Rentenerhöhung selbstgemacht 17 Prozent mehr Rente in nur zwei Jahren

Rentenerhöhung selbstgemacht 17 Prozent mehr Rente in nur zwei Jahren

von Horst Peter Wickel
15.12.2015
Auf einen Blick

Mit einem kräftigen Schlussspurt können Sie die Höhe Ihrer gesetzlichen und privaten Rente noch nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze deutlich steigern.

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Alle Rentenversicherten, die 1949 geboren wurden, können sich freuen – in diesem Jahr haben sie die Regelaltersgrenze von 65 Jahren und drei Monaten erreicht und können ihre Altersrente beantragen. Seit Anfang 2012 werden die Altersgrenzen für Altersrenten schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Ab 2029 gilt schließlich für alle nach 1963 Geborenen die Regelaltersgrenze 67 Jahre. Eine vorzeitige Inanspruchnahme dieser Rente ist nicht möglich.

Aber länger arbeiten und die gesetzliche Rente nicht bei Erreichen der Regelaltersgrenze beantragen, das können Versicherte weiterhin – und dabei noch einen satten Zuschlag kassieren. Für jeden Kalendermonat, in dem die Rente nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze nicht in Anspruch genommen wurde, wird die Rente um einen Zuschlag von 0,5 Prozent erhöht. Ein Aufschieben des Renteneintritts um ein Jahr führt damit zu einer Rentenerhöhung um sechs Prozent, nach maximal zwei Jahren also um zwölf Prozent.

Ein Jahr Mehrarbeit bringt durschnittlich 110 Euro pro Monat

Wer weiterhin versicherungspflichtig tätig ist, verdient sich zusätzlich einen Aufschlag von rund fünf Prozent auf seine später beginnende Rente, denn seine Ansprüche erhöhen sich natürlich, weil in den zwei Jahren zusätzliche Rentenbeiträge gezahlt werden.

Nach einer Beispielrechnung für den Standardrentner in den alten Bundesländern, der nach 45 Jahren heute einen Rentenanspruch von rund 1.290 Euro hätte, würde sich der Rentenanspruch nach einem Jahr Mehrarbeit um mehr als 77 Euro erhöhen, mit den zusätzlichen Rentenversicherungsbeiträgen sogar um rund 110 Euro.

Auch die Betriebsrente wächst mit

Auch die Höhe der Betriebsrente wächst, wenn Arbeitnehmer den Rentenbeginn ihrer gesetzlichen Rente verschieben. Der Betriebsrenten-Beginn ist immer an den Start der Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung gebunden. So hat erst vor kurzem auch das Bundesarbeitsgericht entschieden (Aktenzeichen: 3 AZR 11/10).

Selbstverständlich können auch Ruheständler, die es sich leisten können, mit der Arbeit aufhören und erst einmal zwei Jahre von Rücklagen oder ihrer privaten Altersvorsorge leben. Den Zuschlag von 0,5 Prozent pro Monat auf ihre gesetzliche Rente bekommen sie auch, wenn sie die Rente später beantragen. Der Anstieg der Rentenansprüche wegen einer längeren Beitragszahldauer fällt dann natürlich weg.

Altersrente wird ohnehin nicht automatisch, sondern nur auf Antrag (Rentenantrag) gewährt. Wird dieser spätestens innerhalb von drei Kalendermonaten nach Erreichen der jeweiligen Altersgrenze gestellt, beginnt die Rente mit Ablauf des Kalendermonats, in dem die Voraussetzungen erfüllt sind, bei späterer Antragstellung mit dem Ersten des Antragsmonats.

Für diejenigen, die zwar nach Erreichen der Regelaltersgrenze Altersrente beziehen, aber dennoch weiter arbeiten, ergibt sich der Vorteil, auf ihr Einkommen keine Rentenbeiträge mehr zahlen zu müssen, auch die Kosten für die Arbeitslosenversicherung fallen weg. Damit steigt zwar das Gesamteinkommen eines arbeitenden Rentners, aber auch die Steuerlast wächst überproportional.

Zuschläge auch bei privaten Rentenversicherungen

Mit höheren Rentenzahlungen können Pensionäre auch bei ihren privaten Rentenversicherungen (ob staatlich gefördert oder nicht) rechnen. Der Rentenbeginn lässt sich unkompliziert und flexibel verschieben. Allein durch das spätere Renteneintrittsalter erhöht sich die Rente. „Die monatliche Rentenzahlung erhöht sich bei einer Verschiebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 um etwa acht Prozent“, sagt Johannes Wollenschläger von der Gothaer Versicherung. Selbstverständlich haben Arbeitnehmer, die auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter arbeiten, auch die Möglichkeit, ihre Privatrente schon auszahlen zu lassen, auch als (Teil)-Kapitalauszahlung. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen bzw. ein Gespräch mit Ihrem Versicherungsberater schaffen Klarheit.

Vor allem für die wachsende Zahl von Arbeitnehmern, die im Rentenalter ohnehin lieber weiterarbeiten wollen, ist dieser Zuschlag ein attraktives Zubrot. Immerhin sind schon heute nach Angaben des Mikrozensus 4,5 Prozent der Älteren erwerbstätig. Zwar sind rund 40 Prozent von ihnen nach einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung aus finanziellen Gründen dazu gezwungen, weiterzuarbeiten, doch bei der Mehrzahl sind „Spaß an der Arbeit“ und die Einbindung in soziale Netzwerke ausschlaggebend.

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