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10.03.2015 11:41

Warndatei der Versicherungswirtschaft Hinweis- und Informationssystem in der Kritik

von Horst Peter Wickel Autor
Mit dem Hinweis- und Informationssystem (HIS) wollen sich Versicherer gegen Versicherungsbetrug und –missbrauch schützen. Aber sind alle gespeicherten Daten richtig, wird der Datenschutz beachtet?
Warndatei der Versicherungswirtschaft Hinweis- und Informationssystem in der Kritik
Die Warndatei HIS soll Versicherer vor Betrug und Missbrauch besser schützen
Nach einer Datenpanne, auf die im vergangenen Jahr ein Versicherungsmakler hingewiesen hatte, wurde das System einer neuen internen und einer freiwilligen externen Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. Zwar wurde der Prüfbericht nicht veröffentlicht, aber nach Angaben der Versicherungen und der Systemgesellschaft (Informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH (IIRFP), einer Auskunftei im Sinne von Paragraf 29 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz), kam dabei heraus, dass das Hinweis- und Informationssystem die Anforderungen des Code of Conduct für die Datenverarbeitung in der Versicherungswirtschaft und alle GDV-Anwendungshinweise umsetzt und somit alle Speicher- und Löschfristen des Datenschutzgesetzes korrekt einhält.

Seit April 2011 gibt es das Hinweis- und Informationssystem (HIS). Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entstehen Jahr für Jahr Schäden von mehreren Milliarden Euro aufgrund fehlerhafter, unwahrer oder betrügerischer Angaben. Darunter leiden alle Versicherungskunden, denn sie müssen letztendlich mit ihren Beiträgen den Betrug der unehrlichen Kunden mitbezahlen.

Nach Ansicht des GDV ist das Informationssystem keine schwarze Liste oder Betrügerdatei – ein HIS-Eintrag soll für die Versicherung lediglich ein Signal sein, bestimmte Vorgänge in der Bearbeitung näher zu betrachten. Die an das HIS gemeldeten Vorgänge werden nach fünf Jahren automatisch vom System gelöscht.

Das Informationssystem ist für sämtliche Versicherungssparten außer der privaten Krankenversicherung konzipiert und wird getrennt nach Versicherungssparten geführt. Einige Beispiele machen deutlich, welche Vorgänge und Warnungen in HIS landen:

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Beispiel Kfz-Versicherung

Fahrzeuge mit Hagelschaden sind beliebte Objekte für Versicherungsbetrug. Deshalb werden Fahrzeuge, deren Schaden fiktiv abgerechnet und nicht tatsächlich repariert wurden, ab einer gewissen Höhe an das HIS gemeldet. Falls sich der Versicherte ein weiteres Mal an eine Versicherung wendet, hat diese die Möglichkeit, den Sachverhalt zu klären und insbesondere den Versuch einer betrügerischen Doppelabrechnung zu erkennen.
Kfz Versicherung

Beispiel Lebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung

Ob ein Antragsteller überhaupt und mit welchem Versicherungsbeitrag versichert wird, hängt entscheidend von der gesundheitlichen Verfassung oder anderen besonderen Risiken des Versicherungskunden ab.

Es ist deshalb wesentlich, dass ein Antragsteller bereits vor der Vertragsunterzeichnung alle ihm gestellten Fragen wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet. Stellt ein Versicherer fest, dass bei einem Antragsteller ein Grund für einen erheblich höheren Beitrag vorliegt, beispielsweise weil er schwer erkrankt ist oder er einen besonders risikoträchtigen Beruf ausübt, kann es zu einer Meldung an das HIS kommen.

Im Bereich Leben wurden 400.000 Versicherte aufgrund einer „Erschwernis“ eingemeldet. Der Hinweis „Erschwernis“ mache laut GDV allein deutlich, dass irgendein risikoerhöhendes Merkmal in der Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung vorliegt. In diesen Fällen wird die Person im HIS vermerkt, die Krankheit oder der Beruf werden aber nicht genannt. Sollte sich die Person anschließend an einen anderen Versicherer wenden, um Versicherungsschutz zu beantragen, kann der Anbieter erkennen, dass in diesem Fall ein Grund für eine - von jedem Versicherungsunternehmen unterschiedlich behandelte - besondere Tarifeinstufung vorliegt. Dieser Abgleich verhindert, dass relevante Risikofaktoren nicht berücksichtigt werden, weil der Antragsteller den Hinweis auf risikorelevante Umstände vergessen oder bewusst unterlassen hat.

Kostenlose Selbstauskunft

Nach Paragraf 19 Abs. 1 BDSG ist einem Betroffenen auf Antrag Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten zu erteilen. Jeder Verbraucher kann sich also erkundigen, ob ein Eintrag über ihn in der HIS-Datei vorliegt.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen werden keine telefonischen Auskünfte erteilt, auch online gibt das HIS keine Angaben preis. Anfragen sind postalisch an die IIRFP zu richten (informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH, Abteilung Datenschutz, Rheinstraße 99, 76532 Baden-Baden). Formulare für eine Selbstauskunft gibt es unter hier.
Pro Jahr kann eine kostenlose Selbstauskunft abgefragt werden. Für weitere Selbstauskünfte kann ein Entgelt im Sinne des Paragraf 34 Abs. 8 BDSG erhoben werden.
Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung
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