Gesetzliche Rente Rente mit 67 – das müssen Sie wissen

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
24.01.2014
Auf einen Blick

Je nach Jahrgang steigt der Rentenstart schrittweise bis 67 an. Biallo.de nennt hier die wesentlichsten Eckpunkte der Neuregelung.

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Der gesetzliche Rentenstart von ehemals 65 Jahre wurde seit 2012 für alle ab 1947 Geborenen schrittweise um bis zu zwei Jahre angehoben. Am härtesten betroffen sind dabei die Jüngeren: Ab Jahrgang 1964 gibt es die Rente ohne Abzüge in der Regel erst mit 67 Jahren.

Wann kann ich künftig regulär in Rente gehen?

Die Altersgrenze steigt für die Jahrgänge 1947 bis 1964 langsam in kleinen Schritten auf 67 Jahre (siehe Tabelle unten). 1950 Geborene können zum Beispiel mit 65 Jahren und vier Monaten in Rente gehen. Der Jahrgang 1958 darf das dann erst mit 66 Jahren tun. Wer 1964 oder später geboren ist, erhält seine Rente ohne Abzüge in der Regel erst im Alter von 67 Jahren. Möglicher Vorteil dabei: Wer zwei Jahre länger einzahlt, bekommt voraussichtlich auch etwas mehr raus.

Die neue Regelung
des gesetzlichen Renteneintrittsalters

Geburts-
jahr

Einstiegsalter

1947

65 Jahre + 1 Monat

1948

65 Jahre + 2 Monate

1949

65 Jahre + 3 Monate

1950

65 Jahre + 4 Monate

1951

65 Jahre + 5 Monate

1952

65 Jahre + 6 Monate

1953

65 Jahre + 7 Monate

1954

65 Jahre + 8 Monate

1955

65 Jahre + 9 Monate

1956

65 Jahre + 10 Monate

1957

65 Jahre + 11 Monate

1958

66 Jahre

1959

66 Jahre + 2 Monate

1960

66 Jahre + 4 Monate

1961

66 Jahre + 6 Monate

1962

66 Jahre + 8 Monate

1963

66 Jahre + 10 Monate

1964

67 Jahre

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Wer trotz der Neuregelung bereits eher in den Ruhestand möchte - das wird in der Regel frühestens nach Vollendung des 63. Lebensjahres möglich sein -, der muss mit einem Abschlag von 0,3 Prozent der Rente rechnen und zwar für jeden Monat, den er dann früher in Rente geht. Wer sich zum Beispiel nach 35 Versicherungsjahren mit 63 statt mit 67 Jahren aus dem Job verabschieden will, muss auf 14,4 Prozent seiner Rente verzichten (48 Monate mal 0,3 Prozent).

Achtung:
Dieser Rentenabschlag gilt dann für die gesamte Rentenbezugszeit. Diese Kürzungen betreffen dann auch spätere Hinterbliebenenrenten für Witwen oder Witwer.

Bei einem früheren Ausstieg ist zudem noch folgendes zu berücksichtigen: Wer beispielsweise vier Jahre weniger einzahlt, hat somit auch eine geringere Grundrente, von der dann die Abschläge abgehen.

Was ist bei einer frühzeitigen Krankheit?

Bei den Erwerbsminderungsrenten steigt das Eintrittsalter ohne Abzüge von 63 auf 65 Jahre. Wer aus gesundheitlichen Gründen früher aus dem Beruf ausscheidet, muss in der Regel Kürzungen bis zu 10,8 Prozent hinnehmen. Ausnahmen gibt es für Versicherte mit 35 Beitragsjahren (ab 2024 mit 40). Für sie gilt weiterhin die Altersgrenze von 63.

Für schwerbehinderte Bürger ab Jahrgang 1952 steigt die Altersgrenze ebenfalls von 63 auf 65 Jahre. Sie können ab 62 in Rente gehen, müssen aber Abzüge von 0,3 Prozent pro Monat in Kauf nehmen. Es gibt aber eine Vertrauensschutzregel: Wer vor dem 17. November 1950 geboren ist und spätestens am 16. November 2000 anerkannt schwerbehindert war, kann weiterhin mit 60 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen.

Wer 45 Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt hat, darf auch weiterhin mit 65 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen. Das gilt auch dann, wenn man unter die Neuregelung der Rente mit 67 fallen würde und eigentlich länger arbeiten müsste. Damit belohnt der Gesetzgeber „besonders langjährige Versicherte“. Vorteil für Mütter: Dazu zählen übrigens auch Zeiten der Erziehung von Kindern bis zu deren zehnten Lebensjahr. Zeiten der Arbeitslosigkeit zählen jedoch nicht dazu.

Was ändert sich bei der Witwen- und Witwerrente?

Hier steigt die Altersgrenze für die große Witwen- oder Witwerrente ab 2012 stufenweise von 45 auf 47 Jahre – abhängig vom Todesjahr des Versicherten. Bei Todesfällen ab 2029 wird diese Rente erst ab 47 Jahren gezahlt.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Individuelle Auskunft erhalten Sie beim kostenlosen Servicetelefon 0800 / 1000 4800 der Deutschen Rentenversicherung. Dort können Sie die Broschüre zur Rente mit 67 bestellen oder sich genau Ihre möglichen Abschläge ausrechnen lassen. Erreichbarkeit: Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 19.30 Uhr sowie am Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr.

Unser Tipp

Versorgungslücke erkennen

Mit dem Biallo.de-Vorsorge-Rechner können Sie prüfen, ob Ihnen später eine Versorgungslücke droht. Mit den Vergleichen zur Privaten Rentenversicherung, Riester-Rente und Rürup-Rente können Sie ermitteln, mit welchem monatlichen Aufwand sich eine Zusatzrente ansparen lässt, die die Versorgungslücke schließt.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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