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22.01.2016 09:22

Neue Terminservicestellen geöffnet Wie komme ich zum schnellen Facharzttermin?

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Ab sofort können sich Kassenpatienten Facharzttermine innerhalb von vier Wochen vermitteln lassen. Dabei müssen Sie aber auch Nachteile in Kauf nehmen.
Neue Terminservicestellen geöffnet Wie komme ich zum schnellen Facharzttermin?
Sechs Monate Wartezeit für einen Facharzttermin sind keine Seltenheit - dies soll sich jetzt ändern
Auch schon mal monatelang auf einen Facharzttermin gewartet? Damit soll jetzt endgültig Schluss sein. Denn ab 23. Januar, sind im ganzen Land sogenannte Terminservicestellen aktiv. Sie sollen Kassenpatienten einen Facharzttermin innerhalb von vier Wochen vermitteln. Das hat die Bundesregierung im vergangenen Sommer mit dem Versorgungsstärkungsgesetz beschlossen. Zuständig für die Umsetzung der Terminservicestellen sind die jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) der einzelnen Bundesländer. Sie sind auch Ihr Ansprechpartner, wenn Sie sich über die Telefonnummer sowie die Sprechzeiten der für Sie zuständigen Terminservicestelle informieren möchten. In der Regel sind sie auf der Internetseite der entsprechenden Landes-KV zu finden. Natürlich können Sie die entsprechenden Daten aber dort auch telefonisch erfragen.


Facharzttermin-Vermittlung nur mit Überweisung

Damit Sie den Service der neuen Terminservicestellen in Anspruch nehmen können, müssen Sie drei Voraussetzungen erfüllen. Sie müssen zum einen Kassenpatienten sein, zum anderen ein Telefon besitzen und drittens eine Überweisung zu einem Facharzt mitbringen. Diese können Sie sich z.B. bei Ihrem Hausarzt holen.

Ausnahme: Für einen Termin beim Augenarzt oder Frauenarzt dürfen Sie sich direkt an die Terminservicestelle wenden. Hier ist keine Überweisung nötig.

Wichtig zu wissen: Die Terminservicestellen vermitteln ausschließlich Facharzttermine. Psychotherapeuten, Zahnärzte und Kieferorthopäden sowie Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte gelten nicht als Fachärzte und werden deshalb auch nicht über die neuen Terminservicestellen vermittelt.
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In vier Wochen zum Facharzttermin

Nach Ihrem Anruf – E-Mail ist nicht möglich und Fax wird nur für Gehörlose akzeptiert - hat die Terminservicestelle eine Woche lang Zeit Ihnen einen Termin beim Facharzt anzubieten. Dieser Termin darf insgesamt nicht länger als vier Wochen vom Zeitpunkt Ihres Anrufs entfernt sein.
Ausnahme: Sie benötigen einen Facharzttermin wegen einer Bagatellerkrankung, dann muss der überweisende Arzt das auf der Überweisung vermerken. In so einem Fall verfällt der Anspruch auf die schnelle Facharzttermin-Vergabe innerhalb von vier Wochen. Dasselbe gilt auch für Verlaufskontrollen oder, wenn Sie z.B. nur eine routinemäßige Früherkennungsuntersuchung durchführen lassen möchten. Zwar vermittelt Ihnen die Terminservicestelle auch hier einen Termin, aber eben mit längerer Wartezeit.


Kein Wunschtermin beim Wunsch-Facharzt

Bei der neuen Facharzttermin-Vermittlung durch die Terminservicestellen haben Sie keinen Anspruch auf die Vermittlung zu einem bestimmten Facharzt, den Sie besonders bevorzugen oder einem bestimmten Termin, der für Sie günstig ist.
Sondern: Sie haben Anspruch auf einen Termin bei einem Facharzt, der in dem entsprechenden Zeitraum Kapazitäten frei hat.
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Deutlich weitere Anfahrtswege akzeptieren

Dabei müssen Sie mitunter auch deutlich weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen: So gilt für Termine bei Ärzten der allgemeinen fachärztlichen Versorgung – das sind Orthopäden, Chirurgen, Urologen sowie Augen-, Frauen-, Haut-, HNO- und Nervenärzten - eine zusätzliche Anfahrtszeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln von bis zu 30 Minuten als zumutbar. Das „zusätzlich“ bezieht sich dabei auf den Weg zum jeweils nächstgelegenen Facharzt, den Sie zusätzlich mit zur Anfahrt rechnen müssen.
Beispiel: Ist der nächstgelegene Hautarzt 30 Minuten von Ihrem Wohnort entfernt, gilt eine Fahrzeit von bis einer Stunde für Sie als zumutbar.

Bei fachlich besonders spezialisierten Arztgruppen, wie Radiologen, Anästhesisten, Fachinternisten oder auch Kinder- und Jugendpsychiatern müssen Sie sogar eine Stunde zusätzliche Anfahrtszeit akzeptieren. Dasselbe gilt für Spezialisten mit gesonderten Fachrichtungen, wie z.B. Humangenetiker, Strahlentherapeuten, Physikalische- und Rehabilitations-Mediziner oder auch Transfusionsmediziner.
 

Sie können an dem Termin nicht?

Wenn Sie den Facharzttermin, den Ihnen die Terminservicestelle anbietet, nicht wahrnehmen können, dann sollten Sie diesen Termin schnellstmöglich absagen. Dazu müssen Sie in der entsprechenden Praxis Bescheid sagen und natürlich auch die Terminservicestelle informieren, damit diese den Termin anderweitig vermitteln kann.
Achtung: Nur, wenn Sie den von der Terminservicestelle vermittelten Facharzttermin noch am selben Tag absagen, haben Sie Anspruch auf einen zweiten Termin. Sagen Sie später ab, gehen Sie leer aus.


Zur Not Termin im Krankenhaus

Kann die Terminservicestelle ihrerseits Ihnen keinen Termin innerhalb von vier Wochen bei einem niedergelassenen Facharzt in zumutbarer Nähe anbieten, muss sie Ihnen einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus besorgen. Dafür hat sie dann noch eine weitere Woche Zeit.
Biallo-Einschätzung: Viel Rauch um (fast) nichts….

Die Idee der Terminservicestellen klingt erstmal toll, funktioniert aber nur, wenn Sie zeitlich sehr flexibel sind und auch bereit sind, weitere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Dann allerdings haben Sie ab sofort einen schnellen Facharzttermin garantiert. Das ist ein Vorteil für Sie, vor allem dann, wenn es schnell gehen muss.

Nachteil in der Praxis: Für die Vermittlung der meisten Facharzttermine benötigen Sie eine Überweisung, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. Psychotherapie-Termine, bei denen bekanntlich besonders lange Wartezeiten üblich sind, werden nicht vermittelt.

Außerdem: Die Terminservicestellen vermitteln nur zu irgendeinem Facharzt. Die meisten möchten aber zu einem ganz bestimmten Arzt, zu dem sie auch Vertrauen haben. Inwieweit hier die neuen Terminservicestellen in punkto Wartezeiten wirklich helfen können, bleibt abzuwarten. Vielleicht geht es sogar schneller, wenn Sie selbst das Telefon in die Hand nehmen. Alles in allem erscheinen uns die neuen Terminservicestellen deshalb vor allem als plakatives politisches Instrument, das bislang nur wenig Potential hat, das wahre Übel an der Wurzel zu packen. Doch vielleicht wird ja noch nachjustiert…

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