Renteninformation Die Wahrheit hinter der Prognose

von Klaus Winter
09.03.2015
Auf einen Blick

Seit einigen Jahren bekommen viele jährlich die Renteninformation zugesandt. Sie soll Auskunft geben über den Stand der Vorsorge – aber wie hilfreich ist sie wirklich?

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Egal, ob Altersrente oder Invalidität: Wir zeigen hier, was die Renteninformation verrät – und was Sie zwischen den Zeilen lesen müssen.

Was verrät die Renteninformation zum Rentenbeginn?

Sie finden ein ganz konkretes Datum Ihres Rentenbeginns in der Renteninformation. Beschrieben wird damit Ihr Rentenregelalter, zu dem Sie ohne Abschläge in Rente gehen können – meist wird das der 67. Geburtstag sein. Allerdings schweigt sich die Renteninformation darüber aus, was es Sie kostet, wenn Sie früher in Rente gehen wollen: Pro Monat wird die Rente um 0,3 Prozentpunkte reduziert – lebenslang.

Ihre bisher erreichte Rente

In der Renteninformation erfahren Sie, welche Rente Sie heute bereits erreicht haben. Damit haben Sie eine ungefähre Vorstellung davon, mit was Sie rechnen können. Konkret ist das allerdings nicht, denn dieser Wert basiert auf der Anzahl Ihrer Entgeltpunkte, die Sie für Ihre Beiträge erhalten. Und jeder dieser Punkte symbolisiert einen festen Euro-Wert: Aktuell beträgt der 28,61 Euro in den alten Bundesländern und 26,39 Euro in den neuen. Bei 30 Entgeltpunkten beträgt Ihre Rente also 858,30 Euro bzw. 791,70 Euro in den neuen Bundesländern. Und während die einmal erreichten Rentenpunkte Ihnen nicht mehr zu nehmen sind, ist das bei dem Rentenwert durchaus der Fall: Der kann steigen und fallen, bis Sie in Rente gehen.

Ihre mögliche Rente

Bei diesen Werten wird es spekulativ in der Renteninformation: Die Deutsche Rentenversicherung berechnet zum einen, welche Rente Sie bekämen, wenn Sie bis zum Rentenbeginn genau die Beiträge zahlen, die Sie in den letzten fünf Jahren gezahlt haben. Gerade bei jungen Menschen wird das selten der Fall sein, wenn etwa eine berufliche Auszeit genommen wird. Ähnlich aussageschwach sind auch die möglichen Renten, die auf Basis möglicher Rentensteigerungen berechnet werden: Die Steigerungssätze von einem bzw. zwei Prozent werden auf Dauer nicht erreicht werden können.

Renteninformation: Erwerbsminderungsrente ist trügerisch

Auch das steht in Ihrer Renteninformation: Sie erhalten bei voller Erwerbsminderung eine Rente von XY Euro. Das gilt für den Fall, dass Sie tatsächlich voll erwerbsgemindert sind – also weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können. Sind es mehr als drei, sinkt die Rente schnell dramatisch ab. Zudem wird die Rente eben nur bei Erwerbsminderung gezahlt – bei Berufsunfähigkeit erhalten alle ab 1961 Geborenen keinen Cent mehr.

Renteninformation: Und die Steuern?

Seit der Rentenreform von 2005 ist die steuerliche Belastung auf die gesetzliche Rente deutlich angestiegen. Derzeit müssen 70 Prozent der Rente versteuert werden – zukünftige Rentensteigerungen werden schon heute zu 100 Prozent besteuert, für die gesamte Rente gilt das erstmals für den Jahrgang, der 2040 in Rente geht. Die Renteninformation schweigt sich darüber komplett aus, obwohl die Steuerlast sogar ganz individuell einfach zu berechnen wäre. Tatsächlich werden am Ende pro 100 Euro Rente im Schnitt zwischen zehn und 20 Euro Steuern fällig werden – Tendenz steigend, wenn es weitere Einkünfte im Alter gibt.

Unser Fazit: Was ist von der Renteninformation zu halten?

Wirklich aussagekräftig ist die Renteninformation nicht. Die bereits erreichten Entgeltpunkte lassen einen Rückschluss auf ein Rentenniveau nur bedingt zu – die möglichen Renten sind spekulativ unter vielen Annahmen errechnet und am Rande der Seriosität. Ein Information stimmt allerdings auf jeden Fall in der Renteninformation: Private Vorsorge, so steht dort zu lesen, werde durch die „Versorgungslücke“ immer wichtiger. Das ist wohl wahr!

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Klaus Winter
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