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E-Mobility: Wie Anleger vom Elektro-Boom profitieren

Update: 28.10.2019
Lars Becker
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Auf einen Blick
  • Die Nachfrage nach der Elektroauto-Prämie steigt: In Deutschland wächst die Zahl der Neuanträge für die staatliche Förderung stetig.

  • In vielen anderen Ländern ist die Elektromobilität bereits deutlich stärker verbreitet.

  • Ob E-Mobility-Aktien oder Rohstoff-Investment – es bieten sich derzeit günstige Einstiegsmöglichkeiten.
Elektromobilität bietet umweltfreundlichen Fahrspaß und interessante Investmentideen für Anleger.
Bartolomiej_Pietrzyk/shutterstock.com

Die E-Mobilität kommt – auch im eher konservativen Deutschland. Zwar wird das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen bis 2020 auf Deutschlands Straßen kaum noch zu erreichen sein, aber die Elektroauto-Prämie wird immer populärer. In den letzten Monaten hat die Nachfrage nach dem sogenannten Umweltbonus deutlich zugenommen, bis Ende September gab es insgesamt 141.000 Anträge. Da die Förderbedingungen weiter verbessert werden sollen, wird allein 2020 mit 200.000 Neuanträgen gerechnet.

Bisher gibt es 4.000 Euro beim Kauf eines rein elektrisch betriebenen Autos – je zur Hälfte vom Bund und vom jeweiligen Autohersteller. Der Bund will seinen Anteil in Zukunft künftig auf 4.000 Euro verdoppeln um der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Für Plug-In-Hybride, also Autos mit gekoppeltem Elektro- und Verbrennungsmotor, sind derzeit immerhin 3.000 Euro Zuschuss drin. Langsam wirkt die staatliche Anschub-Subvention: In den ersten neun Monaten 2019 gab es 74.000 Neuzulassungen, was einem stolzen Plus von 48 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2018 bedeutet. Der Zuwachs geht fast ausschließlich auf das Konto von reinen E-Autos, Plug-In-Hybride stagnieren dagegen.

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China als Vorreiter beim E-Auto-Verkauf

Das klingt zumindest nach dem Beginn der Erfolgsstory für die Elektromobilität. In anderen Ländern ist die Dynamik eine ganz andere: In Norwegen ist bereits jeder zweite Neuwagen ein reines Elektrofahrzeug oder Hybrid. In den ersten neun Monaten diesen Jahres gab es in China 891.000 neue Stromautos – eine Steigerung um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch wenn das raketenartige Wachstum durch reduzierte Förderprogramme und den Handelsstreit mit den USA ins Stocken geraten ist, sollen 2020 bereits weit über fünf Millionen Autos mit Elektroantrieb auf Chinas Straßen rollen.

Dabei helfen auch im Reich der Mitte geltende Zulassungsbeschränkungen für Pkw mit Verbrennungsmotoren mit – seit 2019 müssen bereits zehn Prozent der Neuwagen eines Herstellers Elektrofahrzeuge sein, und die Zahl steigt. Ab 2030 könnten Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor im mit 1,3 Milliarden Menschen weltgrößten Markt ganz untersagt sein.

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Automobilindustrie setzt auf Elektroautos

Das zeigt, wohin der Trend geht. Und die deutsche Autoindustrie hat die Zeichen der Zeit mittlerweile verstanden: Volkswagen investiert 30 Milliarden Euro in die Elektromobilität, startet im großen Stil mit der Serienproduktion und will bis 2022 an 16 Standorten Elektroautos produzieren. Für den kürzlich vorgestellten Stromer ID.3 gibt es weit mehr als 10.000 Vorreservierungen. Goldman Sachs hat der VW-Aktie deshalb kürzlich ein Aufwärtspotenzial von 30 Prozent bescheinigt. BMW ist weltweit der viertgrößte Produzent von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen, und auch Daimler hat Elektro für sich entdeckt. Andere sind allerdings schon wesentlich weiter.

Als Vorreiter gilt die US-Firma Tesla (WKN: A1CX3T), deren Wert sich seit dem Börsendebüt 2010 vervielfacht hat. Gerade hat der Weltmarktführer im E-Auto-Bereich – laut Statista wurden bis September schon 245.000 Fahrzeuge in diesem Jahr ausgeliefert – die Produktion in China begonnen. Die Aktie ist trotzdem sehr volatil, weil noch keine Gewinne geschrieben werden. Deshalb ist Tesla nur für mutige Anleger geeignet.

Die chinesische Firma BYD (WKN: A0M4W9) – übersetzt "Build Your Dreams" – steht besser da: Mit im Jahr 2019 bisher 227.000 verkauften Fahrzeugen ist das Unternehmen die Nummer zwei der E-Mobility-Firmen weltweit. Das profitable Unternehmen verkauft auch elektrisch betriebene Busse und hat eine eigene Batterieproduktion – und ist, nach einem Rücksetzer im Kurs, ein Kauftipp für langfristig orientierte Anleger.

Batterien als Zukunftsmarkt

Die Energiespeicher sind ein weiterer großer Zukunftsmarkt. Ob in Mobiltelefonen, Fahrrädern, Autos oder als stationäre Speicher zum Beispiel für erneuerbare Energien – überall werden Batterien benötigt und deshalb massiv neue Produktionskapazitäten geschaffen. Weltweite Profiteure davon sind, neben chinesischen Firmen, große Konzerne wie Panasonic (WKN: 853666), LG Chem (WKN: 659109) oder Samsung SDI (WKN: 923086), die sich für ein Investment anbieten.

Der Weltmarkt wird ganz klar von asiatischen Firmen dominiert. Derzeit läuft in Deutschland eine politische Initiative, um eine Batteriezellproduktion in großem Stil aufzubauen und damit den Rückstand aufzuholen. Auf den Batterie-Boom mit einer deutschen Firma setzen kann man zum Beispiel mit Aktien von Varta (WKN: A0TGJ5). Allerdings ist das Papier nach einem Gewinn von über 200 Prozent in den letzten zwölf Monaten schon sehr ambitioniert bewertet.

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Kursrutsch bei Lithium und Kobalt

Der wichtigste Bestandteil für Batterien ist Lithium. Nach einem wahren Run auf den Rohstoffmarkt und die Aktien der Produzenten wie Albermarle (WKN: 890167), SQM (WKN: 895007) oder Orocobre (WKN: A0M61S) gab es im vergangenen und diesem Jahr, wegen der Angst vor einer Überproduktion, einen rasanten Kursrutsch. Das bietet langfristig orientierten Anlegern gute Einstiegsmöglichkeiten.

Einen ähnlichen Absturz hat Kobalt erlebt. Dieser Stoff ist für die Stabilität von Batterien (derzeit noch) unerlässlich. Ein Großteil des Batterie-Metalls wird in der politisch unsicheren Demokratischen Republik Kongo gefördert, wo zudem über Kinderarbeit berichtet wird. Da große Automobilunternehmen zunehmend Wert auf ethisch saubere Zulieferungen legen, sind neben den großen Produzenten wie Glencore (WKN: A1JAGV) auch Explorer verstärkt in den Blickpunkt gerückt, die künftig Kobalt in sicheren Gebieten auf dem Erdball fördern wollen.

3
 
Name
ISIN
Wertzu-
wachs p.a.
 
1.
Bakersteel Gl. Fd. S. -Electrum Fd. A2 EUR
LU0229009351
12,71%
2.
GR Dynamik
DE000A0H0W99
10,92%
3.
Sunares Sustainable Natural Resources
LU0344810915
4,24%
Laufzeit: 5 Jahre

Trend-Elemente: Nickel, Vanadium und seltene Erden

Der Bedarf an Batterie-Rohstoffen ist so groß, dass sich asiatische – und dabei vor allem chinesische Firmen – oft schon vor Beginn der Förderung über hohe Geldzahlungen die Rechte an der künftigen Verwendung sichern.

Ebenfalls ein Trend-Element, dessen Preis wegen der steigenden Nachfrage zuletzt stieg, ist Nickel. Auch Vanadium könnte nach einem Preisrutsch in den letzten Monaten mittelfristig wieder profitieren: Es wird als Bestandteil in großen, stationären Batterien benötigt. Auch Graphit und Mangan sind gefragt. Für die Elektromobilität und andere Zukunftstechnologien werden auch sogenannte seltene Erden – Stoffe mit exotischen Namen wie Rhenium, Terbium, Dysprosium, Germanium, Scandium, Tantal, Neodym und Praseodym – benötigt.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung hat in einer Studie davor gewarnt, dass diese wichtigen Stoffe knapp werden könnten. China kontrolliert derzeit über 90 Prozent der Bestände. Der aktuell einzige große Produzent außerhalb Chinas ist der australische Seltenerdhersteller Lynas (WKN: 871899). Der Kurs der Aktie ist in den letzten zwölf Monaten über 60 Prozent gestiegen.

Biallo-Tipp

Die Elektromobilität ist ein Zukunftstrend. Am besten davon profitieren kann man mit einem breit gestreuten Aktien-Portfolio mit Topfirmen aus dem Auto-, Batterie- und Rohstoffbereich. Gute Nerven sind gefragt, denn die Volatilität in diesem Bereich ist hoch.



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