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06.05.2015 11:46

Zahnfüllungen Zahlt die Krankenkasse nur noch Amalgam?

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Wer eine Zahnfüllung benötigt, kann von seiner Krankenkasse nicht automatisch die volle Kostenübernahme von Kunststoff-Füllungen erwarten. Die Regelversorgung heißt bei Backenzähnen Amalgam.
Zahnfüllungen Zahlt die Krankenkasse nur noch Amalgam?
Strahlendes Lächeln trotz Füllungen - nicht immer Kassenleistung
Karies ist eine weit verbreitete Zahnkrankheit. In deutschen Zahnarztpraxen wird daher regelmäßig gebohrt, um die Karies zu entfernen und eine weitere Zerstörung des Zahns zu verhindern. Das freigebohrte Loch muss anschließend natürlich wieder gefüllt werden. Seit rund 150 Jahren steht Zahnärzten bei Backenzähnen dafür vor allem ein Werkstoff zur Verfügung: Amalgam.

Amalgam-Füllung ist Kassenleistung

Dass Amalgam schon so lange als Zahnfüll-Werkstoff eingesetzt wird, hat viele Gründe: Amalgam lässt sich gut verarbeiten und ist sehr lange haltbar. Acht bis zehn Jahre gibt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) als statistischen Wert für die durchschnittliche Lebensdauer an. Nur Gold oder Inlays zeigen höhere Werte. „Bei guter Zahnpflege kann eine Amalgamfüllung aber auch wesentlich länger halten“, weiß Kai Fortelka, Pressesprecher der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung in Berlin. Dazu ist Amalgam sehr belastbar und hält auch großem Kaudruck stand, wie er etwa im Backenzahnbereich besteht. Außerdem ist Amalgam vergleichsweise preiswert. Amalgam-Füllungen werden deshalb als Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen zu 100 Prozent bezahlt.

Amalgam-Füllungen sind umstritten

In die Diskussion geraten ist Amalgam wegen seines Quecksilberanteils. Quecksilber ist ein Schwermetall und in reiner Form giftig. „Bei einer Amlagam-Füllung ist das Quecksilber aber gebunden“, erklärt Fortelka. Quecksilberdämpfe können aber durchaus Beschwerden verursachen, zum Beispiel Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel oder auch Depressionen auslösen. Beim Legen von Amalgam-Füllungen und später durch das Kauen, wird etwas Quecksilber in den Körper abgegeben. „Allerdings nur in sehr geringer Menge“, weiß Fortelka. „Erhöhte Quecksilberwerte sind auch beim Entfernen von alten Amalgam-Füllungen messbar.“ Inwieweit diese Werte aber auch tatsächlich Beschwerden verursachen können, gilt als umstritten. „Die Quecksilberaufnahme durch Zahnfüllungen liegt durchschnittlich etwa in der gleichen Größenordnung wie die Quecksilberbelastung durch die Nahrung und ist – auch nach neuesten internationalen wissenschaftlichen Kenntnissen – unbedenklich“, erklärt der KZBV-Sprecher. Trotzdem gibt es Menschen, die überempfindlich auf das Schwermetall reagieren oder auch Allergien entwickeln. Wer kein Amalgam im Mund haben möchte, der kann auf Kunststoff-Füllungen ausweichen.

Kunststoff-Füllungen nicht immer Kassenleistung

Die Standard-Alternative zu Amalgam heißt Komposit und besteht zu etwa 20 Prozent aus Kunststoff und zu etwa 80 Prozent aus einem Salz der Kieselsäure beziehungsweise feinsten Glasteilchen. Komposit gilt als formstabil und langlebig, aber nicht ganz so haltbar wie Amalgam. „Die statistische Haltbarkeit von Komposit-Füllungen beträgt rund sieben bis acht Jahre“, erklärt Fortelka. „Aber auch hier kann mit guter Zahnpflege eine deutlich längere Haltbarkeit erzielt werden.“ Ein weiterer Vorteil: Anders als Amalgam, ist Komposit zahnfarben und damit vom natürlichen Zahn optisch kaum zu unterscheiden. Ein Nachteil des Kunststoffs liegt allerdings darin, dass Komposit einen höheren Schrumpfungsgrad als Amalgam besitzt. „So können bei Kunststoff-Füllungen aus Komposit schneller Randspalten entstehen, in die Bakterien eindringen und eine erneute Karies verursachen können“, sagt Fortelka. Dieses Risiko lässt sich durch die sogenannte Mehrschicht-Technik verringern. “Das Komposit wird hier nicht nur einmal, sondern besonders aufwendig in mehreren einzelnen Schichten aufgetragen, die nacheinander aushärten müssen“, weiß der Pressesprecher der KZBV. „Dabei können zusätzlich auch die Farbintensitäten der einzelnen Schichten so gewählt werden, dass die Füllung bestmöglich an die natürliche Zahnfarbe angepasst wird.“
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Diese Zahnfüllungen zahlt die Krankenkasse

„Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für zahnfarbene einschichtige Kunststoff-Füllungen im sichtbaren Frontbereich“, betont Fortelka. „ Das sind die Schneidezähne und die Eckzähne.“ Wer hier eine bessere Versorgung im Mehrschicht-Verfahren wünscht, muss die Mehrkosten dafür selbst bezahlen. Dasselbe gilt für Füllungen im Bereich der weiter hinten liegenden Backenzähne. Hier werden von der Krankenkasse nur die Kosten für Amalgam-Füllungen komplett übernommen. „Soll hier statt Amalgam eine Kunststoff-Füllung gelegt werden, rechnet der Zahnarzt die Kosten für die Amalgamfüllung mit der Krankenkasse ab und schließt mit dem Patienten eine sogenannte Mehrkostenvereinbarung“, weiß Fortelka. „Hier wird geregelt welche Kosten der Patient – nach Abzug des Kassenanteils – sonst noch zu bezahlen hat.
Sonderregelung: Bei Personen mit einer schweren Niereninsuffizienz und bei Personen, die eine Allergie gegenüber Quecksilber oder anderen Amalgam-Bestandteilen nachweisen können, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse auch mehrschichtige Kunststoff-Füllungen im Seitenzahnbereich. Vorher ist aber ein bestimmter Allergietest bei einem Dermatologen notwendig. Auch für Schwangere und Kinder unter 18 Jahren übernehmen die Krankenkassen die Kosten für mehrschichtige Kunststoff-Füllungen im Seitenzahnbereich.

Achtung:
Einen Austausch von intakten Amalgam-Füllungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht.
Vergleich Zahnzusatzversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

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Leserkommentare
15.04.2016 - von Schoofs
Kunststofffüllungen bei Kindern unter 18 Jahre im Seitenzahnbereich
werden von den Kassen nicht mehr übernommen :(
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Foto: pikselstock / Shutterstock.com ID:11190
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