Afrika: Ein Spiel mit dem Feuer

Geldanlagen in "exotischen" Märkten Afrika: Ein Spiel mit dem Feuer

Lars Becker
von Lars Becker
29.04.2017
Auf einen Blick
  • Afrika ist nicht nur reich an Bodenschätzen, sondern mit 1,1 Milliarden Einwohner ein riesiger Binnenmarkt.
  • Der schwarze Kontinent ist wegen politischer Unsicherheiten und Währungs-Turbulenzen zumindest momentan nur für sehr mutige Anleger ein Tipp.
  • Anleger sollten nur einen kleinen Teil des Vermögens in afrikanische Werte anlegen und nur in Fonds, die das Risiko breit streuen.
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Afrika ist reich an Bodenschätzen wie Gold, Diamanten, Kohle oder Öl. Der Kontinent ist mit 1,1 Milliarden - überwiegend jungen - Menschen ein riesiger Binnenmarkt. Trotzdem spielt Afrika auf dem weltweiten Aktienmarkt bisher bestenfalls eine kleine Nebenrolle.

"Das große Problem an Afrika ist der Mangel an verlässlichen Institutionen. Viele Clans bedienen sich selbst, es gibt Korruption und dazu Bürgerkriege im Sudan oder Somalia. Nigeria hat viel Öl, aber auch die Terror-Organisation Boko Haram", sagt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für die Privat- und Firmenkunden.

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Er sieht die politische Unsicherheit als größtes Problem für eine Investition in afrikanische Werte. Nur eine kleine Minderheit der offiziell anerkannten 54 Staaten auf dem Kontinent ist für Privat-Anleger überhaupt theoretisch interessant.

Mit großem Abstand an der Spitze steht Südafrika, dessen Aktien in Sachen Marktkapitalisierung fast drei Viertel des Kontinents ausmachen. Neben Südafrika gehört nur noch Ägypten zu den MSCI Emerging Markets. Zu den MSCI Frontier Markets zählen zum Beispiel Nigeria, Tunesien oder Marokko.

Die Performance ist nicht berauschend

Der S&P Africa 40-Index der größten und liquidesten Unternehmen des Kontinents hat in den vergangenen drei Jahren über 30 Prozent an Wert verloren. Blickt man ein Jahr zurück, steht allerdings ein Gewinn von knapp acht Prozent.

Das zeigt, dass sich für risikobereite Anleger durchaus auch Gewinnchancen bieten. "Allerdings muss man sich sehr gut auskennen, um dort zu investieren", sagt Stephan. Das bedeutet, dass man eigentlich nur auf Fonds setzen sollte, die das Risiko breit streuen. Südafrikanische Aktien machen dort den größten Anteil aus.

3
 
Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
Magna New Frontiers Fund R
IE00B68FF474
11,26%
2.
Fidelity Fd. Em. Asia A Acc EUR
LU0329678410
10,57%
3.
Templeton EM Smaller Comp. Fd. A acc EUR
LU0300743431
8,43%
Laufzeit: 5 Jahre

Empfehlenswerte Fonds sind zum Beispiel DB X-Trackers MSCI EFM Africa TOP 50 Capped Index UCITS 1C oder der Robeco Afrika Fonds N.V. Interessanterweise sind wie in anderen an Bodenschätzen reichen Märkten – zum Beispiel Brasilien oder Australien – Rohstoffwerte gar nicht die wichtigsten unter den größten Unternehmen. Der Finanzbereich, Konsumgüter und die Telekommunikation sind in Afrikas Aktienmarkt wichtiger.

Im südafrikanischen Johannesburg All Share Index macht Naspers als größtes Medien-, Internet- und Unterhaltungs-Unternehmen Afrikas ein Viertel des Gewichts aus. Naspers wiederum hält 34 Prozent am chinesischen Internetriesen Tencent. Das zeigt die Abhängigkeit des südafrikanischen Aktienmarkts von China, das umgekehrt wegen der riesigen Rohstoffvorkommen derzeit viel Geld in Afrika investiert.

Auch dieses Beispiel unterstreicht die Risiken eines Investments. Jederzeit möglich sind auch unliebsame Währungs-Überraschungen. In Ägypten wurde die Kopplung der Landeswährung an den US-Dollar aufgehoben. In der Folge wurde das ägyptische Pfund über Nacht um über 30 Prozent abgewertet.

"Da steht man als Investor schnell mit kurzen Hosen da", sagt Ulrich Stephan. "Es fehlt an der Sicherheit auf vielen Ebenen. Natürlich bietet Afrika auch Chancen. Aber wenn, dann würde ich in Afrika nur einen kleinen Teil meines hart erarbeiteten Vermögens anlegen. Und ich muss damit rechnen, dass das auch ein Totalverlust werden könnte."

 Südafrikanische Wirtschaft erholt sich

In Südafrika wird 2017 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent gerechnet, die Zeichen stehen auf wirtschaftliche Erholung. Allerdings stehen 2019 wieder Wahlen an, was eine große Unsicherheit mit sich bringt.

Zehnjährige Staatsanleihen bringen in Südafrika derzeit eine Rendite von 8,45 Prozent in der Landeswährung Rand. In Nigeria sind es sogar 15,99 Prozent in US-Dollar. Traumhafte Renditen mit Blick auf die Nullzinsphase im Euroraum – aber auch verbunden mit den entsprechenden Risiken.

Biallo-Tipp

Afrika ist wegen politischer Unsicherheiten und Währungs-Turbulenzen zumindest momentan nur für sehr mutige Anleger ein Tipp. Wenn, dann sollte man hier nur einen kleinen Teil seines Vermögens anlegen und nur in Fonds, die das Risiko breit streuen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de