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31.01.2014 15:30

Krankenversicherung So gelingt die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

von Rolf Winkel Autor
Steigende Prämien, Extrazahlungen für Kinder: Viele privat Krankenversicherte wären gern wieder gesetzlich versichert. So kann der Wechsel funktionieren:
Krankenversicherung So gelingt die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung
Augen auf bei der Wahl der Krankenversicherung
Manche Arbeitnehmer sind durch die zum Jahresbeginn erfolgte Anhebung der Versicherungspflichtgrenze wieder in die Versicherungspflicht „gerutscht“. Diese Grenze ist auf 4.462,50 Euro pro Monat bzw. 53.550 Euro im Jahr gestiegen. Für diejenigen, die bereits 2002 privat versichert waren, liegt diese Grenze bei 4.050 Euro. Wer genau so viel oder weniger verdient, ist automatisch versicherungspflichtig. Wichtig: Hieran ändert auch eine Gehaltserhöhung im Laufe des Jahres nichts. Die Karten werden dann erst im kommenden Jahr neu gemischt. Anfang 2015 können sich die Betroffenen – falls ihr Einkommen noch immer über der dann geltenden Versicherungspflichtgrenze liegt – zwischen einer freiwilligen gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung entscheiden.

Entgeltumwandlung und Arbeitszeitkonto

Liegt das Einkommen knapp über der Grenze für die Versicherungspflicht, so gibt es für Rückkehrwillige „Gestaltungsmöglichkeiten“: Mit Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge lässt sich das beitragspflichtige Einkommen senken, maximal um 238 Euro pro Monat. „Genauso funktionieren auch Langzeit- bzw. Lebensarbeitszeitkonten“, sagt Uwe Werner, Dezernent bei der Knappschaft. Wenn Teile des Gehalts auf diesen Konten angespart werden, wird die Sozialversicherungspflicht der Einkünfte in die Zukunft verschoben. Liegt das aktuelle beitragspflichtige Einkommen nicht mehr über der Versicherungspflichtgrenze, müssen sich die Betroffenen wieder gesetzlich krankenversichern.

Kurze Versicherungspflicht reicht für dauerhaften Wechsel

Generell gilt schon seit dem 1. August 2013: Privatversicherte, die für kurze Zeit versicherungspflichtig werden, können auf Dauer wieder gesetzlich versichert bleiben. Das gilt auch dann, wenn sie umgehend wieder aus der Versicherungspflicht herausfallen. Dafür sorgt eine bislang kaum beachtete Änderung von Paragraf 188 Absatz 4 des fünften Sozialgesetzbuchs. Nach Beendigung der Versicherungspflicht oder einer beitragsfreien Familienversicherung greift dann die „obligatorische Anschlussversicherung“. Die Betroffenen sind dann bei ihrer Krankenkasse automatisch freiwillig versichert. Eine einjährige Vorversicherungszeit ist dabei – anders als früher – nicht mehr erforderlich.

Beispiel: Ein privat krankenversicherter Arbeitnehmer verliert seinen Arbeitsplatz. Er erhält dann in der Regel die Versicherungsleistung Arbeitslosengeld und wird dadurch in der GKV versicherungspflichtig. Nach kurzer Zeit findet er wieder einen Job mit Einkünften oberhalb der Versicherungspflichtgrenze. Nach den früher geltenden Regelungen wäre eine freiwillige Versicherung in einer gesetzlichen Kasse für ihn nicht in Frage gekommen, da er die hierfür geforderte Vorversicherungszeit nicht erfüllte. Nun setzt jedoch nach Beendigung seiner Arbeitslosigkeit automatisch die freiwillige Gesetzliche Krankenversicherung ein. Er kann sich allerdings auch dagegen entscheiden. Dann muss er jedoch belegen, dass er einen (neuen) Vertrag bei einer privaten Krankenversicherung hat.

55-Jahres-Grenze - kein Wechsel mehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Privatversicherte jenseits der 55 können die skizzierten Möglichkeiten nicht mehr nutzen. Für sie gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel ein Aufnahmestopp. Ihnen bleiben nur die „klassischen“ Sparmöglichkeiten für Privatversicherte, etwa ein Tarifwechsel oder die Erhöhung der Selbstbeteiligung.
Vergleich Private Krankenversicherung
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Leserkommentare
04.02.2014 - von Wilhelm Neurohr
Wechsel von privater in geseztl. Krankenversicherung.
Der Aufnahmestopp von vormals Privatversicherten für die Rückkehr in die GVV für die Altergruppe ab 55 Jahren (Altergrenze) verstößt gegen den § 2 (1) Ziff-. 4.-6. des Alllgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)wegen Altersdiskriminierung und -benachteiligung. Hat das biallo oder sonst jemand mal rechtlich prüfen lassen oder gibt es da schon Klagen und Gerichtsentscheide?
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