Deutsche kennen weder Rentenhöhe noch Versorgungslücke

Alterseinkünfte Deutsche kennen weder Rentenhöhe noch Versorgungslücke

Max Geißler
von Max Geißler
28.11.2016
Auf einen Blick

Die Mehrheit der Bundesbürger hat keine Ahnung, wie hoch ihre spätere Rente ist. Dabei muss man im Alter davon leben. Höchste Zeit, sich schlau zu machen.

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Knapp zwei Drittel der Deutschen wissen nicht, wie viel Geld sie im Ruhestand zur Verfügung haben werden. Gerade mal 29 Prozent können nach einer repräsentativen Allensbach-Umfrage ihr Einkommen einigermaßen beziffern. Weil viele ihr voraussichtliches Einkommen im Alter nicht kennen, wissen sie auch nicht, wie groß ihre Versorgungslücke ist und wie viel Geld sie zusätzlich ansparen müssen, um im Ruhestand keine Abstriche beim Lebensstandard machen zu müssen. Rund 60 Prozent können laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Frage nach der erforderlichen Sparsumme nicht beantworten.

Versorgungslücke ermitteln

Hilfe bei der Ermittlung der Versorgungslücke finden Sie im Internet. Detaillierte Anhaltspunkte liefert zum Beispiel der Biallo-Versorgungslückenrechner. Er fragt nach dem aktuellen Bruttoeinkommen, dem Geburtsjahr, dem schulischen Werdegang und dem Familienstand. Nach der zusätzlichen Eingabe der privaten Alterseinkünfte zeigt das Programm, wie hoch die monatlichen Einkünfte im Alter sein werden und mit welcher Versorgungslücke man im Vergleich zum aktuellen Einkommen rechnen muss. Dabei unterstellt der Versorgungslückenrechner, dass Pensionäre nur 80 Prozent der vorherigen Nettoeinkünfte für ihren Lebensunterhalt benötigen. Tipp: Damit genügend Zeit zum Aufbau von Altersvorsorgevermögen bleibt, sollte man nicht erst kurz vor Renteneintritt aktiv werden, sondern spätestens in mittleren Jahren um die 40.

Versorgungslücke mit Riester-Rente schließen

Beträgt die Versorgungslücke beispielsweise 300 Euro, sollten Beschäftigte versuchen, diesen Betrag als private Zusatzrente anzusparen. Infrage hierfür kommen zum Beispiel staatlich geförderte Renten, etwa die Riester-Rente oder die Rürup-Rente. Eltern mit Kindern profitieren stark von der Familienförderung bei der Riester-Rente. Pro Kind gibt’s seit 2008 300 Euro Kinderzulage plus 154 Euro je Vertrag. Im Laufe von 20 Jahren streicht ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Riester-Vertrag mehr als 15.000 Euro an Fördergeld ein.

Damit aus dem Fördergeld plus Eigenbeitrag eines Tages 300 Euro Monatsrente werden, sollten die Eltern etwa 25 Jahre vor Renteneintritt mit dem Riester-Vertrag starten. Bei langer Spardauer sind Fondssparpläne empfehlenswert, denn sie erzielen die besten Renditen. Mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 45.000 Euro müssen Riester-Sparer insgesamt 1.800 Euro jährlich in den Riester-Vertrag einzahlen (4 Prozent), um in den Genuss der vollen Zulagen zu kommen. Abzüglich Riester-Förderung entspricht dies einem monatlichen Eigenbeitrag von 87 Euro. Ein vierzigjähriger, der 25 Jahre am Ball bleibt, der kann zum Beispiel bei der Stuttgarter Versicherung mit 309 Euro monatlicher Rentenzahlung rechnen, Alte Leipziger und HDI prognostizieren 300 bzw. 295 Euro.

Biallo-Tipp:

Gehen Sie in Sachen Rentenprognose lieber auf Nummer sicher und orientieren Sie sich an der garantierten monatlichen Rente. Die ist im Gegensatz zur prognostizierten Monatsrente in jedem Fall sicher und kann die Versorgungslücke zuverlässig schließen. In unserem Beispiel zeigt sich, dass Allianz und HDI mit je 141 Euro die beste Rentengarantie geben.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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