der Homöopathie sowie der anthroposophischen Medizin bezahlt. Einige Kassen erstatten aber auch nur homöopathische Medikamente oder nur für bestimmte Zielgruppen, wie zum Beispiel für Schwangere. Was und wie viel erstattet wird, ist von Kasse zu Kasse stark unterschiedlich. Auch ist die Höhe der möglichen Erstattungen pro Jahr unterschiedlich und in der Regel begrenzt. Die meisten Krankenkassen erstatten zwischen 50 bis 120 Euro pro Jahr und Versichertem. Beispiel: Die Techniker Krankenkasse oder auch die BKK ZF & Partner erstatten für rezeptfreie Medikamente aus den Bereichen Phytotherapie, Homöopathie und Anthroposophie zum Beispiel bis 100 Euro pro Jahr und Versichertem. Eine vierköpfige Familie kann sich damit pro Jahr die Kosten für bis zu 400 Euro für rezeptfreie Medikamente wieder zurückholen. Die Atlas BKK Ahlmann erstattet sogar bis 120 Euro pro Jahr und Versichertem. 75 Prozent der Kosten bis maximal 150 Euro pro Jahr und Versichertem leistet die BKK Euregio. Eine Familie mit drei Kindern kann somit maximal bis 600 Euro pro Jahr an Kosten für pflanzliche Erkältungsmittel, Schmerzgels, Heuschnupfenpräparate, Globuli und ähnlichem sparen.
Mein Tipp: Private Krankenversicherung und Zusatzversicherung
Wenn Sie vom Heilpraktiker verordnete Rezepte erstattet bekommen möchten, können Sie das mit neben einer Privaten Krankenversicherung (PKV) auch durch eine private Zusatzversicherung mit Heilpraktiker-Leistung tun.

Erstattung nur mit Arztrezept

Da die Kassen die Erstattung von rezeptfreien Medikamenten sehr unterschiedlich handhaben, sollten Sie unbedingt bei Ihrer eigenen Kasse vorher nachfragen, was und wie viel erstattet wird.

Grundsätzlich gilt: Die Medikamente müssen apothekenpflichtig sein und dürfen nicht aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen sein, wie etwa Haarwuchsmittel, Appetitzügler oder Raucherentwöhnungsmittel. Außerdem müssen sie medizinisch notwendig sein und von einem Arzt verordnet worden sein. Um eine Erstattung bekommen zu können, brauchen Sie also ein Privatrezept oder ein grünes Rezept vom Arzt. Verordnungen von einem Heilpraktiker werden nicht anerkannt. Mit diesem Rezept gehen Sie dann zur Apotheke und bezahlen das Medikament dort zunächst selbst. Anschließend können Sie die Rechnung dann, zusammen mit dem Original-Rezept, bei Ihrer Kasse zur Erstattung einreichen. In der Regel erfolgt die Auszahlung aufs Konto schnell und unproblematisch.
 

Diese Kassen erstatten rezeptfreie Medikamente

Wenn Sie wissen möchten, welche Krankenkassen Ihnen besonders viele Zusatzleistungen, wie etwa die Erstattung rezeptfreier Medikamente, aber auch eine kostenlose professionelle Zahnreinigung, osteopathische Behandlungen, sportmedizinische Untersuchungen und vieles mehr bezahlen, können Sie einfach unseren Biallo-Vergleichrechner gesetzliche Krankenkassen nutzen. Schon nach wenigen Klicks wissen Sie, welche Kassen hier besonders viel bieten und und zudem noch einen besonders günstigen Monatsbeitrag verlangen. Denn seit 2015 kosten die Krankenkassen wieder unterschiedlichen.
Tipp: In unserem GKV-Rechner finden Sie die Kassen mit den interessantesten Zusatzleistungen zum günstigsten Preis.

Wichtig: Als gesetzlich Versicherter dürfen Sie Ihre Krankenkasse grundsätzlich jederzeit und ohne Angabe von Gründen zu wechseln, wenn Sie dort bereits seit mindestens 18 Monate Mitglied sind. Diese Mindestbindungsfrist gilt nicht, wenn Ihre GKV das erste mal einen Zusatzbeitrag erhebt oder einen bestehenden Zusatzbeitrag erhöht - wie das zum Jahreswechsel bei vielen Krankenkassen der Fall war. Dann steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu und Sie dürfen, mit einer Kündigungsfrist von vollen zwei Monaten, sofort zu Ihrer neue Wunschkrankenkasse wechseln.
Vergleich Private Krankenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
24.02.2016 - von Redaktion Biallo.de
@ Halbwahrheiten
Sehr geehrter Herr Alfred B., die Erstattung rezeptfreier Medikamente ist eine freiwilligige Leistung der Krankenkassen. Man spricht hier auch von Satzungsleistungen. Seit 2012 haben die Kassen hier einen gewissen Spielraum. Das heißt, dass die Kassen das anbieten können, aber nicht müssen. Ihre Kasse bietet diese Zusatzleistung anscheinend nicht an - das ist schade. Es gibt auch einen Wahltarif für die Erstattung von bestimmten Medikamenten. Das ist aber etwas anderes. Die freiwillige Erstattung von rezeptfreien Medikamenten bieten inzwischen viele Krankenkassen an. Das ist kein "Unsinn": Schauen Sie doch einfach mal auf die Internetseiten der im Artikel genannten Krankenkassen oder gucken Sie auf unseren Rechner. Dort können Sie sehen, welche Kassen die Erstattung anbieten, auf den Krankenkassenseite sehen Sie dann direkt, was und wie viel genau bezahlt wird. Schade, dass Ihre Kasse nicht dabei ist. Wenn Ihnen diese Leistung aber besonders wichtig ist, haben Sie die Möglichkeit zu einer Kasse mit diesen Mehrleistungen hin zu wechseln. Sie müssen dazu nur bereits mindestens 18 Monate Mitglied Ihrer bisherigen Krankenkasse sein und eine Kasse wählen, die für Ihren Wohnort zugelassen ist. Anja Lang, Redaktion
24.02.2016 - von Erwin Meyer
Ganzwahrheiten
Es sind freiwillige Zusatzleistungen steht da doch ausführlich. Viel interessanter sind die Beispielrechnungen. Bis zu 200 € pro Jahr - das sind bei einer 4 köpfigen Familie 800 € - wow. Wird hier nach Buchstaben bezahlt? Wer das nicht alleine ausrechnen kann bekommt auch den Rückerstattungsantrag nicht hin.
23.02.2016 - von Alfred B.
Halbwahrheiten
Antwort meiner KK. leider grassiert im Internet neben wertvollen Infos auch diverser "Unsinn". So leider auch ein bisschen hier: Fakt ist, dass die Krankenkassen es im Rahmen ihrer Kassenleistung nicht bezahlen dürfen, sonst wäre die Verordnung auf einem roten regulären (Kassen)Rezept möglich. Ja es gibt Möglichkeiten, einen Teil dieser Kosten erstattet zu bekommen. Dafür ist jedoch ein zusätzlicher Tarif notwendig, der aber auch einen monatlichen Beitrag verlangt.
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