Elektromobilität: So profitieren Sie vom Elektro-Boom

Geldanlage Elektromobilität: So profitieren Sie vom Elektro-Boom

von Lars Becker
19.04.2018
Auf einen Blick
  • Die Bundesregierung hält an ihrem Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 fest.

  • China schreibt Quoten für Autos ohne Verbrennungsmotor vor.

  • Ob E-Mobility-Aktien oder Rohstoff-Investment – es gibt viele Möglichkeiten, am Elektro-Boom zu partizipieren. 
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Die Bundesregierung hat in diesen Tagen bekräftigt, dass sie bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen bringen will. Als Anreiz gibt es seit Juli vergangenen Jahres den sogenannten Umweltbonus: 4.000 Euro, je zur Hälfte vom Bund und dem jeweiligen Autohersteller, gibt es beim Kauf eines rein elektrisch betriebenen Autos.

Immerhin insgesamt noch 3.000 Euro Zuschuss sind für Plug-In-Hybride drin, also Autos mit gekoppeltem Elektro- und Verbrennungsmotor. Trotzdem waren laut Kraftfahrt-Bundesamt Anfang Januar dieses Jahres in Deutschland nur 98.280 Elektro-Pkw zugelassen.

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China als Vorreiter beim E-Auto-Verkauf

Klingt nicht gerade nach einer Erfolgsstory für die Elektromobilität, aber in anderen Ländern ist die Dynamik eine ganz andere. In Norwegen ist bereits jeder dritte verkaufte Pkw ein Elektrofahrzeug. In China wurden im vergangenen Jahr 777.000 Strom-Autos verkauft, eine Steigerung um 53 Prozent. In diesem Jahr wird die Millionenmarke geknackt, 2020 sollen bereits weit über fünf Millionen Autos mit Elektroantrieb auf Chinas Straßen rollen.

Dabei helfen auch im Reich der Mitte geltende Zulassungsbeschränkungen für Pkw mit Verbrennungsmotoren mit – 2019 müssen bereits zehn Prozent der Neuwagen eines Herstellers Elektrofahrzeuge sein und die Zahl steigt. Ab 2030 könnten Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren im weltgrößten Markt mit 1,3 Milliarden Menschen ganz untersagt sein.

Das zeigt, wohin der Trend geht – und die deutsche Autoindustrie hat die Zeichen der Zeit verstanden. Volkswagen startet Ende 2019 im großen Stil mit der Serienproduktion und will bis 2022 an 16 Standorten Elektroautos produzieren, BMW ist weltweit schon der drittgrößte Produzent von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen und auch Daimler hat Elektro für sich entdeckt. Andere sind allerdings schon wesentlich weiter.

Als Vorreiter gilt die US-Firma Tesla (WKN: A1CX3T), deren Wert sich seit dem Börsendebüt 2010 sich fast verzwanzigfacht hat. Derzeit kämpft das Unternehmen jedoch mit Problemen beim Hochfahren der Serienproduktion beim Volumenauto "Model 3" und ist auch wegen ihrer tiefroten Bilanz kein Kauftipp.

Die chinesische Firma BYD (WKN: A0M4W9) – übersetzt "Build Your Dreams" – steht besser da: Mit über 114.000 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2017 ist das Unternehmen weltweit die Nummer 1 der E-Mobility-Firmen. Das profitable Unternehmen verkauft auch elektrisch betriebene Busse und hat eine eigene Batterieproduktion.

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Überall gefragt: Batterien

Die Energiespeicher sind ein weiterer großer Zukunftsmarkt. Ob in Mobiltelefonen, Fahrrädern, Autos oder als stationäre Speicher zum Beispiel für erneuerbare Energien – überall werden Batterien benötigt und deshalb massiv neue Produktionskapazitäten geschaffen. Weltweite Profiteure davon sind neben chinesischen Firmen große Konzerne wie Panasonic (WKN: 853666), LG Chem (WKN: 659109) oder Samsung SDI (WKN: 923086), die sich für ein Investment anbieten.

Der Weltmarkt wird ganz klar von asiatischen Firmen dominiert, derzeit läuft in Deutschland eine politische Initiative, um eine Batteriezellproduktion in großem Stil aufzubauen und damit den Rückstand aufzuholen. Auf den Batterie-Boom mit einer deutschen Firma setzen kann man zum Beispiel mit Aktien von Varta (WKN: A0TGJ5).

Der wichtigste Bestandteil für Batterien ist Lithium. Nach einem wahren Run auf dem Rohstoffmarkt und die Aktien der Produzenten wie Albermarle (WKN: 890167), SQM (WKN: 895007), FMC WKN: 871138) oder Orocobre (WKN: A0M61S) gab es zuletzt wegen Ängsten um eine bevorstehende Überproduktion einen rasanten Kursrutsch. Das bietet gute Einstiegsmöglichkeiten: Wer sein Risiko breit streuen will, kann zum Beispiel auf den Structured Solutions Lithium Index Strategie Fonds (WKN: HAFX4) setzen.

Noch begehrter ist wegen der begrenzten Verfügbarkeit derzeit Kobalt, dessen Preis rasant gestiegen ist. Ein Großteil des Batterie-Metalls wird in der politisch unsicheren Demokratischen Republik Kongo gefördert, wo zudem über Kinderarbeit berichtet wird.

Kobalt, Lithium und seltene Erden

Da große Automobilunternehmen zunehmend Wert auf ethisch saubere Zulieferungen legen, sind neben den großen Produzenten wie Glencore (WKN: A1JAGV) auch Explorer verstärkt in den Blickpunkt gerückt, die künftig Kobalt in sicheren Gebieten auf dem Erdball fördern wollen. So konnten zum Beispiel die an einem Projekt in Australien arbeitende Cobalt Blue (WKN: A2DG1B) oder die in Namibia aktive Celsius Resources (WKN: A1J56G) ihren Wert zuletzt vervielfachen.

Der Bedarf ist so groß, dass sich asiatische und dabei vor allem chinesische Firmen oft schon vor Beginn der Förderung über hohe Geldzahlungen die Rechte an der künftigen Verwendung der Batterie-Rohstoffe sichern. Ebenfalls ein Trend-Element, dessen Preis wegen der steigenden Nachfrage in die Höhe geschossen ist, ist Vanadium. Es wird als Bestandteil in großen stationären Batterien benötigt. Auch Graphit und Mangan sind gefragt.

Für die Elektromobilität und andere Zukunftstechnologien werden auch sogenannte seltene Erden – Stoffe mit exotischen Namen wie Rhenium, Terbium, Dysprosium, Germanium, Scandium, Tantal, Neodym und Praseodym – benötigt. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, hat in einer Studie davor gewarnt, dass diese wichtigen Stoffe knapp werden könnten. China kontrolliert derzeit über 90 Prozent der Bestände – entsprechend begehrt sind Aktien des australischen Produzenten Lynas (WKN: 871899).

Biallo-Tipp

Die Elektromobilität ist ein Zukunftstrend. Am besten davon profitieren kann man mit einem breit gestreuten Aktien-Portfolio mit Topfirmen aus dem Auto-, Batterie- und Rohstoffbereich. Gute Nerven sind gefragt, denn die Volatilität in diesem Bereich ist hoch.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de