Auch 2017 steigen die Bezüge, aber...

Mehr Rente Auch 2017 steigen die Bezüge, aber...

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
10.11.2016
Auf einen Blick

Rentner können sich auch im nächsten Jahr über mehr Geld im Portemonnaie freuen. Allerdings fällt der Zuschlag wohl deutlich geringer aus als dieses Jahr.

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Die Renten werden 2017 voraussichtlich um 1,5 bis 2,0 Prozent steigen. Das gab die Deutsche Rentenversicherung Bund in Würzburg bekannt. „Dass die Anpassung im kommenden Jahr deutlich geringer als in diesem Jahr ausfallen dürfte, ist insbesondere auf die Generalrevision der Volkwirtschaftlichen Gesamtrechnungen im Jahr 2014 zurückzuführen, die die Rentenanpassung 2015 gedämpft und im Gegenzug 2016 entsprechend erhöht hat“, erklärt Axel Reimann, Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die genauen Anpassungssätze stünden erst im Frühjahr fest. Erst dann lägen gesicherte Daten zur Berechnung des Lohn- und Nachhaltigkeitsfaktors vor, so Reimann. Der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern.

Rentenerhöhung schlägt Inflation

Mitte dieses Jahres stiegen die Renten so stark wie seit 23 Jahren nicht mehr. In den alten Bundesländern lag das Plus bei 4,25 Prozent, in den neuen Bundesländern sogar bei 5,95 Prozent. Auch wenn die Erhöhung 2017 weitaus geringer ausfällt, liegt sie dennoch über der erwarteten Teuerungsrate. Ökonomen rechnen für 2017 im Schnitt mit einer Inflation von 1,2 Prozent. Neue Schätzungen veröffentlicht die Europäische Zentralbank im Dezember.
Laut Annelie Buntenbach, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bund, sind die Rentenanpassungen in den vergangenen zehn Jahren höher ausgefallen als die Inflationsrate. So seien die Verbraucherpreise um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu kletterten die Renten im Westen um knapp 16 Prozent, im Osten sogar um gut 24 Prozent.

Goldene Rentnergeneration

Wer aktuell in den Ruhestand geht oder kurz vor dem Renteneintritt steht, hätte wohl keinen besseren Zeitpunkt erwischen können. Nicht nur weil er nach 45 Berufsjahren bereits mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen kann, sondern vor allem, weil er immer noch ein relativ hohes Rentenniveau bezieht. Das sogenannte Rentenniveau gibt das Verhältnis der Standardrente zum durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen an. Die Standardrente beruht auf einer Modellrechnung: Es ist die Rente, die ein Versicherter bei 45 anrechnungsfähigen Versicherungsjahren erhält, wenn er im Verlauf dieser Zeit ein Entgelt in Höhe des Durchschnittsentgelts aller Versicherten bezogen hat - also in der Summe auf 45 Entgeltpunkte kommt.

Rentenniveau wird langfristig deutlich sinken

Zwar ist das Rentenniveau vor Steuern im Zeitraum 1990 bis 2015 von 55,0 Prozent auf 47,5 Prozent gesunken. Allerdings zeigt die kurzfristige Tendenz leicht nach oben. So soll sich die Quote im Jahr 2017 laut aktuellem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung von derzeit 48,0 Prozent auf 48,2 Prozent erhöhen. Bis 2020 dürfte sich der Wert bei knapp 48 Prozent stabilisieren, vorausgesetzt es gibt keinen gravierenden Einbruch auf dem Arbeitsmarkt. 2030 geht die neue Prognose nur noch von einem Rentenniveau von 44,5 Prozent aus. Die Modellrechnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sieht bis 2045 einen weiteren Rückgang auf 41,7 Prozent. Damit wäre die gesetzlich festgelegte Sicherungsgrenze von 43 Prozent deutlich unterschritten.

Demografischer Wandel belastet Rentensystem

Hauptgrund für den langfristigen Rückgang des Rentenniveaus: Die Rentenanpassung hält nicht mehr mit den Lohnerhöhungen Schritt – nicht zuletzt auch eine Folge des demografischen Wandels. So steigt die Lebenserwartung kontinuierlich an, sprich es gibt immer mehr Rentenbezieher. Demgegenüber stehen immer weniger Beitragszahler. Dadurch wird auch der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung weiter steigen. Zwar sollen die Beiträge bis 2021 stabil bei 18,7 Prozent bleiben. Bis 2030 prognostiziert die Modellrechnung allerdings einen Anstieg auf 21,8 Prozent. „Angesichts der erwarteten demografischen Entwicklung ist es nicht überraschend, dass – bei unveränderter Rechtslage – der Beitragssatz ab dem Jahr 2030 weiter ansteigt und die im Gesetz festgelegte Obergrenze von 22 Prozent übersteigt“, so Axel Reimann.

Risiken nicht ausgeschlossen

Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund gibt außerdem zu bedenken, dass sich die Modellrechnungen insbesondere auf die Projektionen der Bundesregierung zur Entwicklung des Arbeitsmarktes stützen. „In den vergangenen Jahren waren die Einschätzungen zu pessimistisch und wurden von der tatsächlichen Entwicklung übertroffen“, so Reimann. „Ob dieses in Zukunft auch so sein wird, bleibt abzuwarten.“

Fakt ist: Auch wenn die gesetzliche Rentenversicherung die Hauptversorgungsquelle für das Alter bleibt, reicht sie bereits jetzt für viele Arbeitnehmer nicht mehr aus. Vor allem Geringverdiener sind auf staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen. Das Versorgungsniveau zukünftiger Rentner werde „ohne zusätzliche Altersvorsorge in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen“, warnte die Bundesregierung jüngst in ihrem Alterssicherungsbericht.

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Biallo-Lesetipp:

Geringverdiener haben nur wenig Geld für die Altersvorsorge übrig. Dennoch gibt es auch für Menschen, die knapp bei Kasse sind, Möglichkeiten zum Vermögensaufbau. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag: "Altersvorsorge für Geringverdiener: So entgehen Sie der Altersarmut".

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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