Minijobs 2016 Wie Frauen fürs Alter vorsorgen

Minijobs 2016 Wie Frauen fürs Alter vorsorgen

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
04.09.2016
Auf einen Blick

Millionen geringfügig beschäftigten Frauen droht die Altersarmut. Vor allem die jahrelangen Minijobberinnen sind gefährdet. Doch das lässt sich vermeiden.

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Dem Sozialverband VdK zufolge haben Frauen durchschnittlich zehn Jahre weniger Versicherungszeiten aufzuweisen als Männer. Das führt bei den meisten Betroffenen zu deutlich geringeren Rentenansprüchen. Die Unterbrechungen im Berufsleben entstehen bei Frauen in der Regel aus familiären Gründen, wie beispielsweise Elternzeit und die Pflege von Angehörigen. Vor allem Frauen reduzieren deshalb auch oft ihre Arbeitsstunden und arbeiten Teilzeit oder nur noch in Minijobs.

Dabei können auch langjährige Minijobberinnen jetzt mit einer geringen freiwilligen Zuzahlung nicht nur ihre gesetzliche Rente aufbessern, sondern sich gleichzeitig alle staatlichen Förderungen für die Riester-Rente sichern.

Sie gehen bereits seit Jahren einem Minijob nach? Dann können Sie folgendes machen: Der Arbeitgeber führt beim Minijob im gewerblichen Bereich pauschal 15 Prozent für die Rentenversicherung ab. Diesen Beitrag stocken Sie als Minijobberin bei Ihrem Altvertrag dann freiwillig um weitere 3,7 Prozent auf, damit der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung von 18,7 Prozent erreicht wird (Stand 2016). Bei 450 Euro im Monat würde dies 16,65 Euro ausmachen. Der Arbeitgeber wird dadurch nicht belastet, er führt nur alle Abgaben an die Minijob-Zentrale ab.

Kleine Investition bietet Ihnen viele Vorteile

Sie erwerben vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung sowie Ansprüche u.a. auf Leistungen zur Rehabilitation, auf eine Erwerbsminderungsrente und auf die staatlich geförderte Riester-Rente plus alle geförderten Zulagen. Dies kann gerade für viele Frauen sinnvoll sein, da viele aufgrund jahrelanger geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse kaum Rentenansprüche erworben haben.

Haben Sie beispielsweise als Minijobberin keine weiteren Einnahmen, brauchen Sie lediglich 60 Euro pro Jahr in einen Riester-Vertrag zu investieren, um die jährliche Grundzulage von 154 Euro zu erhalten. Für jedes Kind gibt es zusätzlich noch mal 185 Euro, bzw. für ab 2008 Geborene sogar 300 Euro im Jahr obendrauf. Wenn Sie das nicht nutzen, verschenken Sie viel Geld!

Ein Rechen-Beispiel: Eine Frau mit einem vierjährigen Kind bekäme so vom Staat 454 Euro jährlich für ihre Riester-Altersvorsorge geschenkt und hätte zusätzlich noch den Anspruch auf das volle Leistungsspektrum der gesetzlichen Rentenversicherung.

Weiteres mögliches Plus bei Verheirateten: Hätte der Ehepartner keinen Anspruch auf Riester-Förderung, dann verschafft die Minijobberin ihm damit ebenfalls die Chance auf einen eigenen geförderten Riester-Vertrag.

Für Minijobber in Privathaushalten gilt übrigens das gleiche Prinzip. Sie müssen wegen des geringeren Fünf-Prozent-Pauschalbeitrages des Arbeitgebers allerdings 13,7 Prozent dazu zahlen, um auf den vollen Rentenbeitragssatz von 18,7 Prozent zu kommen.

Hinweis für Neuverträge bei Minijobs

Jeder ab dem 01. Januar 2013 abgeschlossene Minijob-Vertrag ist - nach der neuen gesetzlichen Regelung - erst einmal standardmäßig rentenversicherungspflichtig. Das heißt, Sie als (gewerbliche) Minijobberin zahlen automatisch die 16,65 Euro dazu und profitieren von den o.g. Vorteilen. Wenn Sie dies explizit nicht wollen bzw. Ihrer Meinung nach nicht brauchen, können Sie sich jedoch auf Antrag davon befreien lassen. Diese Abwahl sollten Sie jedoch vorab immer gut überdenken!

Biallo-Tipp: Informieren Sie sich ausführlich über das umfangreiche Leistungsspektrum der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Leistungskatalog wird ständig ausgebaut und bietet Ihnen im Laufe Ihres Lebens viele Hilfen und Vorteile.

Lese-Tipp

Mutter sein ist ein Vollzeitjob - Erschöpfung und Überlastung inklusive. Mütter können eine Mutter-Kind-Kur in Anspruch nehmen - doch wenige wissen, dass ihnen das zusteht. Mehr hierzu finden Sie in unserem Artikel: "Mutter-Kind-Kur: Millionen Mütter haben Kuranspruch".

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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