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30.08.2016 09:49

Fahrradsicherung Was Sie gegen Fahrraddiebe tun können

von Horst Peter Wickel Autor
In Großstädten sind Fahrräder sehr beliebt. Umso größer ist der Ärger, wenn Ihnen das gute Stück geklaut wird. So können Sie ihren Drahtesel schützen:
Fahrradsicherung Was Sie gegen Fahrraddiebe tun können
Kurz nicht aufgepasst und das schöne Retrofahrrad ist weg!
Allein im vergangenen Jahr gingen bundesweit rund 335.000 Anzeigen wegen Fahrraddiebstahl ein, aber die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Oder glauben Sie etwa, dass eine Anzeige zum Erfolg führt und Ihr geliebter Drahtesel wieder auftaucht? Nur etwa jeder zehnte Dieb wurde gefasst. Für Fahrraddiebe sind die Fahrräder dankbare Objekte – geübte Diebe brauchen nur wenige Sekunden, um ein Schloss mit dem Bolzenschneider zu knacken.

Aber was können Sie tun, um Ihr Fahrrad möglichst gut abzusichern und viel Geld für die Neuanschaffung zu sparen? Natürlich kommt es in der Regel darauf an, wo Sie Ihr Fahrrad parken, aber häufig gibt es keine Gelegenheit, sein Fahrrad zu verstecken. Am liebsten und einfachsten schlagen Diebe an viel genutzten, großen Abstellplätzen zu, also zum Beispiel an Bahnhöfen, Schulen oder Schwimmbädern.

Also bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als Ihr Fahrrad gut zu sichern – und das richtige Schloss zu benutzen. Dabei gilt: Je robuster, desto besser. Verbraucherschützer von Stiftung Warentest stellten im vergangenen Jahr allerdings fest, dass nur jedes vierte Schloss am Ende ein gutes Urteil verdiente.

Die Tester meinen: Etliche Modelle sind recht leicht zu knacken, enthalten Schadstoffe oder rosten und wurden daher abgewertet. Zwar sind Bügelschlösser am schwersten aufzubrechen, aber sie sind oft sehr sperrig. So werden Sie wahrscheinlich eher zum Kabelschloss greifen. Rund 40 Euro kosten stabile Kabelschlösser oder auch Bügelschlösser mit Alarmfunktion. Wird das Kabel durchtrennt oder der Bügel zerlegt, soll der eingebaute Alarm für viel Lärm und damit Aufmerksamkeit sorgen.

Wie Sie Ihr Smartphone gegen Diebe einsetzen

Relativ neu sind Anhänger oder Aufkleber fürs Fahrrad, die sich mit einer App auf dem Smartphone verbinden. Solche Geräte gibt es schon ab 15 Euro. Die App kann kostenlos auf iPhones und Android-Geräten heruntergeladen werden. Das Programm schlägt Alarm, wenn jemand das Fahrrad wegbewegt. Aber das System funktioniert nur im absoluten Nahbereich, bringt also wenig. Außerdem stellt sich die Frage, wie lange die Energieversorgung solcher Geräte hält.

Die Anhänger und Aufkleber werden mit kleinen Batterien geliefert, die durch die Bluetooth-Verbindung sehr schnell geleert werden. Die Hersteller sprechen in der Werbung in normalerweise auch nur von mehreren Tagen oder Wochen Laufzeit. Die Energieversorgung kann auch bei GPS-Trackern zum Problem werden. Knapp 100 Euro kosten diese wenige Zentimeter großen Geräte, die Sie am Fahrrad verstecken (oder unsichtbar einbauen, zum Beispiel im Rahmen oder im hohlen Tretinnenlager des Fahrrades).

Laut Angaben der Anbieter sollen die Tracker dabei helfen, über eine zugehörige App auf dem Smartphone ein gestohlenes Fahrrad wieder aufzuspüren. Allerdings zeigen alle GPS-Tracker in dichtbesiedelten Gebieten den Ort nicht genau genug an, monieren Experten. Als bester zusätzlicher Schutz gilt weiterhin das kostenlose Registrieren des Fahrrads bei der Polizei.

Der grün-weiße Aufkleber "Finger weg! Mein Fahrrad ist registriert" kann durchaus abschrecken. Die Registrierung läuft über die Fahrradnummer, die fest in den Rahmen geprägt ist und nicht so einfach verändert werden kann. Schon eine weggeflexte Seriennummer kann Verdacht erregen, sie reicht der Polizei für den Anfangsverdacht einer Straftat aus.

Richtig versichert: Hausrat- oder Fahrradversicherung?

Prinzipiell gibt es zwei Wege, das eigene Fahrrad zu versichern: Der erste ist günstiger – über die Hausratversicherung. Teurer wird es mit einer speziellen Fahrradversicherung. Wie Möbel und Kleidung sind auch Fahrräder über die Hausratpolice versichert, wenn sie in der Wohnung oder in einem abschließbaren Keller stehen. Aber wenn Sie Ihr Rad draußen im Hof, vor der Kneipe oder am Bahnhof abstellen, greift die Versicherung nur, wenn Sie den Fahrradschutz vertraglich vereinbart haben. Diesen Schutz können Sie bereits für wenig Geld (ab 20 Euro pro Jahr) für ein oder mehrere Räder abschließen.

Eine günstige Versicherung finden Sie über den Rechner (Siehe Vergleich unten).
Spezielle Fahrradversicherungen sind deutlich teurer. Mehrere hundert Euro pro Jahr müssen Radliebhaber für den Diebstahlschutz zahlen, je nach Wert ihres Rades.

Einige Fahrradversicherungen leisten auch bei Schäden durch Vandalismus, Unfälle oder Stürze. Das kostet Sie in der Regel aber noch mal extra.

Einige Fragen sollten Sie mit dem Versicherer klären, bevor Sie den Vertrag unterschreiben:
  • Wie viel ist das Rad wert? Bis zu welcher Summe soll es versichert sein?
  • An welchen Orten und zu welchen Uhrzeiten soll das Rad versichert sein? Nachts? Draußen?
  • Wie müssen Sie das Fahrrad abschließen, damit der Versicherer zahlt, wenn es weg ist? In der Regel reicht ein Rahmenschloss nicht – es muss ein separates Schloss sein.
Biallo-Lesetipp: Fahrradfahrer werden immer häufiger Opfer von Unfällen, vor allem Senioren sind betroffen. An die Verkehrsregeln sollten sich Radfahrer unbedingt halten, sonst ist auch der Führerschein fürs Auto in Gefahr. Mehr dazu, lesen Sie in unserem Artikel: "Unfallversicherung: Radeln immer gefährlicher".

Vergleich Hausratversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Tarif Classic 51,34 Euro weiter
2 CIF pro Classic 87,58 Euro weiter
3 SY24-Platinum-L 93,62 Euro weiter
4 Vit 94,82 Euro weiter
5 Komfort 119,59 Euro weiter
Single, 30 Jahre, Wohnung in Großstadt, 80 qm, Versicherungssumme mind. 48.000 Euro, Basisschutz, 1 Jahr Vertragslaufzeit, pro Anbieter nur 1 Top-Tarif, Prämie pro Jahr.
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Foto: Anchiy / Shutterstock.com ID:12599
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